Die Geschichte des Geldes ist geprägt von Inflation. Im Zuge der COVID-19-Krise wird nun ein weiteres Kapitel dieser Geschichte geschrieben. Dollar, Euro und alle anderen Fiatwährungen sitzen hier im selben Boot.

In allen Epochen versuchten die Herrschenden durch Abwertung ihrer Währung mehr finanzielle Mittel für sich selbst zu schaffen. Doch mehr Geldeinheiten bedeutet nicht mehr Wohlstand. Daher belastete diese Inflation stets die eigene Bevölkerung.

“Böse” Währungen und Münzbelustigungen

Schon im antiken Rom ist die Abwertung von Münzen gut dokumentiert. Schließlich mussten nicht nur Brot und Spiele, sondern auch Kriege und ein stetig wachsender Staatsapparat irgendwie finanziert werden. Vertreter der österreichischen Schule der Nationalökonomie sehen in dieser Inflation einen Grund für den Zusammenbruch des römischen Imperiums.

Auch im Deutschland des 15. Jahrhundert kam es zu einer Inflation und einer damit verbundenen Wirtschaftskrise. Denn der Habsburger Erzherzog Albrecht VI. ließ Pfennige aus einer minderwertigen Metalllegierung prägen. Da sich diese mit der Zeit schwarz verfärbten, wurden diese umgangssprachlich auch als Schwarzpfennige oder Schinderlinge bezeichnet.

Aus der selben Zeit ist weiterhin bekannt, dass es auch zu Münzfälscherei in der Münzstätte Hals bei Passau kam. Dort wurden zum Zweck der Täuschung minderwertige Pfennige mit einem ähnlichen Aussehen wie in Österreich und Bayern geprägt. Diese gingen als “Böse Halser” die Geschichte ein.

Nach der Erfindung des Buchdrucks kamen die ersten regelmäßig erscheinenden Zeitschriften auf den Markt. Durch numismatische (Münzkunde) Fachzeitschriften wie Johann David Köhlers “Historische Münzbelustigungen” sind uns heute viele Beispiele für Inflationsperioden bekannt.

Schon im 18. Jahrhundert amüsierte man sich über Shitcoins. Quelle: Bayerische Staatsbibliothek.

Zu den beschriebenen minderwertigen Münzen zählten zum Beispiel der Rote Seufzer (1701-1702), sowie diverse Münzen der Kipper- und Wipperzeit

(1620-1622). In Letzterer wogen die Münzmeister im Umlauf befindliche Münzen ab, um so ihre Zusammensetzung festzustellen. Kippte die Waage, schmolzen sie die Münzen ein und werteten sie durch den Zusatz minderwertiger Metalle ab.

Der Euro: Münzfälscherei im 21sten Jahrhundert

Mit der Einführung von Fiatwährungen wurde die Abwertung von Münzen mittels minderwertiger Metalle überflüssig. Zentralbanken können heute willkürlich Geld aus dem Nichts erschaffen, beispielsweise durch den Ankauf von Assets wie Anleihen und Aktien. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass das Schöpfen von Geld nicht mehr Wohlstand schafft. Durch Inflation erreichen die Zentralbanken bestenfalls eine Umverteilung des Wohlstands.

Leider geht diese Umverteilung klassischerweise zu Lasten der armen und zu Gunsten der reichen Bevölkerung. Schon über den “Bösen Halser” war folgendes verbrieft:

Die alt Müntz ward auffkaufft / von den Reichen hinhinder gelegt und behalten / so hett der Arme gemeine Mann kein ander Müntz denn die Schinderling / die jedermann gern außgab / niemand behalten wolt

Auch mit dem heutigen Fiatgeldsystem zeichnet sich ähnliches ab. Die Inflation wird vor Allem diejenigen begünstigen, die ihre Assets an die Zentralbank verkaufen, da diese als Erste das neu geschaffene Geld erhalten. Dies sind insbesondere Großaktionäre und institutionelle Anleger. Weiterhin begünstigt die Inflation auch Spekulanten, welche den Luxus haben, in riskante Assets investieren zu können.

Bitcoin: das harte Geld

Die Grundlage für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum und eine Zunahme des allgemeinen Wohlstands ist und bleibt hartes Geld. Ebendies ist der Grund, warum Satoshi Nakamoto Bitcoin mit einer festgelegten Inflationsrate konzipierte.

Bitcoin sei Dank, sind wir heute nicht mehr der staatlichen Falschmünzerei ausgeliefert. Immer mehr Leute erkennen und schätzen diesen Umstand. Was die Numismatiker der Zukunft über den Euro zu sagen haben werden, können wir uns allerdings jetzt schon denken.