Neuer BIZ-Bericht untersucht digitale Zentralbankwährungen und Tokenisierung

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Das im Besitz von Zentralbanken befindliche globale Finanzinstitut – die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) – hat ihren Quartalsbericht für das 1. Quartal 2020 veröffentlicht, in dem mehrere Schlussfolgerungen und Erkenntnisse in Bezug auf digitale Zentralbankwährungen im Detail aufgeführt sind.



Die Untersuchung umfasst die digitalen Zentralbankwährungen (engl. Central Bank Digital Currencies, CBDCs), Peer-to-Peer-Währungen, die Tokenisierung von Vermögenswerten und grenzüberschreitende Zahlungen.

In einer Zeit, in der CBDCs ein umstrittenes Thema werden und digitale Währungen im Allgemeinen zunehmen, informiert der Bericht aufschlussreich darüber, wie sich die etablierten Institutionen der wirtschaftlichen Zukunft nähern.



Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), eine globale Finanzinstitution, die die internationale Zusammenarbeit fördert und sich im Besitz von 60 Zentralbanken befindet, hat einen 151-seitigen Bericht veröffentlicht, der die Zukunft des Zahlungsverkehrs untersucht.

Am 1. März veröffentlichte die BIZ in einem der ersten Abschnitte mit dem Titel “Shaping the Future of Payments” (Die Zukunft des Zahlungsverkehrs gestalten) und erörtert, wie neue Einheiten, die neuartige Zahlungsplattformen entwickeln, ins Bild gekommen sind.

Diese Plattformen stehen derzeit im Wettbewerb mit den traditionellen Zahlungssystemen, die von Banken bereitgestellt werden. Auch die etablierten Betreiber selbst entwickeln ihre Systeme neu.

Der Glossarabschnitt des Berichts zeigt bereits deutlich, wie genau sich die BIZ mit neuen Technologien und dezentralen Systemen befasst hat, darunter finden sich Begriffe wie “atomare Transaktionen, digitale Zentralbankwährungen (CBDC), digitale Währungen, P2P-Zahlungen, Smart Contracts, Stablecoins und Tokenisierung.”

Tokenisierung birgt Potential

Die Tokenisierung von Wertpapieren gilt als eine wichtige Anwendung der aufkommenden Fintech-Lösungen und birgt besondere Potentiale sowie Risiken.

In Bezug auf die potenziellen Auswirkungen der Tokenisierung sagt der Bericht, dass die viel diskutierte Anwendung digitaler Währungen die Kosten und die Komplexität des Zahlungsausgleichs und der Abrechnung reduzieren kann. Es wird auch auf die rechtliche Grauzone in Bezug auf Wertpapiere hingewiesen, mit denen viele digitale Assets in der Vergangenheit Probleme hatten.

Dieses Risiko, so heißt es, sei ein kurzfristiges. Außerdem bleiben betriebliche Zweifel bestehen, da sich DLTs und Smart Contracts für den Zahlungsverkehr noch bewähren müssen, was im Laufe der Zeit überwacht werden muss.

Digitale Zentralbankwährungen haben einen hohen Stellenwert

Insbesondere erhalten CBDCs in dem Bericht große Erwähnung. Die BIZ weist darauf hin, dass der Schwerpunkt darauf liegt, die Grundlage für systematischere Diskussionen über digitale Zentralbankwährungen zu legen. Dabei geht es vor Allem um technische Abwägungen für CBDCs, sowie die Bedürfnisse der Verbraucher.

Die BIZ hat drei mögliche Architekturen für CBDCs identifiziert: indirekte, direkte und hybride Modelle. Die erste Möglichkeit beinhaltet eine abgestufte Struktur, die sich auf verschiedene Banken stützt, während die Zentralbank institutionelle Zahlungen abwickelt.

Das zweite Modell betrifft nur die Zentralbank und das dritte ist eine Mischung aus beiden Systemen. Die Schlussfolgerung des Berichts lautet, dass Banken die Ergebnisse der CBDC-Pilotprojekte untereinander teilen müssen, damit ein ideales Modell vereinbart werden kann. Zu diesem Zweck hat die BIZ mit sechs Zentralbanken, unter anderem der EZB, eine Forschungskooperative ins Leben gerufen.

CBDCs waren in den letzten 6 Monaten ein wichtiger Diskussionspunkt. Zahlreiche Regierungen haben ihre Absicht angekündigt, ein solches Zahlungssystem einzuführen, darunter China, Schweden, Frankreich und Thailand.

Zuletzt sagte Lair Bernard – der Gouverneur der US-Notenbank – dass die Vereinigten Staaten eine digitale US-Dollar-Währung in Betracht ziehen würden, was Analysten und Insider vorgeschlagen haben.

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Nachdem er sein Studium der internationalen Betriebswirtschaft an der Frankfurt School of Finance and Management abgeschlossen hatte, arbeitete Christian zunächst in der Immobilienentwicklung. Nachdem er Bitcoin und die Kryptowirtschaft für sich entdeckte, änderte er sein Fachgebiet, um digitale Zusammenhänge zu analysieren.

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