Roger Ver behauptet, Mining-Steuer nie unterstützt zu haben

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Roger Ver, der ehemalige CEO von Bitcoin.com und Mitbegründer von Bitcoin Cash (BCH) behauptete in einem Video, die geplante Mining-Steuer von BCH niemals offiziell unterstützt zu haben. Die Steuer war ein Vorschlag mehrerer größerer Mining-Pools, darunter auch Bitcoin.com.



Roger Ver: “Ich habe das nicht unterschrieben.”

Der Vorschlag für die Mining-Steuer wurde in einem Blogartikel des Mining-Pools BTC.Top vorgestellt. Neben BTC.Top tauchten dabei die Namen der Vertreter von vier weiteren Mining-Pools auf, darunter Bitcoin.com und dessen damaliger CEO Roger Ver. Gemeinsam halten diese die absolute Mehrheit der Rechenleistung der BCH-Blockchain. Die Mining-Pools kündigten an, alle Blöcke, welche ihre Steuer nicht abführen, als ungültig ablehnen zu wollen.

Der Vorschlag sah vor, eine Steuer von 12,5% auf alle Miningerträge zu erheben und zur Verbesserung der Infrastruktur an das Ökosystem von Bitcoin Cash abzuführen. Dies stieß auf heftigen Widerstand seitens einiger kleinerer Miner, die androhten, einen erneuten Hashkrieg zu starten, sollte das Vorhaben umgesetzt werden. Bitcoin.com zog seine Unterstützung für den Plan daraufhin zurück.



In einem Kürzlich aufgetauchten Video behauptet Roger Ver nun, den Plan niemals unterschrieben zu haben. Sowohl sein Name, als auch der von Bitcoin.com seien ohne dessen Zustimmung auf die Liste gesetzt worden. Weiterhin habe Bitcoin.com den Plan niemals abgesegnet.

Twitter-User bezichtigen Ver der Lüge

Da Roger Ver selbst offenbar ein starker Befürworter der Mining-Steuer war, erscheint seine Behauptung vielen als unglaubwürdig. In der Tat sprach sich Ver bei mehreren Gelegenheit für die Steuer aus.

Zwar ist es durchaus möglich, dass Bitcoin.com ohne explizite Zustimmung durch Ver, oder andere Vertreter des Mining-Pools in die Liste der Unterstützer aufgenommen wurde. Diese Frage rückt angesichts seiner prinzipiellen Zustimmung allerdings in den Hintergrund. Zumindest kann BTC.Top glaubhaft nachweisen, dass Ver das Vorhaben unterstützte, auch wenn er ihnen nicht die Genehmigung gab, den Plan unter seinem Namen mitzuzeichnen.

Zcash zeigt, dass Mining-Steuern funktionieren können

Dennoch sind Mining-Steuern für manche Kryptowährungen nichts neues, zum Beispiel für die Privacy-Coin Zcash. Deren Verteilungsplan sah vor, dass Miner während den ersten vier Jahren 20% ihrer Erträge an verschiedene Begünstigte abführen, unter Anderem an die Entwicklergesellschaft Electric Coin Company und die Zcash Foundation.

In einer demokratischen Abstimmung, welche von der Electric Coin Company als “historischer Prozess” bezeichnet wurde, verlängerte kürzlich die Community von Zcash die Fortführung der Mining-Steuer um weitere vier Jahre.

Zwei Faktoren trugen dazu bei, dass die Mining-Steuer bei Zcash auf weitaus weniger Widerstand seitens der Miner stieß: Einerseits sorgt die demokratische Abstimmung dafür, dass die Erträge im Sinne der Community verwendet werden. Andererseits erhebt Zcash die Steuer seit seinem bestehen. Damit kommt die Steuer nicht unvorbereitet und Miner können diese bei ihrer finanziellen Planung berücksichtigen.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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