Gerichtsurteil: Cryptopia-Kunden gewinnen Prozess in Bezug auf gehackte Gelder

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IN KÜRZE
  • Der oberster Gerichtshof Neuseelands entschied zugunsten der Cryptopia-Kunden.

  • Der Kryptowährungsbörse ging nach einem Hack Anfang 2019 in die Insolvenz.

  • Laut dem Gerichtsurteil gehören die treuhänderisch verwahrten Krypto-Assets der Kunden nicht zur Insolvenzmasse der Handelsplattform.

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Die Kunden der umstrittenen neuseeländischen Handelsplattform Cryptopia feiern heute ein Gerichtsurteil, der Cryptopias Vermögenswerte als Eigentum ihrer Kontoinhaber ansieht.



Cryptopia wurde im Mai 2019 nach einem $16 Millionen schweren Hack im Januar desselben Jahres liquidiert.

Cryptopia verlagert Fonds in Trusts

Die Handelsplattform, die weltweit bis zu 900.000 Kunden hatte, beantragte nach dem Hack Insolvenzschutz in den USA, was dazu führte, dass 15 Prozent der Kryptowährungsbestände seiner Kunden verloren gingen.



Laut der Aktenordnung verfügte Cryptopia – die im April letzten Jahres wieder geöffnet wurde, um den Benutzern die Einsicht in die Salden zu ermöglichen – noch immer über Dutzende Millionen Dollar in Kryptovermögensbeständen. Die Insolvenzverwalter versuchten, diese einzusammeln und an die Kontoinhaber zu verteilen.

Komplikationen ergaben sich aus der Tatsache, dass das Unternehmen Kunden keine individuellen Wallets zuordnete. Sie verteilten die Gelder so, dass es schwierig war, den Saldo der einzelnen Kundenkonten zu ermitteln. Da die unterschiedlichen Kryptowährungen in getrennten Wallets aufbewahrt wurden, wären somit nur diejenigen Kunden von dem Hack betroffen gewesen, welche ihre Assets in den gestohlenen Kryptowährungen hielten.

Gerichtsurteil auf der Seite der Kunden

In einem beispiellosen Urteil stellte sich der Oberste Gerichtshof in Christchurch auf die Seite der Kunden, indem er feststellte, dass Gelder in ihrem Namen gehalten wurden. In einem heute veröffentlichten Urteil entschied Richter David Gendall, dass Cryptopia die digitalen Vermögensgegenstände über Trusts für jede Kryptowährung verwahrt.

Das Unternehmen veröffentlichte die Ergebnisse auf Twitter und wies darauf hin, dass das Urteil die fehlenden Kryptowährungen als “Eigentum” gemäß Abschnitt zwei des Companies Act von 1993 erklärte.

Das Urteil fügte hinzu, dass Kryptowährungen im wirtschaftlichen Besitz der Kontoinhaber stehen und keine Vermögensgegenstände des Unternehmens sind. Damit sind sie auch nicht Teil der Insolvenzmasse. Der Richter erkannte die ungewohnten Umstände des Falles an und erklärte:

“Der Anwalt weist darauf hin, dass dies nach seinem besten Wissen das erste Mal ist, dass Fragen dieser Art in Bezug auf Kryptowährungen vor den Gerichten in Neuseeland gestellt wurden.“

Auch wenn das Gericht mit diesem Urteil Neuland betrat, so hat es Krypto-Assets damit wie traditionelle Vermögenswerte behandelt. Er kürzlich gab ein Frankreich ein ähnliches Urteil.

Laut den Berichten haben die Insolvenzverwalter von Grant Thornton bereits bis zu $1.8 Millionen ausgegeben, um die noch an der Börse befindlichen Kryptowährungen zu sichern. Cryptopia hatte es den Kontoinhabern ermöglicht, etwa 900 digitale Vermögenswerte zu handeln – mehr als jede andere Börse in der Welt zu dieser Zeit.

Laut der offiziellen Entscheidung haben die Liquidatoren geschätzt, dass Cryptopia derzeit über digitale Vermögenswerte im Wert von etwa 170 Millionen $NZ (etwa $100 Millionen) verfügt. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie viel tatsächlich unter den Kontoinhabern verteilt wird.

Ein Bericht des neuseeländischen Medienunternehmens Stuff vom Februar untersuchte die Geschichte der Börse und ihrer Gründer und kam zu dem Schluss, dass die Polizei noch nicht feststellen konnte, ob es sich bei dem Hack um einen Inside-Job handelte oder nicht.

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