Papst Leo XIV wird am 25. Mai seine erste Enzyklika „Magnifica Humanitas” veröffentlichen. Christopher Olah, Mitgründer von Anthropic, wird gemeinsam mit dem Vatikan auftreten.
Das Dokument hat den Schwerpunkt, die Würde des Menschen zu schützen, während Künstliche Intelligenz (KI) Arbeit und Gesellschaft verändert. Es ist der bislang direkteste Austausch zwischen einem amtierenden Papst und einem führenden KI-Labor.
Ein unterzeichneter Brief und eine neue Kommission
Papst Leo XIV unterzeichnete die Enzyklika am 15. Mai. Das Datum ist der 135. Jahrestag der Enzyklika Rerum Novarum von Papst Leo XIII aus dem Jahr 1891, die sich mit Kapital und Arbeit befasst. „Magnifica Humanitas” bedeutet „großartige Menschlichkeit”.
Der Papst hat wiederholt auf diese Verbindung hingewiesen und bezeichnet KI als den prägendenden industriellen Wandel seines Pontifikats. Der vollständige Untertitel lautet: „Über den Schutz der Menschenwürde im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz”.
Am 16. Mai genehmigte das katholische Oberhaupt eine neue Vatikan-Kommission für KI-Ethik, die Vertreter aus sieben Dikasterien einbezieht. Kardinal Michael Czerny sagte, dieses Gremium wolle sich mit KI-Herausforderungen im Vatikan und in der gesamten Kirche befassen.
Anthropic-Mitgründer Olah ist beim Vatikan dabei
Christopher Olah, der Anthropic mitgegründet hat und die Forschung zur Interpretierbarkeit leitet, wird als Laienreferent sprechen. Sein Team erforscht, wie große Sprachmodelle wie Claude intern zu ihren Entscheidungen gelangen.
Papst Leo XIV wird die Versammlung ansprechen und einen abschließenden Segen erteilen, was beim Start einer Enzyklika einen Bruch mit der vatikanischen Tradition darstellt.
Der Papst, mit bürgerlichem Namen Robert Francis Prevost, ist der erste US-Amerikaner in diesem Amt. Bereits in früheren Reden in Rom hat er KI als zentrales Thema seiner Amtszeit hervorgehoben.
Durch diese Präsentation steht ein führender KI-Sicherheitsforscher im Mittelpunkt einer der meistbeachteten ethischen Debatten dieses Jahres. Für Anthropic verbindet sich dadurch Olahs Arbeit mit einer globalen Diskussion über KI-Regulierung, an der nun auch die katholische Kirche teilnimmt.
Die Veranstaltung wirft zudem neue Fragen zur öffentlichen Abhängigkeit von KI-Werkzeugen wie Claude auf.









