Peter Schiff warnt, dass die Bitcoin-basierte Ertragsstrategie von Strategy in eine Abwärtsspirale geraten könnte. Er meint, dass die zunehmende Ausgabe von STRC-Vorzugsaktien durch das Unternehmen jetzt sowohl MSTR-Aktien als auch Bitcoin bedroht.
Der Ökonom und langjährige Bitcoin-Kritiker sagt, die variable Dividende von 11,5% könne nur ausbezahlt werden, wenn Strategy Bitcoin verkauft oder immer wieder neue STRC-Käufer findet. Dieses Modell hält er für instabil.
Einblick in Schiffs MicroStrategy-These
In aktuellen Beiträgen auf X schreibt Schiff, dass die Lücke zwischen Strategies Bitcoin-Bestand und den steigenden Cash-Verpflichtungen das Risiko ausmacht. Strategy, früher MicroStrategy, besitzt inzwischen 815.061 BTC nach einem Kauf für 2,54 Milliarden USD am 20. April, der überwiegend durch Aktienemissionen finanziert wurde.
Bitcoin wirft keinen nativ auf der Blockchain erzeugten Cashflow ab, während STRC jeden Monat eine variable Dividende von 11,5% pro Jahr an Halter zahlt. Schiff meint, dass diese Rechnung das Unternehmen irgendwann zu einer eindeutigen Entscheidung zwingt.
Entweder verkauft Strategy BTC, um die Ausschüttungen zu finanzieren, oder es gibt weiterhin neue STRC aus, um immer weniger Käufer mit Ertragsinteresse zu finden.
Warum Strategy STRC immer wieder ausgeben muss
Seit dem Start im Juli 2025 mit einer Dividende von 9% wurden durch STRC etwa 50.792 BTC finanziert. Sieben aufeinanderfolgende monatliche Erhöhungen führten zum aktuellen Satz von 11,5%. Schiff sagt, dieser Anstieg belegt, dass das Modell auf Kapitalbeschaffung angewiesen ist und nicht auf wiederkehrende Erträge aus dem laufenden Geschäft.
Allein 2026 hat Strategy bereits 64.948 BTC gekauft, noch vor dem jüngsten Kauf. Das liegt deutlich über dem bisherigen Durchschnittskauf. Dieses schnelle Wachstum ist davon abhängig, dass die Kapitalmärkte offen bleiben und STRC bei den aktuellen Erträgen gefragt bleibt.
Jede neue STRC-Emission erhöht die laufende Cash-Belastung weiter. Strategy muss daher einen immer größeren Anteil der Auszahlungen aus externen Quellen abdecken. Weitere Analysten weisen auf ähnliche Risiken hin, was die Entwicklung des Wertpapiers bei angespannten Kreditmärkten oder steigenden Zinsen betrifft.
Was die Ertragsdynamik beenden könnte
Kühlt die STRC-Nachfrage ab, erwartet Schiff, dass Strategy gezwungen wäre, Bitcoin zu verkaufen. Dies würde den Bitcoin-Kurs und den Nettovermögenswert von Strategy unter Druck setzen. Zudem gibt er an, dass unbefristete Vorzugsdividenden keinen festen rechtlichen Mindestwert haben, das Unternehmen könnte also die Zahlungen aussetzen, ohne sofort eine formelle Insolvenz auszulösen.
Einige Kommentatoren beurteilen das daraus entstehende Risiko sogar als systemisch für den globalen Krypto-Markt.
Saylor hat diese Darstellungen wiederholt zurückgewiesen. Er verweist auf die langfristige Outperformance von MSTR und das im März angekündigte at-the-market-Programm über 42 Milliarden USD.
Saylor hat Schiff zudem öffentlich aufgefordert, die STRC-Struktur unter seinen Bedingungen zu diskutieren. Ob Investoren STRC weiter zu den aktuellen Erträgen aufnehmen und auf welchem Dividendeniveau, wird zu großen Teilen darüber entscheiden, welche Sichtweise sich in den kommenden Monaten durchsetzt.





