Das russische Finanzministerium hat neue Regeln genehmigt, die vorschreiben, dass Netzwerk-IP-Adressen in offiziellen Registern für Krypto-Mining erfasst werden müssen. Damit verschärft die Regierung ihre technische Kontrolle über gesetzliche Mining-Aktivitäten.
Eine regierungsamtliche Entscheidung, die diese Änderung bestätigt, folgt auf eine Mitteilung des Finanzministeriums. Das System der Register, das von der russischen Steuerbehörde (FTS) verwaltet wird, ist bereits für alle Unternehmen verpflichtend, die legal als Miner oder Betreiber von Mining-Infrastrukturen in Russland tätig sind.
IP-Daten erweitern die technischen Offenlegungspflichten
Die Steuerbehörde führt getrennte Register für Miner und Betreiber von Mining-Infrastruktur. Der Zugang zu den Daten ist auf einen kleinen Kreis von Institutionen beschränkt. Dazu gehören staatliche Stellen, Gerichte, die Zentralbank Russlands und Betreiber von Stromnetzen. Das System gibt keine Daten öffentlich bekannt.
Die Aufnahme der IP-Adressen erweitert den technischen Umfang der zu meldenden Informationen. Bisher wurden in den Registern hauptsächlich geschäftliche Identifikationsdaten erfasst. Die neue Regelung gibt den Behörden einen eindeutigen Netzwerkbezug zu jeder Mining-Aktivität. Dadurch können gemeldete Aktivitäten besser mit dem tatsächlichen Verhalten im Internet abgeglichen werden.
Russland hat seit der Legalisierung durch das Gesetz für digitale Vermögenswerte im Jahr 2024 Schwierigkeiten, informelle Miner zur Einhaltung der Vorgaben zu bewegen. Dennoch schätzen Experten die Steuerausfälle durch informelles Mining auf 122 Millionen USD. Das zeigt, dass viele Betreiber weiterhin außerhalb des offiziellen Registers arbeiten.
Verstöße führen in Russland zum Ausschluss aus dem Register
Wer falsche Angaben macht, Wettbewerbsregeln verletzt oder gegen andere Vorschriften verstößt, wird sofort aus dem Register entfernt. Der Verlust des Registerstatus entzieht einem Miner oder Betreiber von Mining-Infrastruktur das Recht, legal zu arbeiten. Das russische Gesetz verbietet Mining-Aktivitäten ohne Registrierung generell.
Das Finanzministerium erklärt, dass der aktualisierte Rahmen die Überwachung finanzieller Risiken, die Einhaltung der Vorschriften und den Energieverbrauch im Zusammenhang mit Mining-Betrieben verbessert. Betreiber von Stromnetzen erhalten die Registerdaten, weil der Energieverbrauch durch Mining die Stromnetze der Regionen spürbar belastet.
Zudem hat Russland bereits regionale Verbote für Krypto-Mining in zehn energieknappen Regionen verhängt. Änderungen des Finanzministeriums haben den Raum für informelle Mining-Aktivitäten seit Inkrafttreten des Gesetzes schrittweise weiter eingeschränkt.
Registerdaten bleiben der Öffentlichkeit verschlossen
Das System begrenzt die Architektur der Register bewusst. Nur staatliche Stellen mit einer genehmigten Anforderung dürfen auf die Daten zugreifen. Die Kontrolle über die Mining-Aktivitäten erfolgt damit ausschließlich über offizielle Kanäle.
Wie wirksam die Steuerbehörde die neuen Vorschriften zu IP-Adressen bei der großen Zahl noch nicht registrierter Betreiber durchsetzt, wird ein wichtiger Test für Russlands Fähigkeit, den Krypto-Mining-Sektor vollständig unter staatliche Kontrolle zu bringen.









