Der Iran hat eine deutliche neue Warnung für die Welt ausgesprochen. Sollte er sein Öl nicht verkaufen können, werde auch sonst niemand in der Region Öl verkaufen, so die Regierung. Diese Drohung ließ am Mittwoch die Ölpreise steigen und drückte den Bitcoin-Kurs (BTC) wieder unter 66.000 USD.
Entscheidend ist dabei eine schmale Wasserstraße, denn die meisten Öltanker am Golf fahren durch die Straße von Hormus. Trader befürchten aktuell, dass der Iran diesen Weg blockieren könnte.
Irans Öldrohung schürt Sorgen um die Straße von Hormus
Zwei iranische Regierungsvertreter äußerten sich am selben Tag. Außenminister Seyed Abbas Araghchi versprach Vergeltung für jeden Angriff.
„Unsere Verteidigungsdoktrin ist klar: Auge um Auge. Jeder Angriff auf den Iran, einschließlich unserer Infrastruktur, wird eine starke und entschlossene Reaktion zur Folge haben. Auch diejenigen, die solche Angriffe unterstützen, ganz gleich wie, werden als legitime Ziele betrachtet”, erklärte Seyed Abbas Araghchi, Irans Außenminister, in einem Statement.
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Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf äußerte sich noch deutlicher zum Thema Öl.
„In einer Region, in der wir kein Öl verkaufen, wird niemand Öl verkaufen. Wenn unsere Sicherheit nicht gewährleistet ist, wird auch keine Infrastruktur sicher sein … Die Lage in der Straße wird sich nicht auf die Zeit vor dem Krieg zurückstellen lassen”, wiederholte der iranische Parlamentspräsident seine Warnung.
Warum bewegen diese Worte die Märkte? Die Straße von Hormus gilt als wichtigste Ölröhre der Welt, denn etwa jedes fünfte Barrel Öl gelangt laut der EIA, der US-Energiebehörde, dort hindurch.
Auch der Iran ist auf diesen Weg angewiesen. Das Land verschifft täglich etwa 1,5 Millionen Barrel Öl, fast alles nach China. Die Drohung betrifft so also beide Seiten.
Bereits in den Sanktionsjahren 2011 und 2012 sprach Iran solche Drohungen aus. Allerdings wurde die Straße nie tatsächlich geschlossen. Dennoch führt das Risiko allein zu steigenden Preisen, wie zuletzt, als der Ölpreis letzte Woche die 90 USD überschritt.
Öl steigt, während Bitcoin fällt
Der Ölpreis zog deutlich an. Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um etwa 2,25% auf rund 89 USD zu. Brent, die globale Referenz, wurde laut TradingView nahe 96 USD gehandelt. Beide Preise waren zu Wochenbeginn angesichts neuer Waffenstillstandshoffnungen noch gefallen.
Der Bitcoin-Kurs entwickelte sich umgekehrt. Die führende Kryptowährung notierte knapp unter 66.000 USD. Damit gab der Kurs etwa 0,4% nach und verlor damit Gewinne vom Vortag.
Der Zusammenhang ist einfach: Teureres Öl kann die Inflation antreiben. Das könnte die US-Notenbank davon abhalten, die Zinsen zu senken, was riskantere Assets wie Bitcoin belastet. Ähnliches war bereits zu beobachten, als US-Präsident Trump Anfang Juli einen Waffenstillstand zwischen den USA und Iran für gescheitert erklärte.
Wie es weitergeht, hängt von Washington und der Frage ab, ob es beim Waffenstillstand bleibt. Bisher zeigte sich Bitcoin nicht als sicherer Hafen, wie manche gehofft hatten. Weitere Kämpfe könnten den Bitcoin-Kurs erneut testen.









