Geldwäsche: ePayments sperrt den Zugriff auf Krypto

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IN KÜRZE
  • ePayments hat den Dienst eingestellt und Konten im Februar aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Geldwäsche gesperrt.

  • Die Reaktion steht im Zusammenhang mit der verdächtigen Kryptowährung OneCoin.

  • ePayments hat angekündigt, ohne Zugriff auf Kryptowährungen einen Neustart zu wagen.

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Das Trust Project ist ein internationales Konsortium von Nachrichtenorganisationen, die Standards für Transparenz entwickeln.

Das treffend benannte elektronische Zahlungssystem ePayments hat angekündigt, dass ein Neustart seines Dienstes keinen Zugriff auf Kryptowährungen beinhaltet.

Dies geschah, nachdem Vorwürfe der Geldwäsche zu einem siebenmonatigen Einfrieren der Kundenkonten geführt hatten. Zuvor machte Krypto 20% ihrer Transaktionen aus.

Einfrieren der Konten zur Bekämpfung der Geldwäsche

ePayments, ein in Großbritannien ansässiges Unternehmen für digitale Zahlungen, ist in Teilen Europas ein Schwergewicht. Das Unternehmen verfügt über mehr als 1 Million Konten und hat 75.000 Debitkarten ausgestellt. Nach eigenen Angaben erzielten sie 2019 einen Gewinn von 18 Millionen GBP.

Am 11. Februar 2020 erhielten die Benutzer jedoch einen Brief des Unternehmens, in dem das Einfrieren aller Konten erläutert wurde. Die Entscheidung wurde in Zusammenarbeit mit der Financial Conduct Authority (FCA) aufgrund einer „Schwäche“ ihres Protokolls zur Bekämpfung der Geldwäsche (AML) getroffen.



Eine Woche, nachdem die britische Aufsichtsbehörde die Suspendierung erzwungen hatte, trat der Geschäftsführer des Unternehmens, Robert Courtneidge, ohne Angabe von Gründen zurück.

Die von ePayments gehaltenen Mittel beliefen sich auf geschätzte 125 Mio. GBP (~ 161 Mio. USD), von denen große Beträge für eine Auszahlung nicht zugänglich sind. Das Unternehmen hat sich aus rechtlichen Gründen geweigert, das Thema mit den Medien zu diskutieren.

Die Verbindung zu OneCoin

Trotz einiger verdächtiger Aktivitäten scheint ein wesentlicher Grund für die Unterbrechung der Leistungen mit dem US-amerikanischen ePayments-Partner Mike Scott in Zusammenhang zu stehen.

Scott wurde für schuldig befunden, 400 Millionen Dollar für den OneCoin-Krypto-Betrug gewaschen zu haben. OneCoin ist ein riesiges Pyramidensystem unter der Leitung von Ruja Ignatova, einer bulgarischen Geschäftsfrau, die kurz vor ihrer geplanten Verhaftung verschwunden und seitdem auf der Flucht ist.

Die Staatsanwaltschaft hat Scott auf frischer Tat ertappt, einschließlich einer E-Mail, in der Ruja direkt um Hilfe beim Waschen von Bargeld bittet.

Etwa 20% der ePayments-Transaktionen stammten von der Digital Securities Exchange (DSX), einer Krypto-Börse mit Verbindungen zum Unternehmen. DSX half auch bei der Einbindung neuer ePayments-Kunden. Im Jahr 2018 stellte DSX den Dienst aufgrund eines nicht näher bezeichneten „Sicherheitsvorfalls“ ein.

Diese Probleme haben ePayments einer behördlichen Kontrolle unterzogen und zu seiner vorübergehenden Schließung geführt.

ePayments bemüht sich um einen Neustart

ePayments möchte unbedingt neu starten, um ihren Ruf wiederzubeleben und Benutzergelder freizugeben. In einem Blogbeitrag vom 14. September 2020 kündigte das Unternehmen einen Neustart seiner Website und seiner Dienste unter neuen Bedingungen an.

Obwohl der Dienst noch nicht online ist, ist dem Beitrag zu entnehmen, dass an der Behebung der Compliance-Probleme gearbeitet wird. Daher werden zukünftige Zahlungen auf der Plattform nur von Banken, Bankkarten und Prepaid-Karten erfolgen. Leider umfasst ein Teil der Überarbeitung des Unternehmens die Beendigung der Verwahrung von Kryptowährungen, die einst angeboten wurde.

Ironischerweise ist ein Hauptproblem bei der Kontroverse, dass OneCoin überhaupt keine Kryptowährung ist. Das betrügerische System verwendet weder eine Blockchain noch die Möglichkeit, OneCoin außerhalb der Geschäfte des Unternehmens auszugeben. Das Projekt bestreitet die Behauptung, obwohl es niemals Beweise liefert.

Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Kryptowährungen weiterhin unter dem Verdacht der kriminellen Verwendung stehen.

 

Auf Englisch geschrieben von Harry Leeds, übersetzt von Alexandra Kons

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