Der Ölpreis stieg am Montag, 29. Juni, wieder über 70 USD pro Barrel. Grund dafür ist eine neue Serie von US-iranischen Angriffen über der Straße von Hormus, die am Wochenende für Unruhe an den Energiemärkten sorgten. Dies geschieht, obwohl beide Seiten einer Deeskalation zugestimmt und angekündigt haben, wieder zu Verhandlungen zurückzukehren.
Die Futures für West Texas Intermediate stiegen um 1,3% auf 70,17 USD. Brent kletterte auf 73,21 USD. Beide Benchmarks hatten sich am Donnerstag, 25. Juni, auf ihrem niedrigsten Stand seit Ende Februar befunden, bevor die letzte Angriffswelle begann.
Was am Wochenende geschah
Der Auslöser war am 25. Juni ein Drohnenangriff der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) des Iran auf die Ever Lovely, ein Containerschiff mit singapurischer Flagge, betrieben von Taiwans Evergreen Marine. Das Schiff befand sich auf dem südlichen Korridor vor der omanischen Küste, als die IRGC zuschlug – nur wenige Tage, nachdem die UN einen Evakuierungsplan für mehrere Hundert gestrandete Schiffe gestartet hatte.
Die USA starteten am 26. Juni Vergeltungsschläge gegen iranische Militärziele. Die IRGC griff am 27. Juni US-Streitkräfte in Bahrain mit Drohnen an. Die USA bombardierten den Iran noch am selben Tag erneut. Bis zum 28. Juni hatte der Iran US-Positionen in Bahrain und Kuwait ins Visier genommen.
US-Präsident Trump warnte auf Truth Social vor katastrophalen Folgen. Er schrieb, dass US-Flugzeuge iranische Raketen- und Drohnenlager bombardiert hätten, weil der Waffenstillstand „ERNEUT!” verletzt worden sei.
„Die Vereinigten Staaten haben gerade iranische Raketen- und Drohnenlager sowie Küstenradaranlagen angegriffen, weil das Waffenstillstandsabkommen ERNEUT verletzt wurde!… Sollte das erneut vorkommen, wird die Islamische Republik Iran nicht länger existieren!”
— Donald Trump, Truth Social
Märkte zwischen Krieg und Diplomatie
Ein US-Beamter sagte Reuters, dass „beide Seiten nun vorerst abrüsten werden und Schiffe sich frei bewegen können”, mit technischen Gesprächen am Dienstag in Doha. Irans Außenminister Abbas Araghchi bekräftigte, dass nur Teheran den Schiffsverkehr auf der Straße von Hormus kontrolliert und diese Kontrolle nicht abgeben werde.
Schiffsdaten zeigten nur 48 Durchfahrten durch die Straße von Hormus zwischen dem 26. Juni und dem 28. Juni. Am Mittwoch vor der Eskalation waren es noch 70. Trader beobachten diese Dynamik der Öltransporte durch Hormus bereits seit Wochen.
Der Ölpreis steigt deutlich bei Kriegssignalen, bewegt sich aber bei Friedenszeichen kaum. Die Gespräche am Dienstag in Doha werden zeigen, ob beide Seiten den Streit um die Kontrolle der Wasserstraße beilegen können.









