Ein US-Bundesrichter hat Braden John Karony, den früheren SafeMoon CEO, zu acht Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt. Karony wurde wegen Betrugs im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des früher stark beworbenen Solana-Tokens schuldig gesprochen.
US-Bezirksrichter Eric Komitee verkündete das Urteil, nachdem er emotionale Aussagen der Opfer und deutliche Argumente der Staatsanwaltschaft gehört hatte. Die Staatsanwälte warfen Karony vor, das Vertrauen der Anleger ausgenutzt und heimlich Gelder abgezweigt zu haben.
SponsoredDas Gericht setzte zudem eine weitere Anhörung über Schadensersatz und finanzielle Strafen für den 23. April an.
„Das war ein riesiger Betrug“: Richter weist Verteidigung zurück
Während der Urteilsverkündung wies Richter Komitee die Argumente der Verteidigung zurück. Sie hatten argumentiert, dass Karonys Alter und sein Hintergrund seine Strafe mildern sollten.
„Das war ein riesiger Betrug“, sagte der Richter und ergänzte, Karony und seine Mitverschwörer „haben sich große Mühe gegeben, das Vertrauen“ der Anleger zu gewinnen, indem sie immer wieder beteuerten, ein Rug Pull sei unmöglich.
Opfer berichteten, dass sie ihre Ersparnisse verloren, persönliche Dinge verkaufen mussten oder den Kauf eines Hauses sowie Bildungspläne verschoben.
Mehrere sagten, sie hätten investiert, weil Karony in der Öffentlichkeit präsent war und vertrauenswürdig wirkte – im Gegensatz zum anonymen Bitcoin-Erfinder.
SponsoredDie Staatsanwaltschaft forderte zwölf Jahre Haft. Sie betonte, Karony zeige keine Reue und habe die Folgen seiner Lügen gegenüber Anlegern gekannt.
Der Richter verhängte schließlich eine etwas kürzere, aber trotzdem deutliche Strafe von acht Jahren und vier Monaten.
So brach SafeMoon zusammen
SafeMoon startete im Jahr 2021 mit Versprechen auf langfristige Belohnungen und einen „gesperrten“ Liquiditätspool, auf den laut Angaben des Teams niemand zugreifen könne.
Später behaupteten US-Staatsanwälte jedoch, diese Versprechen seien falsch gewesen.
Nach Angaben im Gerichtsverfahren behielten Insider die Kontrolle über die Liquidität und zweigten Millionenbeträge ab. Öffentlich beteuerten sie jedoch weiterhin die Sicherheit der Einlagen.
Die Behörden erklärten, Karony habe persönlich von den abgezweigten Geldern profitiert und weiterhin den Altcoin beworben. Zudem bestritt er fortlaufend jegliches Risiko eines Rug Pulls.
Die Staatsanwaltschaft stellte das Vorgehen als bewusste Täuschung dar und nicht als Missmanagement oder gescheiterten Markt. Eine Jury stimmte zu und sprach Karony Anfang dieses Jahres in mehreren Punkten des Betrugs schuldig.
Mit dem heutigen Urteil reiht sich der SafeMoon-Fall in eine wachsende Liste von Krypto-Gerichtsprozessen ein. Gerichte werten hier gebrochenes Vertrauen und Missbrauch von Liquidität als Diebstahl – und nicht als gescheitertes Experiment.