In der Vergangenheit hat sich Bitcoin wie ein sicherer Hafen verhalten: Interview mit Josh Goodbody (Binance)

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IN KÜRZE
  • Josh Goodbody, Director for Growth and Institutional Business bei Binance, gab uns ein Interview.

  • Wir wollten wissen, was Binance tut, um die Einlagen ihrer Kunden abzusichern und wie Binance von den neuen Regulierungen in der EU betroffen ist.

  • Bitcoin korreliert nicht mit traditionellen Märkten. Damit taugt er als sicherer Hafen, so Goodbody.

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Nach seiner Präsentation bei der Conference Exchanges in Amsterdam konnte BeInCrpyto einige Fragen an Josh Goodbody, Director for Growth and Institutional Business bei Binance, stellen. Besonders wollten wir wissen, wie Binance die Gelder seiner Kunden sichert, wie Binance von der neuen regulatorischen Landschaft betroffen ist und wie das Coronavirus die Krypto-Märkte beeinflusst.



BeInCrypto: Wie wir alle wissen, gibt es häufig Hackerangriffe auf Krypto-Börsen. Bei Binance gibt es mittlerweile das Meme “Funds are #SAFU”. Welche Schritte unternehmen Sie genau, um die Einlagen Ihrer Benutzer abzusichern?

Josh Goodbody: Sicherheit hat bei uns höchste Priorität. Binance hat ein engagiertes Sicherheitsteam, das immer danach strebt, unsere Systeme und Prozesse zu verbessern, was ein andauerndes Unterfangen ist. Wir geben weiterhin ständig Sicherheitsupdates heraus, um immer ausgeklügelter werdende Fälle von Cyberkriminalität zu bekämpfen und zu verhindern.



Während wir unsere Softwaresicherheit verbessern, machen wir auch einige unserer Vorstöße öffentlich. Beispielsweise haben wir ein System geschaffen, um gehackte Gelder aufzuspüren und wir möchten dieses System auch mit anderen Handelsplattformen und Unternehmen teilen. Was auch wichtig ist, ist dass wir im Juli 2018 den SAFU-Fonds gegründet haben, der unsere Nutzer vor extremen Ereignisse schützt. Wir legen 10% aller Handelsgebühren dafür zurück, daher wächst der Fonds täglich an.

BeInCrypto: Mit der Umsetzung der fünften EU-Antigeldwäscherichtlinie hat Deutschland eine neue Gesetzgebung erlassen. Wie betrifft dies Binance und Ihre deutschen Kunden?

Josh Goodbody: Wir sehen die neu geschaffene regulatorische Klarheit als Chance, denn mit dieser Klarheit kommt auch die Sicherheit, um Investitionen in den Aufbau zu tätigen. Wir halten uns an alle Gesetze und Regulierungen in den Jurisdiktionen in denen wir aktiv sind.

 

BeInCrypto: Die neue Gesetzgebung erlaubt es Banken, Krypto-Dienste anzubieten. Sehen Sie das als positiven Schritt für die Blockchain-Industrie?

Josh Goodbody: Absolut. Das wird die Hürden für den Markteintritt senken und die Akzeptanz von Kryptowährungen weltweit stärken. Wenn hochgradig regulierte Unternehmen Krypto-Dienstleistungen anbieten, hilft das dem Krypto-Ökosystem bei seinem Wachstum und setzt Anreize für neue Mitwirker, in der Kryptowirtschaft tätig zu werden.

BeInCrypto: Ein beliebtes Feature Ihrer Handelsplattform ist das Binance Launchpad. Seit einigen Monaten werden die Rechte zur Teilnahme an IEOs im Lotterieverfahren verteilt. Welche Erfahrungen haben Sie mit diesem Verteilungsmodell gemacht?

Josh Goodbody: Wir achten sehr auf die Meinung unserer Nutzer und entwickeln unsere Produkte ständig auf Basis der Nachfrage unserer Nutzer weiter. Zuerst haben wir IEO Tokens nach dem Windhundverfahren verteilt. Das Lotteriemodell war ein Vorschlag aus der Community und wir glauben, dass dies ein faireres Verfahren ist.

Wir möchten dieses Verteilungsmodell gerne verbessern oder ändern, falls es ein besseres Verfahren geben sollte. Wir haben weiterhin große Nachfrage und Interesse für Launchpad-Projekte und hören gerne von unserer Community, wie diese so gut wie möglich gestalten können.

BeInCrypto: In Ihrer Präsentation bei der Conference Exchanges haben Sie angesprochen dass Krypto-Assets hochgradig miteinander, aber nicht mit anderen Assets korrelieren. Welche Implikationen hat das für Bitcoin und seinen möglichen Status als sicherer Hafen? Was sagt das darüber aus, wie Kryptowährungen auf ungünstige Ereignisse wie das Coronavirus oder eine globale Rezession reagieren werden?

Josh Goodbody: Unser Forschungsteam hat eine Menge Arbeit zu diesem Thema geleistet und unsere Analyse zeigt, dass Krypto-Assets weitestgehend korreliert sind. Das ergibt Sinn, da der Markt sehr durch die allgemeine Stimmung beeinflusst wird. Wenn wir also ein bestimmtes Asset ansehen – Bitcoin – dann zeigt sich durch seine historische Performance, dass es sich zunehmend wie ein sicherer Hafen verhält.

Wir haben einige Analysen angestellt, ob Bitcoin tatsächlich nicht mit anderen Assets korreliert. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass dies der Fall ist, sind aber gemischt. Sieht man auf das größere Bild und wie Bitcoin während Makro-Events wie der Soleimani-Krise performt, als die Märkte von den Ängsten um einen Möglichen Konflikt zwischen den USA und dem Iran ergriffen war, hat sich Bitcoin wie ein sicherer Hafen verhalten. Sein Kurs ist während der Krise stetig angestiegen, insbesondere während bestimmten Ereignissen, die negative Schlagzeilen nach sich zogen.

Wenn wir hier jedoch nachhaken und ansehen, wie sich Gold im selben Zeitraum verhalten hat, sehen wir ein komplizierteres Bild. Der Bitcoin-Kurs ist gestiegen, allerdings mit einem weniger beständigen Muster. Der Coronavirus ist natürlich ein massives Makro-Event. Infolgedessen druckt die Chinesische Volksbank riesige Geldmengen und im Westen werden die Zinssätze gesenkt.

Persönlich glaube ich, dass dies längerfristig positive Auswirkungen auf die Krypto-Märkte haben wird. Da Regierungen weiterhin ihre Währungen durch quantitative Lockerung abwerten, werden Kryptowährungen als Investment-Klasse zunehmend wertvoller.

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