Unternehmen, die mit Binance verbunden sind, verklagen die drei Mitgründer von RedotPay auf 472,8 Millionen USD. Sie behaupten, Nutzer hätten RedotPay-Karten mit Geld von Binance-Konten aufgeladen, obwohl beide Unternehmen vereinbart hatten, dies zu trennen.
RedotPay hat im Jahr 2024 genau diese Auflade-Funktion als Vorteil bei Investoren vorgestellt. Binance sagt, das sei niemals erlaubt gewesen.
Die Aufladungen, die RedotPay seinen Investoren zeigte
Bloomberg hat die Pitch-Unterlagen von RedotPay für die Series-A-Runde im Jahr 2024 geprüft. Darin wurde die Zusammenarbeit mit Binance als Weg genannt, um die Nutzerzahlen schneller zu erhöhen. Die Präsentation zeigte, dass direkte Einzahlungen von Binance Pay auf die RedotPay-Karte möglich seien. Laut einer Eingabe nennt Binance diese Praxis nun verboten.
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Die öffentliche Series-A-Ankündigung von RedotPay zeichnet ein anderes Bild. Binance wird darin kein einziges Mal erwähnt. Die Präsentation an Investoren war privat, die Pressemitteilung war öffentlich.
Auch der Zeitpunkt ist wichtig. Das erste Abkommen von RedotPay mit Binance startete im November 2023. Es scheiterte innerhalb von sechs Monaten am gleichen Auflade-Thema. Sowohl das Ende der Kooperation als auch die Präsentation fanden im Jahr 2024 statt.
RedotPay verdoppelte die Nutzerzahl, während der Kanal offen blieb
RedotPay unterschrieb im März 2025 ein neues Abkommen mit Binance. In diesem wurde festgelegt, dass Gelder von Binance getrennt bleiben. Im selben Monat gab RedotPay eine Finanzierungsrunde über 40 Millionen USD unter Leitung von Lightspeed bekannt. Das Unternehmen berichtete von mehr als 3 Millionen registrierten Nutzern.
Neun Monate später sammelte RedotPay mit Goodwater Capital als Hauptinvestor weitere 107 Millionen USD ein. Zu diesem Zeitpunkt zählte RedotPay über 6 Millionen Nutzer. Die Nutzerbasis hatte sich verdoppelt, während der Binance-Kanal offen blieb.
Binance sagt, dass mehr als 470.000 dieser Nutzer von der Binance Card kamen. Das entspricht ungefähr jedem sechsten neuen Nutzer in diesem Zeitraum. Die Klageschrift nennt nicht, über welchen Zeitraum diese Nutzer wechselten. Binance schätzt den lebenslangen Wert jedes einzelnen Nutzers auf 925 USD.
Was die Banken überprüfen müssen
Binance beendete den Kanal am 3. April 2026. Das Unternehmen schätzt die Geldflüsse über diesen Kanal auf etwa 304 Millionen USD. RedotPay strebt eine US-Börsennotierung mit einer Bewertung von über 4 Milliarden USD an. JPMorgan, Goldman Sachs und Jefferies sollen angeblich beteiligt sein.
Diese Banken haben nun eine Klageschrift vorliegen, die auf Kontrollversagen hinweist. RedotPay kündigte im Juli ein SOC-2-Type-II-Audit an. Da der Prüfungsumfang nicht öffentlich ist, kann der Bericht darüber keine Klarheit verschaffen.
Ein weiterer Punkt ist wichtig. Die neuesten Nutzer- und Umsatzdaten von RedotPay stammen vom Unternehmen selbst, nicht aus einer offiziellen Einreichung. Paymentscan, auf den RedotPay als unabhängigen Tracker verweist, bezieht seine Ausgabedaten direkt von RedotPay.
Paymentscan prüft nur On-Chain-Aufladungen. Im Streit geht es vor allem darum, wem die Kundenbeziehungen bei Zahlungen gehören.
„Dieses Verfahren hat keinerlei Auswirkungen auf unser Tagesgeschäft, weder jetzt noch künftig. Wir sind von unserer rechtlichen Position überzeugt und verteidigen uns mit aller Kraft gegen die Vorwürfe”, erklärte RedotPay in einer Stellungnahme.
Diese Antwort bezieht sich auf das Verfahren, nicht jedoch auf die Gründer. Gao Zhangpeng, Chan Wa Choi und Yao Chao werden in Hongkong persönlich genannt. Ein separates Verfahren in Singapur betrifft RedotPay-Partnerunternehmen, eine Anhörung findet am Freitag statt.
Das Gericht braucht Monate für eine Entscheidung. Die Banken müssen eine viel einfachere Frage klären: Wie viel vom Wachstum ging auf Binance zurück?









