Morgan Stanley hat Investoren gewarnt, dass eine Korrektur am Aktienmarkt innerhalb von 30 Tagen erfolgen könnte. Allerdings könnten die Märkte laut aktuellen Entwicklungen vom Wochenende nicht so lange warten, wobei der Montag wahrscheinlich die erste Bewährungsprobe wird.
Mike Wilson, der wichtigste US-Aktienstratege der Bank, macht sich keine Sorgen um künstliche Intelligenz (KI). Ihn beunruhigt eher der Ölpreis.
Worauf Wilson eigentlich hinweist
Wilson sagte bei Bloomberg, dass steigende Energiekosten dem Markt Liquidität entziehen könnten. Der Referenzpreis für Rohöl in den USA liegt weiterhin über 100 USD und ist dieses Jahr um fast 80% gestiegen.
„Ich glaube, wenn der Ölpreis in den nächsten 30 Tagen auf 120, 130 oder 140 USD steigt, dann entzieht das dem Markt Liquidität”, sagte er in einem Interview.
Wilson beschrieb die Liquidität am Markt derzeit als ausreichend, aber nicht üppig.
Er empfiehlt seinen Kunden nicht zu verkaufen. Stattdessen setzt Morgan Stanley stärker auf Unternehmen, die selbstständig Cash generieren, statt die Aktienquote zu reduzieren.
Ist Coinbase ein sicherer Hafen für Investoren?
Morgan Stanley hat am 10. September erstmals seit dem Börsengang 2021 eine Bewertung für Coinbase (COIN) abgegeben. Die Aktie wurde mit „equal weight” eingestuft, allerdings mit einem Kursziel von 250 USD, was einem Anstieg von fast 43% gegenüber dem aktuellen Kurs von 175,26 USD entspricht.
Die Bank sieht Coinbase inzwischen eher als wichtige Finanzinfrastruktur; nicht mehr als reine Krypto-Investition.
Das Spot-Handelsgeschäft mit Bitcoin bringt inzwischen nur noch knapp 10% des Umsatzes, erklärte Finanzchefin Alesia Haas diese Woche. Zum Börsengang war es noch mehr als die Hälfte.
Dieses Narrativ wurde allerdings noch nicht durch einen Ausverkauf risikobehafteter Vermögenswerte auf die Probe gestellt. Am Montag könnte dies jedoch passieren, da wichtige Ereignisse am Wochenende eingetreten sind.
Das Wochenend-Ereignis, das niemand eingepreist hat
Die Märkte müssen jedoch möglicherweise nicht auf eine Korrektur warten, denn es gab nach Börsenschluss am Freitag eine weitere überraschende Nachricht. Dario Amodei, Chef von Anthropic, schlug vor, die Entwicklung von KI-Modellen zu verlangsamen. OpenAI-Chef Sam Altman und Elon Musk stimmten zu.
„Am Montag könnte es am Aktienmarkt ein Blutbad geben. Dies dürfte allerdings nur vorübergehend sein, bis die Kommunikation und Vision rund um Superintelligenz klarer sind”, so Unternehmer Patrick Bet-David auf X.
Diese Ansicht geht davon aus, dass KI den Index trägt. Die Daten zeigen jedoch ein anderes Bild. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die mögliche Auswirkung wenn überhaupt nur Technologiewerte betreffen könnte.
Der klassische S&P 500 (SPX) gewichtet die Unternehmen nach Größe. Damit bewegen die großen KI-Aktien den Index besonders stark. Die gleichgewichtete Version mit denselben 500 Unternehmen (SPXEW) gewichtet zum Beispiel ein kleineres Versorgungsunternehmen so stark wie Nvidia. Damit kann man ablesen, wie der Durchschnitt der Aktien läuft.
Diese beiden haben sich im Jahr 2026 fast parallel entwickelt und liegen beide etwa 13% im Plus. Wenn der Markt von KI dominiert wird, entsteht zwischen beiden normalerweise eine große Lücke. Dieses Jahr ist das nicht der Fall.
BeInCrypto kam bereits im Juli zu einem ähnlichen Ergebnis: Als die schwächsten Aktien des Index im Jahr 2026 mehr als 40% einbüßten, konnte die KI-Entwicklung nur einen Teil der Verluste erklären.
Nichtsdestotrotz könnten die Märkte bereits am Montag von einem möglichen Ausverkauf risikobehafteter Vermögenswerte getroffen werden, obwohl die 30-Tage-Uhr von Morgan Stanley noch läuft.









