Krypto-Verwahrung durch Banken: Bereits 40 Anfragen bei BaFin

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Die Umsetzung der fünften EU-Geldwäscherichtlinie erlaubt es deutschen Banken, mit Kryptowährungen zu handeln. Die Finanzaufsicht BaFin hat bereits 40 Anträge auf eine Lizenzierung für die Krypto-Verwahrung erhalten.



Krypto-Verwahrung durch Banken

Seit dem 1. Januar 2020 ist es Banken in Deutschland erlaubt, mit Kryptowährungen zu handeln. Dabei sollen Banken auch als Verwahrer von Krypto-Assets dienen. Natürlich war abzusehen, dass es einige Anlaufzeit brauchen würde, bis die ersten Banken Dienstleistungen für Kryptowährungen anbieten. Dieser Prozess könnte schneller vonstatten gehen als erwartet. Laut einem Bericht des Handelsblatts haben bereits 40 Banken ein Interesse bekundet, eine Lizenz für den Kryptohandel zu erwerben.

Ein heißer Anwärter für den ersten Markteintritt ist die Berliner Solarisbank, respektive deren Tochtergesellschaft Solaris Digital Assets. Mit ihren Softwarelösungen vermarktet sich Solaris Digital Assets insbesondere als Dienstleister für dritte Banken, STO-Plattformen, Krypto-Börsen und weitere Fintech-Unternehmen. Privatanleger, welche Dienste zur Krypto-Verwahrung nutzen möchten, können dies dann über die Solarisbank selbst, oder dritte Banken, welche die Dienste von Solaris Digital Assets nutzen, tun.



Die Umsetzung der fünften EU-Geldwäscherichtlinie betrifft nicht nur Geschäftsbanken. Auch externe Verwahrer von Krypto-Assets brauchen fortan eine Lizenz der Finanzaufsicht BaFin, um in Deutschland ihre Dienste anbieten zu können. Verwahrer, welche bereits in Deutschland tätig sind, haben noch bis zum 31. März Zeit, um eine BaFin-Lizenz zu beantragen.

Von Kryptowährungen zu CBDCs

Neben dem nun erlaubten Handel mit Kryptowährungen, könnte damit auch der Schritt hin zu einem “digitalen Euro” erleichtert werden. Wie viele andere Zentralbanken erwägt auch die Europäische Zentralbank (EZB) die Herausgabe einer Central Bank Digital Currency (CBDC).

Neben privaten Stablecoins, wie Facebooks Libra, herrscht auch ein großer Konkurrenzkampf zwischen Zentralbanken zur Herausgabe einer CBDC. So steht beispielsweise die Chinesische Volksbank kurz vor der Herausgabe eines digitalen Yuan. Dies würde dem chinesischen Wirtschaftsraum weitere globale Relevanz verschaffen und den Yuan als Leitwährung weiter stärken.

Dem gegenüber scheinen die EZB, sowie die US-Amerikanische Federal Reserve noch Jahre vor dem Start einer CBDC entfernt zu sein. Damit sieht es so aus, als würde der Westen das Rennen um digitale Fiatwährungen verlieren. Die EZB hat kürzlich ihre Erfahrungen mit fünf weiteren Zentralbanken, sowie der Bank für internationalen Zahlungsausgleich zusammengeschlossen.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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