Kryptowährungen in Afrika – ein kleiner Gigant?

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IN KÜRZE
  • Die Hip-Hop-Legende Akon hat ein humanitäres Krypto-Projekt für Afrika gestartet.

  • Der senegalesische Präsident schenkte ihm Land für die Errichtung einer eigenen Stadt.

  • Auch für andere Kryptowährungen ist die Nachfrage in Afrika gestiegen.

  • promo

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Die Zukunft des Geldes spielt sich auch in Afrika ab, wo Kryptowährungen im vergangenen Jahr und während der Corona-Krise starken Zulauf bekommen haben.



Der afro-amerikanische Hip-Hop-Künstler Akon ist der jüngste Promi, der der Kryptowährungs-Branche in seiner Heimat Afrika den Weg ebnen will. Er gründete ein Startup und eine entsprechende Stiftung namens Akoin, die von Bancor-Mitbegründerin Galia Benartzi beraten wurde, um eine panafrikanische Währung auszugeben.

Akoin – eine Digitalwährung für Afrika

Akon wird im Senegal starten, wo Präsident Macky Sall dem Künstler 2.000 Morgen Land (ca. 800 Hektar) für die Gründung des Industrie-Technologieparks Akon City geschenkt hat. [Rap.de] Neben Akon City soll Akoin auch in der kenianischen Mwale Medical and Technology City (MMTC) zum Einsatz kommen.



„[Akoin] wird die primäre digitale Zahlungslösung und Währung in der Stadt sein – für alle Arten von Dingen, die mit der Stadt zusammenhängen, wie das Bezahlen von Stromrechnungen, den Lohn der Mitarbeiter im Krankenhaus und im Supermarkt“, sagte Akoin-Mitbegründer und Hollywood-Produzent Jon Karas. “Die Regierung hat die Menschen gebeten, digital zu arbeiten und im ganzen Land keine physische Währung zu verwenden.”

Dieser auf Stellar basierende Token wird in den nächsten Monaten durch einen Token-Sale eingeführt, der darauf abzielt, 6,75 Millionen US-Dollar zu sammeln. Laut dem Whitepaper des Projekts macht der Verkauf 10% des gesamten Token-Angebots aus. 10% der Tokens gehen an das Gründungsteam, weitere 5% an Berater. Damit bleiben drei Viertel der Tokens übrig, welche für über verschiedene Projekte an die afrikanischen Akoin-Nutzer verteilt werden sollen.

Digitale Lösung für lokale Probleme

Lange wurde Afrika wirtschaftlich nicht ernst genommen. Doch ein Land wie Nigeria hat alleine 250 Millionen Einwohner, fast halb so viele wie alle EU-Staaten zusammen. Der Kontinent zählt heute 1,2 Milliarden Einwohner – bis zum Jahr 2100 sollen es schon 4.4 Milliarden sein. Wenn der asiatische Markt in der nächsten Zeit wirtschaftlich zum Westen aufschließt, wartet ein kleiner Gigant in Afrika.

Der ghanaische Börsengründer Nawaf Abd sagte, die lokale Nachfrage nach Bitcoin habe seit Beginn der Corona-Krise zugenommen. Obwohl seine beiden eigenen physischen Geschäfte in Accra und Kumasi geschlossen seien, versorgt er durch den Online-Handel weiterhin lokale Käufer mit Bitcoin.

Er sagte, seine Verkäufe seien im März um 70% gestiegen. Seine Server fielen im April wegen des überwältigenden Verkehrs auf der Website kurzzeitig aus. Laut dem Forscher Matt Ahlborg stieg das ghanaische Volumen an den OTC-Börsen LocalBitcoins und Paxful in 90 Tagen nach den Corona-Lockdowns von rund 4,2 Millionen US-Dollar auf 6,2 Millionen.

Die Aktivität des nigerianischen Bitcoin-Marktes hingegen ist fast zehnmal so hoch wie die Ghanas. Ahlborgs Kennzahlen zeigten, dass der nigerianische Bitcoin-Handel während den Lockdowns ein Volumen von rund 63,9 Millionen US-Dollar hatten. Mit rund 60% der 1,2 Milliarden Menschen in Afrika unter 25 Jahren setzen lokale Händler sowie Krypto-Giganten auf zukünftiges Wachstum.

Höhere Akzeptanz von Kryptowährung in Afrika

Bitcoin und Akoin sind nicht die einzigen Digitalwährungen in Afrika. „Wala“ war Afrikas perfekte Krypto-Erfolgsgeschichte – bis sie zusammenbrach. Zum Beispiel sagte Yele Bademosi, Mitbegründer des von Binance unterstützten Startups Bundle, dass tausende Nigerianer die Bundle-App seit ihrem Start Ende April heruntergeladen haben. Bisher ist die nigerianische Nachfrage jedoch überwältigend genug.

Rund 1.000 Personen haben sich für ein einführendes Zoom-Webinar zum Thema Bitcoin angemeldet, obwohl nur 100 Personen teilnehmen konnten. Derzeit bietet die App Benutzern mit nigerianischen Bankkonten eine Fiat On-Ramp und unterstützt Bitcoin, Ether und BNB. In Kürze wird die Binance-Stablecoin BUSD unterstützt.

“Wir haben Benutzer, die sich für Bitcoin interessieren, es aber etwas zu schwierig finden”, sagte CEO Yele Bademosi. “Die Menschen nutzen Kryptowährung als Überweisungs-Gateway sowie als Absicherung gegen Abwertungen der lokalen Währung und als spekulativen Handel.”

Lokale Unternehmer sind nicht die einzigen, die die Chance auf dem schwarzen Kontinent bemerken. “Wenn es darum geht, die Beziehungen in jedem Land auszubauen, sehen wir uns Dash in Venezuela als Beispiel an”, sagte Lynn Liss, Mitbegründerin von Akoin und aktive Fördererin von Token Sales seit 2016.

In Lateinamerika wurde das Dash-Team dafür kritisiert, dass es Kennzahlen und Marketing für gefährdete Bevölkerungsgruppen überbewertet hat. Zumindest in Kenia scheint es eine organische Nachfrage nach Kryptowährung zu geben. Ahlborgs Untersuchungen zeigen, dass sich die Traktion von Paxful und LocalBitcoins im Land im vergangenen Jahr auf ein Jahresvolumen von rund 44 Millionen US-Dollar verdoppelt hat.

Es bleibt abzuwarten, welche Vermögenswerte auf dem gesamten Kontinent an Bedeutung gewinnen werden. “Wir suchen nach Möglichkeiten, wie wir den Menschen im Senegal helfen können, mehr Werkzeuge und Dienstleistungen zur Unterstützung der Bevölkerung bereitstellen können, bis hin zu den Hilfsmaßnahmen für die COVID-19-Pandemie, die wir derzeit mit der senegalesischen Regierung prüfen”, sagte Karas.

Unabhängig von ihrer Haltung waren sich alle oben genannten Unternehmer einig, dass Kryptowährungen der jungen und unterversorgten Bevölkerung Afrikas eine große Chance bieten.

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Manfred interessiert sich schon seit einigen Jahren für den Krypto-Raum und setzt seine intensive Erfahrung im journalistischen Bereich mit unterschiedlichen Schwerpunkten um.

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