Inmitten der laufenden Forschungsanstrengungen der Zentralbanken in Bezug auf digitale Zentralbankwährungen (CBDC), arbeitet die Bank of Japan (BOJ) an einem Gesetzentwurf zur Ausgabe des digitalen Yen.

Abgesehen von Gesetzesänderungen zur Unterstützung einer möglichen CBDC-Ausgabe, könnten diese Änderungen der japanischen Zentralbank BOJ auch andere politische Maßnahmen wie Inflation und Schaffung von Arbeitsplätzen betreffen.

Änderungen des BOJ-Mandats für die CBDC-Ausgabe erforderlich

Laut Reuters muss Japan die Gesetze ändern, die seine Mandate und Verantwortlichkeiten für die Ausstellung eines CBDC regeln. Kozo Yamamoto von der Liberaldemokratischen Partei Japans gab den Aufruf in einer am 12. Oktober veröffentlichten Erklärung ab.

Yamamoto, der Vorsitzende des Finanzrats der Partei, argumentierte, dass die BOJ ähnliche gesetzliche Mandate wie die US-Notenbank benötige.

Die neuen Regulierungen sollen nicht nur der Ausgabe einer CBDC zugutekommen. Ferner geht es nämlich auch um Fragen im Zusammenhang mit der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Inflation.

Yamamoto war zuvor Mitglied des Finanzministeriums des Landes. Nun rief Yamamoto zu optimierten Gesetzen auf. Dies ist das jüngste Indiz dafür, dass sich Japan zunehmend auf einen souveränen digitalen Yen konzentriert. Bereits im Juli berichtete BeInCrypto über die Erweiterung der CBDC-Forschung der BOJ, einschließlich der Ernennung eines neuen Chefs für digitale Zahlungen.

Im Februar forderte Yamamoto die BOJ auf, innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre einen digitalen Yen zu schaffen. Laut Yamamoto würde ein CBDC im Falle einer zukünftigen globalen Finanzkrise eine wichtige Rolle bei der Stabilisierung der japanischen Wirtschaft spielen.

In der Zwischenzeit hat BOJ-Gouverneur Haruhiko Kuroda angekündigt, dass die Zentralbank im Frühjahr 2021 mit CBDC-Versuchen beginnen wird. Während eines vom Institut für internationale Finanzen organisierten Online-Seminars bemerkte Kuroda, dass CBDCs die private Zahlungs- und Abwicklungsinfrastruktur nicht verdrängen sollten.

China auf den Fersen

Da China bei seinem CBDC-Projekt erhebliche Fortschritte erzielt, scheinen sich andere asiatische Länder verstärkt auf diese Angelegenheit zu konzentrieren. Wie bereits von BeInCrypto berichtet, ist auch die erste Phase des südkoreanischen CBDC-Experiments abgeschlossen.

Die Bank of Korea (BOK) plant, die Verteilung ihrer experimentellen digitalen Währung im Jahr 2021 zu testen. An anderen Orten im asiatisch-pazifischen Raum (APAC) strebt die Zentralbank der Philippinen ebenfalls einen CBDC-Testlauf an.

Bereits im September hatte die Hong Kong Monetary Authority (HKMA) das Blockchain-Entwicklungsunternehmen ConsenSys ausgewählt, um ein grenzüberschreitendes Pilotprojekt für digitale Zahlungen zu entwickeln.

Außerhalb der APAC-Region sind auch Länder wie Frankreich und die Bahamas an CBDC-Projekten beteiligt. Berichten zufolge sollen die Bahamas im Oktober mit der schrittweisen Einführung ihrer souveränen digitalen Währung beginnen.

In China laufen noch die DCEP-Versuche (Digital Currency Electronic Payment). Bis Ende August hatte Chinas CBDC Berichten zufolge Zahlungen in Höhe von rund 160 Millionen USD aus über 3 Millionen Transaktionen ermöglicht.

Auf Englisch geschrieben von Osato Avan-Nomayo, übersetzt von Markus Wald.