Michael Saylor hat sich am 26. Juni zum ersten Mal seit längerer Zeit öffentlich geäußert. In einem Beitrag auf X hat er die Ausrichtung von Strategy auf den Bitcoin bekräftigt. Das Unternehmen sieht sich derzeit einer Wertpapieruntersuchung und wachsendem Druck auf seine Kapitalstruktur gegenüber.
Die Rosen Law Firm hat die Untersuchung eingeleitet. Dabei wird geprüft, ob die Führungskräfte von Strategy bei fünf miteinander verbundenen Wertpapieren erheblich irreführende Aussagen gemacht haben. Bisher hat das Unternehmen keine offizielle Stellungnahme veröffentlicht.
Saylor: Noch stärkere Ausrichtung auf Bitcoin
Auf X hat Saylor die Untersuchung nicht direkt kommentiert. Stattdessen beschreibt er die Volatilität als strukturellen Test. Er betont weiterhin das Ziel, Kreditqualität und langfristige Wertschöpfung zu sichern.
Bemerkenswert an Saylors Stellungnahme ist vor allem, was nicht gesagt wird. Weder das wachsende Interesse an einer Sammelklage noch die deutlichen Kursverluste der bevorzugten Wertpapiere von Strategy werden erwähnt. Saylor hebt stattdessen die Disziplin beim Kapital hervor, was sowohl für Aktionäre als auch für Gläubiger ein wichtiges Signal ist.
Strategy hält 847.363 Bitcoin (BTC), das sind mehr als 4% aller Bitcoin, die es jemals geben wird. Der Durchschnittspreis für den Erwerb liegt bei etwa 75.500 USD pro Coin und damit deutlich über dem aktuellen Kurs. Diese Differenz hat den Aufschlag reduziert, den Investoren für den gehebelten Bitcoin-Zugang über die MSTR-Aktie gezahlt haben. Zudem ist die Aufmerksamkeit darauf gestiegen, wie das Unternehmen weitere Zukäufe finanziert.
Ein Großteil dieser Position wurde über verschiedene Klassen öffentlich handelbarer Vorzugspapiere aufgebaut. Diese Instrumente stehen nun unter Druck, da der Bitcoin-Kurs schwächer wird und die Zuversicht der Investoren in das Dividendenmodell nachlässt.
Marktdruck stellt diese Überzeugung auf die Probe
Einen Tag bevor Saylor seinen Beitrag veröffentlichte, hat Kritiker Peter Schiff seine Kritik an der nachlassenden Marktentwicklung von Strategy verstärkt.
Er argumentiert, die MSTR-Aktie sei 84% vom Allzeithoch gefallen. Zudem weist Schiff darauf hin, dass STRC um 25% unter den Nennwert gesunken ist und jetzt eine implizite Rendite von 15,3% bringt. Saylors Beitrag war eine indirekte Antwort auf diese Angriffe, ohne sie direkt anzusprechen.
Die Fragen rund um die langfristige Tragfähigkeit von STRC werden drängender. Die Dividendenstruktur der Vorzugspapiere kostet schätzungsweise 1,2 Milliarden USD pro Jahr. Am 22. Juni hat Strategy eine Barreserve von 1,4 Milliarden USD gemeldet, das reicht bei den aktuellen Auszahlungen etwa für ein Jahr.
Ob Saylors erneute Bestätigung das Vertrauen der Investoren stärken kann oder ob die Untersuchung zu einer formellen Beschwerde wird, dürfte den kurzfristigen Kurs von Strategy entscheidend bestimmen.









