Während viele Nationen der Erde gegenwärtig Forschungen und Experimente zu und mit Central Bank Digital Currency (CBDC) durchführen, erklärt der ehemalige Vizepräsident der chinesischen Zentralbank, dass digitale Währungen ein Ersatz für Fiat werden können und sollten.

Wie einem Bericht der Global Times vom 02. August 2020 zu entnehmen ist, sieht der ehemalige Vizepräsident der People’s Bank of China (PBoC) digitale Währung als Ersatz für Fiat. Wang Yongli, Direktor des Haixia Blockchain Forschungsinstituts, teilte dies in einem Artikel seines öffentlichen WeChat-Accounts mit. Demnach wird der “Aufstieg der digitalen Währungen” mit der “Positionierung als Ersatz” für Fiat im Umlauf stattfinden. Dabei dürfe es aber keinesfalls bleiben, da sonst die Wettbewerbsfähigkeit von CBDC gefährdet sei.

CBDC stellt eine Verbesserung der Effektivität von monetären Gesetzgebungen dar

Eine digitale Währung kann und sollte ein Ersatz für Fiat werden. So sieht das jedenfalls Wang Yongli, ehemaliger Vizepräsident der chinesischen Zentralbank. Natürlich ist mit “digitaler Währung” eine CBDC genannt, also landeseigene, digitale Währung unter Kontrolle der Zentralbank. Digitales Fiatgeld, wenn man denn so möchte.

Wang jedenfalls sieht in CBDCs eine Verbesserung der Effektivität monetärer Gesetzgebungen, denn “exzessive Veräußerungen von physischem Papiergeld” könne durch CDBC aktiv verhindert werden.

Der Aufstieg der digitalen Währung beginnt mit der Positionierung als Ersatz zu M0, also Geld im Umlauf. Aber es darf nicht bei der bloßen Positionierung bleiben, da sonst die Wettbewerbsfähigkeit problematisch werden könnte.

Dieses Ersatzszenario muss in der Tat durchdacht werden. Viele Nationen weltweit erkunden gegenwärtig die Einführung von CBDC.

Die PBoC hat jetzt in China sogar schon ein Pilotprogramm zum sog. “Digital Currency Electronic Payment” (DCEP). Dieses elektronische Zahlungssystem für digitale Währung soll tatsächlich M0 ablösen und ist kreiert zur Adoption eines dual operierenden Systems, welches die Zentralbank, kommerzielle Banken und soziale Instanzen miteinander verknüpft. Gegenwärtig fehlen zu diesem dual operierenden System allerdings noch klare Richtlinien von der Zentralbank.

Wenige Angaben sind schon ein tiefer Einblick in Chinas Pläne

Um einen möglichen Übergang von Fiat zu CBDC zu stemmen, schlug Wang eine Umgestaltung des monetären Systems vor. Zum Beispiel die Bereitstellung “exklusiver Konten” auf der Plattform der Zentralbank für die neue, digitale Währung für alle sozialen Einrichtungen. Das soll den Plan der PBoC unterstützen, als omnipräsente Überwachungs- und Kontrollinstanz zu dienen, ohne einen negativen Effekt auf das momentane Finanzsystem zu haben.

Wangs Kommentare kommen in einer Zeit, in der China das Rennen um CBDC weltweit anführt. China selbst veröffentlichte bisher nur wenige Details zu einem digitalen Yuan. Deshalb gelten die wenigen Angaben durch Wang schon als tiefer Einblick in das Geschehen in Fernost. In anderen Teilen der Erde sind vor allem Frankreich und Japan zu nennen in Hinblick auf CBDC.