Laut einem Bericht von WuBlockchain verlangen OKX, Bybit und Bitget, dass alle Mitarbeiter täglich KI-Tools nutzen. Manche Börsen erfassen jetzt sogar den Token-Verbrauch als Leistungskennzahl.
Der Bericht ist eines der deutlichsten Zeichen dafür, dass große zentralisierte Börsen KI nicht mehr als freiwillige Option, sondern als zentrale Betriebsinfrastruktur sehen.
OKX, Bybit und Bitget verlangen Medienberichten zufolge von allen Mitarbeitern die Nutzung von KI-Tools: Zentrale Börsen steigen ein
Laut dem Bericht kaufte OKX die Claude Enterprise Edition von Anthropic für alle Mitarbeitenden. Bybit stellte unter der Leitung von CEO Ben Zhou sowohl Claude als auch OpenClaw firmenweit zur Verfügung.
Bitget geht sogar noch weiter: Die Mitarbeitenden müssen täglich eine Mindestmenge an KI-Nutzung erreichen, die im vierteljährlichen Überprüfungszyklus kontrolliert wird.
Besonders auffällig ist der Einsatz bei der Programmierung. Angeblich verlangen einige Börsen, dass mehr als 90% des Codes mit KI-Hilfe geschrieben werden.
Mindestens eine dieser Börsen wertet den individuellen Token-Verbrauch als wichtigen Leistungsindikator. So werden die Mitarbeitenden dazu motiviert, möglichst intensiv große Sprachmodelle zu verwenden.
Weder Bitget, Bybit noch OKX reagierten zunächst auf Anfragen von BeInCrypto.
Trotzdem ähnelt diese Vorgehensweise Methoden, die bereits bei großen Technologieunternehmen zu beobachten sind. Bei Meta und OpenAI gibt es zum Beispiel interne Bestenlisten für den KI-Tokenverbrauch, und saftige Tokenbudgets zählen gerade bei Unternehmen im Silicon Valley zu den Vergünstigungen für neue Mitarbeitende.
Produktivitätssteigerungen als Treiber
Die Vorgaben passen zu den messbaren Ergebnissen, die diese Plattformen bereits präsentiert haben.
Bybits KI-Initiative AI4SE steigerte die Produktivität der Entwicklung um 30%, das Ziel liegt sogar bei einer Effizienzsteigerung von 50% über den gesamten Software-Lebenszyklus.
Bitget konnte durch KI-gestützte Personalsuche den Einstellungsprozess um 38% beschleunigen.
Ein aktuelles Whitepaper von Gate zu Trends rund um Arbeitsmarkt in der Kryptobranche hebt hervor, dass KI die Branche schneller als erwartet beeinflusst hat.
Crypto.com entließ 12% der Beschäftigten im 1. Quartal 2026, während das verbleibende Personal mehr KI in den Arbeitsalltag einbauen soll.
Anthropic, das Claude entwickelt, hat inzwischen mehr als 1.000 Geschäftskunden, die jährlich über eine Million USD für die KI-Dienste des Unternehmens zahlen.
Bedeutung für die Branche
Dieser Wandel ist Teil eines größeren Trends in der Technologie- und Finanzbranche. Laut einer JetBrains-Umfrage vom April 2026 verwenden inzwischen 84% der professionellen Entwickler täglich KI-Programmierungswerkzeuge.
Kryptowährungsbörsen scheinen jedoch schneller zu sein als andere Branchen, da bei ihnen KI-Kenntnisse direkt mit Leistungsbewertungen und Karriereaussichten verbunden werden.
Zhou stellte bei der Paris Blockchain Week Anfang dieses Monats KI nicht als Feature für Kunden, sondern als essenzielle Infrastruktur für Finanzplattformen dar.
Er zeichnete das Bild einer Zukunft, in der Finanzdienstleistungen intelligenter, zugänglicher und letztlich unsichtbar werden.
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Ob der Token-Verbrauch letztlich eine sinnvolle Produktivitätskennzahl ist oder nur die Masse belohnt, bleibt offen.
Kritiker argumentieren, dass dieses Vorgehen Quantität vor Qualität stellt, während Befürworter auf messbare Verkürzungen bei Entwicklungszeiten und Markteinführungen verweisen.
Diese drei Börsen setzen darauf, dass eine verpflichtende Einführung von KI bei Kryptobörsen zu schnelleren Produktzyklen und effizienteren Entwicklerteams führt.
Wie zügig die Konkurrenz nachzieht, könnte darüber entscheiden, ob sich dieser Ansatz als Branchenstandard oder als Sonderfall herausstellt.





