Der Ausschuss für Wege und Mittel des US-Repräsentantenhauses prüft sieben Gesetzentwürfe, die die Besteuerung von digitalen Vermögenswerten in den USA neu regeln würden. Das Gesetzespaket richtet sich besonders auf Stablecoins, Staking und Mining sowie Krypto-Lending.
Die Entwürfe sind wenige Tage vor einer vollständigen Anhörung des Ausschusses zur Besteuerung digitaler Vermögenswerte veröffentlicht worden, die am 9. Juni stattfinden soll. Sie teilen ein größeres, parteiübergreifendes Steuergesetz in einzelne Vorschläge auf, die von den Mitgliedern separat weiterverfolgt werden können.
Sieben Gesetzentwürfe: Drei Bereiche im Fokus
Der Ausschuss arbeitet Berichten zufolge intern an den sieben Gesetzesentwürfen. Teil dieses Pakets ist die Aufteilung des Digital Asset PARITY Act, der zunächst als früherer Diskussionsentwurf vorgestellt und am 19. Mai von den Abgeordneten Max Miller und Steven Horsford eingebracht wurde.
Die Ausschussleitung hat die Besteuerung digitaler Vermögenswerte in dieser Sitzungsperiode zur Priorität gemacht, wobei Stablecoins im Mittelpunkt der Überlegungen stehen.
Der PARITY Act sieht vor, dass übliche Zahlungstransaktionen keine steuerlichen Meldungen mehr auslösen. Ein separater Krypto-Steuervorschlag im Senat von Senatorin Cynthia Lummis sieht eine Freigrenze von 300 USD mit einem Jahreslimit von 5.000 USD vor.
Staking und Mining bilden den zweiten Schwerpunkt. Beide Gesetzesentwürfe erlauben Validatoren und Minern, ihre Einnahmen erst bei Verkauf der Rewards zu versteuern.
Mit dieser Regelung wird das sogenannte Phantom-Einkommensproblem gelöst, bei dem Token versteuert werden müssen, bevor sie verkauft wurden.
Der PARITY Act erlaubt zudem aktiven Tradern und Wertpapierhändlern, die Mark-to-Market-Bilanzierung zu wählen, wie es bei Wertpapieren üblich ist.
Lending-Regeln und Schließen einer Lücke
Krypto-Lending vervollständigt die drei Schwerpunkte. Der PARITY Act würde die Regeln für Wertpapierleihe auf digitale Vermögenswerte ausweiten.
Ein echtes Darlehen würde dann nicht mehr als steuerpflichtiger Verkauf zählen, und dies geschieht parallel zu gesonderten Regelungen zur Marktstruktur, die aktuell im Kongress beraten werden.
Erstmals sollen die sogenannten Wash-Sale-Regeln auf Kryptowährungen angewendet werden. Trader müssen dann 30 Tage warten, bevor sie nach einem Verlust wieder einsteigen können.
Anleger bei Aktien sind bereits an diese Grenze gebunden, Krypto-Halter bislang nicht.
Das Paket vereinfacht zudem die Regeln für wohltätige Spenden von liquiden Token, begrenzt aber missbräuchliche Gestaltungen bei spekulativen Token.
Bitcoin-Befürworter haben die Gesetzgebung jedoch aufgrund der Mining-Regelungen kritisiert. Lummis schätzt, dass ihre Version zwischen 2025 und 2034 etwa 600 Millionen USD einbringen würde. Diese Zahl zeigt, dass bei der Debatte nicht nur Erleichterungen, sondern auch Einnahmen eine Rolle spielen.
Eine frühere Krypto-Steuer-Anhörung im Senat zeigte, wie langsam diese Maßnahmen vorankommen. Die Sitzung am 9. Juni wird zeigen, welche der sieben Entwürfe parteiübergreifende Unterstützung erhalten können.
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