Ray Dalio sagt, dass die Schuldenentwicklung in Japan sich bald in den USA wiederholt und japanische Anleihehalter beim ersten Mal den Großteil ihres Geldes verloren. Er empfiehlt Investoren, Staatsanleihen zu meiden und stattdessen in Gold und Bitcoin zu investieren.
Der Gründer von Bridgewater Associates brachte diese Argumentation am Freitag vor. Seiner Meinung nach steht eine US-Schuldenkrise in etwa drei Jahren bevor, plus oder minus zwei Jahre, sofern Washington keinen Kurswechsel vornimmt.
Ray Dalio: Japanische Schuldenverluste sind die eigentliche Warnung
Viele Berichte stellten vor allem seinen Drei-Jahres-Zeitraum in den Vordergrund. Die klareren Hinweise lassen sich jedoch in Japan erkennen, wo dieser Prozess bereits komplett abgelaufen ist.
Blicken wir auf das Jahr 2013. Im März dieses Jahres besaß die Bank of Japan 11,6% aller japanischen Staatsanleihen. Bis März 2023 stieg ihr Anteil auf 53,3%.
Die Zentralbank druckte Geld und kaufte diese Anleihen, weil private Anleger nicht mehr einsteigen wollten. Genau davor warnt Dalio aktuell.
Letztlich mussten die Anleihehalter die Kosten dafür tragen. Nach Dalios Berechnung verloren japanische Staatsanleihen ab 2013 rund 51% gegenüber US-Dollar-Anleihen. Gegen Gold betrug der Verlust 76%.
Gleichzeitig steigt der Verlust weiter an. Die vier größten japanischen Lebensversicherer halten derzeit einen Buchverlust von etwa 96 Milliarden USD auf Staatsanleihen.
Amerikas Schuldenlast ist doppelt so hoch wie das Einkommen
Dalio betrachtet die US-Regierung wie ein Unternehmen. So lässt sich die Rechnung einfach nachvollziehen.
Washington nimmt in diesem Jahr etwa 5,5 Billionen USD ein. Es muss rund 1 Billion USD an Zinsen zahlen. Zusätzlich müssen weitere 10 Billionen USD an fälligen Schulden refinanziert werden.
Zusammen ergeben diese Zahlungen etwa 11 Billionen USD. Das entspricht dem Doppelten der Staatseinnahmen.
Unabhängige Zahlen bestätigen diese Belastung. Das Congressional Budget Office (CBO), die unparteiische Stelle für die Bewertung der Staatsausgaben, rechnet für dieses Jahr mit einem Defizit von 1,9 Billionen USD.
Das entspricht 5,8% des Bruttoinlandsprodukts (BIP). CBO schätzt zudem die Nettozinsen auf 1,039 Billionen USD. Die öffentlich gehaltenen Staatsschulden liegen bei 101% des BIP und steigen bis 2036 auf 120%.
„Ich bin überzeugt, dass die finanzielle Lage der Regierung nun an einem Wendepunkt steht. Wenn dieses Problem nicht zeitnah angegangen wird, steigen die Schulden auf ein Niveau, das ohne erheblichen Schaden nicht mehr zu bewältigen ist”, schrieb Ray Dalio, Gründer von Bridgewater Associates, in einem LinkedIn-Beitrag.
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Dalios Lösung sieht ein Defizit von 3% des BIP vor. Er verweist auf ein erfolgreiches Beispiel aus den USA.
Im Jahr 1991 betrug das Haushaltsdefizit 4,6% der Wirtschaftsleistung. Bis 1998 entstand daraus ein Überschuss. In der Vergangenheit waren für solch eine Entwicklung jedoch Ausgabengrenzen, Steuererhöhungen und sinkende Zinsen gemeinsam nötig.
Gold und Bitcoin profitieren vom Leid des Anleihemarktes
Die Märkte tendierten in dieser Woche in Dalios Richtung. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe lag am Donnerstag bei 5,23%, nachdem sie am 17. August 5,31% erreicht hatte.
Gleichzeitig überschritt die gesamte Staatsverschuldung der USA 40 Billionen USD. Finanzminister Scott Bessent reagierte darauf, indem er die Rückkäufe von langlaufenden Anleihen verdoppelte. Bei jeder dieser Aktionen werden mindestens 4 Milliarden USD zwischen dem 9. September und dem 4. November aufgekauft.
Dalio sieht diese Maßnahme daher als Symptom, nicht als Lösung.
Wertbeständige Vermögenswerte profitierten vom Abzug der Gelder aus Anleihen. Gold notierte am Freitag bei 4.604 USD pro Feinunze, dem höchsten Stand seit Mai. Das Edelmetall beendete die Woche mit rund 5% im Plus auf einem Dreimonatshoch. Bitcoin (BTC) notierte bei fast 77.502 USD, was einem Tagesplus von 6,4% entspricht. Die Marktkapitalisierung beträgt 1,55 Billionen USD.
„Ich erwarte, dass geldwerte Anlagen, die nicht von der Regierung ausgegeben werden, wie Gold und Bitcoin, sich relativ gut entwickeln.”
Ray Dalio schrieb diesen Satz im gleichen Beitrag. Seine Anlagestrategie ist klar: Weniger Anleihen halten, 10 bis 15% des eigenen Portfolios in Gold investieren, dazu eine kleine Bitcoin-Position aufbauen.
Ein Warnhinweis steckt jedoch in dieser Strategie. Langfristige Studien über die beste Währung zum Sparen zeigen, dass Gold und Bitcoin jeweils unterschiedliche Zwecke erfüllen und nicht das Gleiche leisten.
Der nächste wichtige Termin ist der 9. September, wenn die größeren Rückkäufe starten.









