Südkoreas Kospi-Index und der Nasdaq 100 bewegen sich fast gleich. Die 60-Tage-Korrelation stieg auf etwa 0,50, den höchsten Stand seit 2021, laut Daten von Rayliant Global Advisors.
Der engere Zusammenhang geht auf Ausgaben für künstliche Intelligenz (KI) zurück. Dadurch sind Samsung Electronics und SK Hynix jetzt an die gleichen Investitionen in Rechenzentren gebunden, die auch die Gewinne der US-Technologieunternehmen beeinflussen.
Chip-Hersteller bestimmen den Kospi:
Samsung und SK Hynix machen zusammen mehr als die Hälfte des Kospi-Index aus. Diese wichtigen Unternehmen in Südkorea beeinflussen damit auch den Index. KI-Infrastruktur ist so direkt mit der Entwicklung am Markt verbunden.
Im vergangenen Jahr lag die Nachfrage nach DRAM (Dynamic Random-Access Memory) aus Rechenzentren bei etwa 40% der globalen Nachfrage. Dieser Anteil liegt jetzt bei mehr als der Hälfte, und viele erwarten, dass er weiter steigen wird.
Diese Volatilität zeigte sich erneut in dieser Woche. SK Hynix’ jüngster Kursrückgang ließ die Aktie um 13% sinken, als Zweifel an den KI-Investitionen im Chip-Sektor zunahmen.
Ein wechselseitiges Signal mit steigendem Risiko:
Samsung und SK Hynix werden bereits Stunden vor der Öffnung der Wall Street gehandelt. Dadurch zeigen sie früh, wie Investoren auf Neuigkeiten zu KI reagieren könnten.
„Die Entwicklungen der US-Tech-Aktien und koreanischen Tech-Aktien werden immer mehr von einem gemeinsamen Einflussfaktor bestimmt, nämlich dem Sentiment für den KI-Hardware-Handel.”
— Wool, Forschungsleiter bei Rayliant Global Advisors
Die Entwicklung wirkt in beide Richtungen. Am 13. Juli führte der chipgetriebene Kurssturz des Kospi zu einem Rückgang des Index um mehr als 8%, weil SK Hynix um 15% fiel. Der Nasdaq 100 verlor danach 1,88%. Micron fiel um 4%, SanDisk um 12% und Intel um 6%.
Einige warnen, dass ein Rückgang bei Investitionen in Rechenzentren Südkorea stärker treffen würde als andere Märkte. Die Hälfte des Kospi hängt nun von einem zyklischen Thema ab. Koreanische Speicherwerte weisen zudem mehr Volatilität auf als ihre US-Pendants, und gehebelte ETF-Zuflüsse verstärken die Schwankungen.
Samsung veröffentlicht oft die Ergebniserwartung zwei Wochen vor den wichtigen US-Halbleiterzahlen. Dadurch könnten Investoren früh sehen, wie eng die beiden Märkte zusammenhängen.
Chinas Changxin Technology Group (CXMT), ein aufstrebender Speicherchip-Hersteller, stieg um 466% bei der Notierung in Shanghai. Damit wurde das Unternehmen zum wertvollsten börsennotierten Konzern Chinas.









