BIZ: Zentralbanken setzen auf digitale Währungen – Kryptowährungen bleiben uninteressant

Artikel teilen

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) – die auch als „Bank der Zentralbanken“ gilt –  war noch nie ein großer Fan von Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Um den Anschluss nicht zu verlieren ist die Bank jetzt gezwungen, die mögliche Herausgabe einer CBDC (Central Bank Digital Currency) zu untersuchen.



In einem aktuellen Bericht hat die BIZ festgestellt, dass etwa 80% aller Zentralbanken weltweit in irgendeiner Form an der Entwicklung einer CBDC arbeiten. Die BIZ scheint, wie eine Reihe anderer traditioneller Finanzinstitutionen, ihre Haltung in Bezug auf zu Kryptowährungen zu ändern. Agustin Carstens –  der Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich – war lange Zeit ein Kritiker von Bitcoin und warnte bereits im März des letzten Jahres vor den CBDCs.

Der BIZ Bericht

Einer Umfrage der BIZ nach haben Schwellenländer eine stärkere Motivation, CBDCs auszustellen. Gleichzeitig bleiben die so genannten Kryptowährungen ein Nischenzahlungsmittel. Unter den Befragten waren 21 fortgeschrittene Volkswirtschaften und 45 Schwellenländer, welche zusammen 75% der Weltbevölkerung und 90% der weltweiten Wirtschaftsleistung abdeckten.



Hauptursache der Motivation, CBDCs in Schwellenländern herauszugeben, ist der Wunsch, weniger von Bargeld abhängig zu sein. Der Bericht schätzt, dass nach Tunesien, dem Senegal, Venezuela und Uruguay nun weitere Zentralbanken kurz vor der Herausgabe einer CBDC stehen. Etwa 10% der befragten Banken, welche 20% der Weltbevölkerung repräsentieren, werden wahrscheinlich in der nächsten Zeit eine CBDC für die breite Öffentlichkeit ausgeben.

“Immer mehr Zentralbanken sind derzeit (oder werden in Kürze) in die Arbeit an CBDCs eingebunden”, heisst es im Bericht der BIZ-Umfrage. Der Bericht kommt dann zu dem Schluss, dass es, obwohl das Interesse an den CBDCs gestiegen ist, keine Anzeichen für eine weit verbreitete oder allgemeine Ausweitung dieser Forschung auf Experimente und Pilotprojekte gibt.

Steigendes Interesse der großen Zentralbanken an digitalen Währungen

Wenige Tage vor der Veröffentlichung dieses Berichts wurde bekannt, dass einige große Zentralbanken, insbesondere die von Schweden, Kanada, der Schweiz, Großbritannien und Japan, sowie die Europäische Zentralbank (EZB) gemeinsam die Umsetzung von CBDCs untersuchen.

Während diese Banken erst beginnen, das Potenzial einer digitalen Währung zu untersuchen, die den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr wesentlich erleichtern würde, gibt es tatsächlich eine Reihe von Schwellenländern, welche früher in den Markt für CBDCs einsteigen werden, als die Zentralbanken der Industrienationen, oder bereits auf dem Markt sind. Bereits im November 2019 begann Tunesien mit der Herausgabe seines e-Dinars. Weiterhin hat China sehr große Fortschritte in der Entwicklung eines digitalen Yuans gemacht, allerdings sind viele Details über die geplante chinesische CBDC noch unklar.

Insgesamt liefert der BIZ-Bericht ein tieferes Verständnis dafür, wie diese Finanzinstitute die Entwicklung von Kryptowährungen beurteilen. Die CBDCs stellen einen potentiellen Weg dar, um Blockchain-Technologie für Banken zu nutzen. Die Vorteile einer digitalen Währung liegen klar auf der Hand, während diese gleichzeitig von Zentralbanken reguliert werden können. Zudem stellt die BIZ fest, dass weltweit ein hohes Interesse an der CBDC-Entwicklung besteht, diese jedoch nur in geringem Umfang angewendet wird. Sie unterstreicht jedoch das starke Interesse, welches insbesondere Schwellenländer an der Entwicklung einer digitalen Währung haben.

Haftungsausschluss

Alle auf unserer Website enthaltenen Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Die journalistischen Beiträge dienen nur allgemeinen Informationszwecken. Jede Handlung, die der Leser aufgrund der auf unserer Website gefundenen Informationen vornimmt, geschieht ausschließlich auf eigenes Risiko.
Share Article

Nachdem er sein Studium der internationalen Betriebswirtschaft an der Frankfurt School of Finance and Management abgeschlossen hatte, arbeitete Christian zunächst in der Immobilienentwicklung. Nachdem er Bitcoin und die Kryptowirtschaft für sich entdeckte, änderte er sein Fachgebiet, um digitale Zusammenhänge zu analysieren.

MEHR ÜBER DEN AUTOR