Mein iPhone kommt nicht rechtzeitig zu Weihnachten – sind Bitcoin Miner schuld?

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IN KÜRZE
  • Der weltweite Mangel an Mikrochips hat zwei Gründe: zum einen ein intensiver Anstieg der Nachfrage und zum anderen eine unflexible und komplizierte Struktur des Angebots an Microchips.

  • Was hat das Bitcoin-Mining mit der Lieferverzögerung zu tun?

  • Hochrechnungen nehmen an, dass das Bitcoin Mining ca. 4-6% der 5nm bis 7nm Chip Produktion in Anspruch nimmt.

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Autos, Smartphones, Gaming: Der Chipmangel beeinträchtigt viele Branchen. So ist die Playstation 5 ist bereits vor ca. einem Jahr auf den Markt gekommen, doch es warten bis heute noch Kunden auf ihre Geräte.

Genauso sieht es bei vielen Apple Produkten wie dem neuen iPhone 13 aus. Auch hier müssen sich Kunden auf höhere Preise und sinkende Bestände einstellen. Wer ein neues Auto kaufen möchte, muss ebenfalls mit längeren Wartezeiten rechnen. „Je nach Fabrikat und Modell hat sich die Lieferzeit bei einem Großteil auf drei bis sechs Monate eingependelt“, so Marcus Weller, Marktexperte beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe.

Wie entsteht der Chipmangel?

Der weltweite Mangel an Mikrochips hat zwei Gründe: zum einen ein intensiver Anstieg der Nachfrage und zum anderen eine unflexible und komplizierte Struktur des Angebots an Microchips.

Der Anstieg der Nachfrage ist beispielsweise von den Autoherstellern geprägt, welche in den Ausbau von Elektrofahrzeugen investieren. Ebenso stieg die Nachfrage nach elektronischen Geräten in Folge der weltweiten Corona Pandemie stark an, getrieben durch mehr Homeoffice bzw. Homeschooling.

Das Angebot an Mikrochips ist vor allem aufgrund der Komplexität der Herstellung unflexibel. “Tatsächlich haben Chips heute Strukturen, die oft nur wenige Atomlagen dick sind. Für deren Produktion sind hochsensible Reinräume notwendig, die die Fertigungsstätten enorm teuer und komplex machen. Die Errichtung eines Halbleiterwerks kostet mitunter mehrere Milliarden Euro“, so der FHTW-Experte Peter Rössler.

Die Produktion von Chips ist außerdem sehr zeitaufwändig. Ein Mikrochip besteht aus einem sogenannten „Wafer“. Als „Wafer“ werden in der Halbleiterfertigung die Scheiben bezeichnet, auf denen die integrierten Schaltkreise, die Mikrochips, hergestellt werden. Solche Wafer haben in einer Halbleiterfabrik eine Durchlaufzeit von sechs Wochen bis drei Monaten.

Ein Bild von BeInCrypto.com
Ein Bild von BeInCrypto.com

Welche Rolle spielt Krypto Mining beim Chipmangel?

Welchen Einfluss Krypto Mining Unternehmen am weltweiten Chipmangel haben, ist umstritten. Sicher ist nur, dass es einen Unterschied macht, um welche Art des Krypto Minings es geht.

Bitcoin Miner nutzen 5nm bzw. 7nm Chips, welche vor allem für die Herstellung von Smartphones benötigt werden. Es liegen derzeit noch keine wissenschaftlichen Daten oder Studien vor, welche den Anteil von Bitcoin Mining am Mikrochipmangel verlässlich beleuchten. Hochrechnungen nehmen an, dass das Bitcoin Mining ca. 4-6% der 5nm bis 7nm Chip Produktion in Anspruch nimmt.

Ethereum Mining baut auf Grafikkarten, die auch zum Gaming genutzt werden. Schätzungen gehen davon aus, dass 19% der in 2020 produzierten GPUs von Ethereum Minern gekauft wurden. Das hat dazu geführt, dass sich die Rechenleistung im Ethereum-Netzwerk mit derzeit >900 Terrahash/Sekunde auf einem Allzeithoch befindet.

Fazit

Der Einfluss von Krypto Mining auf den Chipmangel ist also branchen- und währungsspezifisch. Während Gaming PCs stark in Konkurrenz zu Ethereum Miners stehen, scheint der Einfluss von Bitcoin Mining auf die Smartphone Produktion eher begrenzt zu sein.

Sollte also das neue iPhone dieses Jahr nicht rechtzeitig unter dem Weihnachtsbaum zu finden sein, trägt Bitcoin zumindest wohl nur eine kleine Teilschuld.

Haftungsausschluss

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Gründer und Geschäftsführer von Crypto Oxygen Lukas kombiniert profunde Branchenexpertise und praktische Erfahrung im Krypto-Mining mit umfassender MandA-Strategie und Projekterfahrung. Lukas ist seit 2017 im Krypto-Mining tätig und kann als Veteran der jungen Mining-Industrie angesehen werden. Er baute mit mehr als 100 Mitarbeitern erfolgreich Mining-Standorte im industriellen Maßstab auf mehreren Kontinenten. Basierend auf seinem Hintergrund in der MandA-Beratung und Private-Equity-Investitionen lag sein Fokus immer darauf, Krypto-Mining mit der „traditionellen“ Finanzwelt zu verbinden. Neben seiner Erfolgsbilanz bei der Skalierung von Mining-Unternehmen hat Lukas institutionellen Investoren aus Europa und den USA erfolgreich beim Einstieg in die Krypto-Welt geholfen. In der Krypto-, Telekommunikations- und Rechenzentrumsbranche hat er Strategien entwickelt, die den spezifischen Anlegeranforderungen entsprechen, und Due Diligences zu potenziellen Anlagezielen durchgeführt. Bisher hat er dazu beigetragen, Deals mit einem Gesamtvolumen von mehr als 2 Mrd. USD zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen Als Enthusiast nicht nur für Mining, sondern auch für DLT und DeFi hat Lukas ein weltweites Netzwerk aus institutionellen Investoren, Krypto-Mining-Enthusiasten und Krypto-Experten aufgebaut und steht in regelmäßigem Austausch mit Vordenkern der Branche.

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