Ein wichtiger Wert für den Ölmarkt, der bereits seit 1987 großen Marktcrashs vorausging, nähert sich seiner Gefahrenzone.
Die 12-Monats-Veränderung beim Öl liegt aktuell bei 91%. Analysten sagen, immer wenn dieser Wert die 100%-Marke überschritten hat, kam es danach zu einem Marktcrash.
Fünf Abstürze, ein Öl-Leitfaden
Analyst und Trader Jack Prandelli stellt fest, dass sich dieses Muster über fast vier Jahrzehnte zeigt. In den Jahren 1987, 1990, beim Ende des Dotcom-Booms, während der Finanzkrise 2008 und im Bärenmarkt 2022 stieg die 12-Monats-Veränderung über die 100%-Grenze.
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Der aktuelle Wert von 91% lässt nur noch einen kleinen Puffer von 9 Prozentpunkten. Dieser könnte bald verschwinden, da Angebotsschocks zunehmen. Die Ölpreise sind seit den US-israelischen Angriffen auf Iran am 28. Februar gestiegen, was die Energiemärkte verunsichert und Rezessionsängste schürt.
„Wenn Öl sich so schnell bewegt, brechen Volkswirtschaften zusammen. Wird es dieses Mal anders sein? Die Geschichte sagt nein“, so Prandelli.
Nick Colas, Mitgründer von DataTrek Research, hat zuvor erklärt, wenn Ölpreise sich innerhalb von zwölf Monaten verdoppeln, könnte dies ein Warnsignal für eine mögliche Rezession sein.
„Die Faustregel, die ich in den 1990er-Jahren aus der Autoindustrie gelernt habe, ist: Wenn Ölpreise in einem Jahr um 100% steigen, sollte man mit einer Rezession rechnen“, erklärte er in einem Interview.
Inzwischen könnte die Angebotsunterbrechung, die den Ölpreis über diese Schwelle treiben kann, bereits begonnen haben. Der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus, die vor dem Konflikt rund 20% des globalen Ölangebots transportierte, wurde gestoppt.
US-Präsident Trump hat ein neues Ultimatum ausgesprochen. Er drohte, iranische Infrastruktur anzugreifen, falls die Meerenge nicht bis Dienstag wieder geöffnet wird. Vertreter Irans erklären jedoch, die Wasserstraße bleibe geschlossen, bis Kriegsreparationen geklärt sind.
Am Montag stieg der Preis für Brent-Öl auf über 111 USD pro Barrel, das ist ein Anstieg von 1,9%. West Texas Intermediate bewegte sich während der asiatischen Handelszeiten nahe 112 USD. Angesichts der steigenden Preise stellt sich die Frage möglicherweise nicht mehr, ob sich das Muster wiederholt, sondern ob der Auslöser tatsächlich erfolgt.
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