Kommentar: Verzinste Krypto-Produkte sollten nicht mit Bankkonten verglichen werden

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Die Krypto-Finanzinstrumente von BlockFi und anderen, welche Zinsen abwerfen, werden oft mit verzinsten Bankkonten verglichen. Dies ist jedoch ein gefährlicher Vergleich. Unser englischsprachiger Autor Anton Lucian gab dazu einen Kommentar ab.



Würden Sie ihre gesamten Ersparnisse in ein hochverzinstes Finanzinstrument auf der Blockchain anlegen? Obwohl diese Idee verlockend klingt, dürfen wir nicht vergessen, dass dies ein riskantes Unterfangen ist.

Krypto-Finanzprodukte: Zu riskant?

Kürzlich verglich Anthony Pompliano (@APompliano), Mitgründer und Partner von Morgan Creek Digital, Sparkonten mit Finanzprodukten, welche auf Kryptowährungen basieren.



In seinem Tweet stellte er die Zinssätze für Girokonten (0,06%) und Sparbücher (0,09%) gegen Finanzprodukte wie die Dienste von BlockFi. BlockFi verzinst dabei alle BTC-Einzahlungen mit 4,9%. Der Zinssatz für GUSD und USDC liegt dabei bei sagenhaften 8,6%.

Diese Zahlen sehen zwar oberflächlich gut aus, aber wie Mike Dudas (@mdudas) von The Block andeutet, sind diese Anlagen weitaus riskanter und sollten daher nicht mit klassischen Sparkonten verglichen werden. Zu sagen, dass Leute ihre Guthaben in diese hochverzinsten Produkte anlegen sollen, verschleiert die enormen Risiken, die damit verbunden sind. Weiterhin sind die Ziele dieser beiden Finanzinstrumente “zu 100% verschieden”, wie Dudas erklärt.

https://twitter.com/mdudas/status/1235894499676745728?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1235894499676745728&ref_url=https%3A%2F%2Fbeincrypto.com%2Finterest-bearing-crypto-products-shouldnt-be-compared-to-bank-accounts%2F

Ist es also Zeit, “die alte Welt zurückzulassen und der Zukunft entgegen zu gehen”, wie Pompliano vorschlägt? Während Sie die Dienste von BlockFi und ähnliche Finanzprodukte auf jeden Fall ausprobieren sollten, falls Sie einige Zinsen verdienen möchten, sollten Sie diese nicht wie ein einfaches Bankkonto behandeln.

Der Sektor ist noch jung

Finanzprodukte auf Krypto-Basis und weitere Formen des dezentralen Finanzwesens (DeFi) boomen zur Zeit. Die meisten davon sind auf Ethereum zu finden, aber es gibt mittlerweile auch Unternehmen, die sich auf diesen Sektor spezialisieren. Unternehmen wie BlockFi bekommen zunehmend Konkurrenz durch neue Möglichkeiten, Investitionen mit Kryptowährung zu tätigen, welche fest verzinst sind.

Gering verzinste Kredite mit der Möglichkeit, diese mit Profit sicher anzulegen, mag vielleicht attraktiv aussehen. Diese Finanzprodukte haben jedoch noch eine Reihe von Problemen.

Wir dürfen nicht vergessen, dass eine bedeutende DeFi-dApp auf Ethereum kürzlich wegen einem Exploit gehackt worden ist. Andere haben die Tatsache angesprochen, dass die Einhaltung von finanziellen Abmachungen mittels Smart Contracts nur schwer durchzusetzen ist. Derzeit handelt es sich noch um einen experimentellen Sektor – und zu behaupten, dass dieser so sicher ist wie ein Bankkonto, ist geradezu fahrlässig. Dritten Parteien die Aufbewahrung von Vermögen anzuvertrauen, ist weiterhin ein Grund zur Vorsicht, falls es sich um ein Unternehmen wie BlockFi handelt.

Wie häufig gesagt wird: “Nicht deine Schlüssel, nicht dein Geld”. Der sicherste Weg, Kryptowährungen aufzubewahren, ist in der eigenen Wallet. Falls Sie einem Dritten die Verwendung Ihrer Guthaben im Ausgleich für einen festen Zinssatz anvertrauen, ist das Ihre Entscheidung. Dies sollte jedoch nicht als “besseres Bankkonto” gehandelt werden.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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