Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt, dass tokenisierte Vermögenswerte nur am Rand bleiben, solange die Märkte nicht klären, wer rechtlich deren Eigentümer ist und wann ein Abschluss endgültig ist.
Neue Recherchen von BeInCrypto zeigen, warum das so ist. Sie beleuchten einen 60-Milliarden-USD-Markt, der sich auf verschiedene Regulierungsbereiche aufteilt und für US-Retail weitgehend verschlossen bleibt.
Warum rechtliche Klarheit für die Zukunft der Tokenisierung laut IWF entscheidend ist
Tobias Adrian, Finanzberater und Direktor der Abteilung für Geld- und Kapitalmärkte beim IWF, betont, dass Tokenisierung mehr ist als ein technischer Fortschritt. Er hebt hervor, dass sie die Struktur des gesamten Finanzsystems verändert.
Rechtliche Klarheit ist dabei ein zentrales Thema. Adrian sagt, dass eindeutig geregelte Eigentumsverhältnisse, Abschluss und Zuständigkeit darüber entscheiden, ob Tokenisierung in das Zentrum der Finanzwelt rückt oder am Rand bleibt.
„Marktteilnehmer müssen wissen, ob tokenisierte Einträge als rechtlicher Besitz gelten, ob eine endgültige Abrechnung gesetzlich anerkannt ist und welches Landesrecht gilt. Ohne klare Regeln bleibt Tokenisierung zersplittert und ein Randthema“, sagte Adrian.
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Eigentum und Zugang teilen den Markt auf
Der Real State of Tokenization in 2026 Bericht von BeInCrypto unterlegt diese Sorgen mit Zahlen. Das Team hat rund 60 Milliarden USD an tokenisierten Real-World-Assets (RWA) bis zum 31. Mai erfasst, Stablecoins und Rückkaufsvereinbarungen ausgenommen.
Der Markt teilt sich in mehrere Teilmärkte statt einen. Unterscheidungen nach Regulierung, Region und Status der Investoren prägen diese Aufteilung. Rund 97% dieses Werts sind für US-Retail-Investoren nicht zugänglich oder unterliegen keiner Retail-tauglichen Regulierung.
Nur 1,7 Milliarden USD sind für Privatanleger zugänglich, während akkreditierte US-Investoren etwa 8,3 Milliarden USD handeln können, darunter Produkte nach Regulation D.
Auch die Art des Eigentums spielt dabei eine Rolle. Token repräsentieren entweder direktes Eigentum, Anteile an Fonds oder einen synthetischen Zugang. Synthetische Strukturen ermöglichen lediglich eine Preisbindung, aber keinen Anspruch auf das Asset selbst.
Gerade bei Aktien ist der Unterschied deutlich. 59% aller Aktien-Token bieten laut Bericht nur einen synthetischen Preismechanismus statt echtem Besitz. Halter beobachten einen Kurs, besitzen aber keine Aktien.
Unklare Regulierungen verschärfen das Problem zusätzlich. Rund 39% des Marktes verfügen über kein eindeutig festgestelltes regulatorisches Rahmenwerk, was im Bericht als Risiko bei der Prüfungsphase für Anleger hervorgehoben wird.
Adrian beschreibt das Problem grundsätzlich, der Bericht zeigt es anhand der Daten. Beide verdeutlichen, dass noch Klärungsbedarf bei Eigentumsrechten und Abwicklung besteht. Offen bleibt, ob diese Infrastruktur rechtzeitig etabliert wird.
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