Sind Krypto-Zahlungen in Russland bald legal?

6. September 2022, 15:59 GMT+0100
IN KÜRZE
  • Russland plant grenzüberschreitende Krypto-Zahlungen zu legalisieren.
  • Der russische Bankensektor ist weitgehend vom SWIFT abgekoppelt.

  • Skeptikern zufolge versuche Russland, mithilfe von Krypto die Sanktionen zu unterlaufen.
  • promo

Weltweit verhängen Staaten im Zusammenhang mit der Ukrainekrise Sanktionen gegen Russland. Um diese zu umgehen, plant das Land in absehbarer Zeit grenzüberschreitende Krypto-Zahlungen zu legalisieren.

Das russische Finanzministerium und die russische Zentralbank erklärten, dass sie ihr aktuelles Vorgehen überdenken und die Verwendung digitaler Wallets für grenzüberschreitende Krypto-Zahlungen befürworten könnten. Dieser Schritt wird als Untergrabung der weltweiten Sanktionen angesehen, denn er schafft eine Alternative zum russischen Rubel.


“Es ist unmöglich, auf grenzüberschreitende Krypto-Zahlungen zu verzichten”, behauptete der stellvertretende Finanzminister Alexei Moiseev in einem Interview mit dem Fernsehsender Russia-24.

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Russland und digitale Wallets

Der neue Ansatz der russischen Zentralbank zur Legalisierung grenzüberschreitender Zahlungen ermöglicht Russland ein zusätzliches Tauschmittel. Auch durch die Sanktionen verursachte humanitäre Kosten könnten dadurch minimiert werden. Schließlich betreffen die Sanktionen 80 % der russischen Bankanlagen, darunter auch zwei der größten Banken des Landes. Skeptikern zufolge ziele dieser Schritt darauf ab, Bitcoin zu minen und mithilfe eines staatlichen Wallets die Sanktionen zu umgehen.


“Zurzeit eröffnen die Bewohner Russlands Krypto-Wallets außerhalb der Russischen Föderation. Jedoch sollte solch ein Service unbedingt von russischen Unternehmen unter Aufsicht der Zentralbank angeboten werden. Diese Unternehmen wären dazu verpflichtet, die Anforderungen der Anti-Geldwäsche-Gesetzgebung zu erfüllen und, viel wichtiger, ihre Kunden zu identifizieren”, erklärte der stellvertretende Minister.

Russlands Krypto-Handelsvolumen

Nach Angaben des Finanzministeriums möchte Russland auch in Zukunft einen lockeren Umgang mit Kryptowährungen pflegen. Die geplante Infrastruktur für Kryptowährungen sei noch zu starr und nicht für die Umsetzung bereit.


“Auf der einen Seite möchten wir den Menschen die Möglichkeit bieten, Krypto zu nutzen. Auf der anderen Seite möchten wir Geldwäsche und die Abwicklung anderweitig illegaler Machenschaften vermeiden. (…) Ein entsprechender regulatorischer Rahmen wird noch eingeführt”, fügte er hinzu.


Über die vergangenen Jahre haben Krypto-Grenzzahlungen für andere sanktionierte Länder funktioniert. Die USA und ihre Verbündeten haben die Vermögenswerte der russischen Zentralbank eingefroren und einige Banken vom SWIFT-Netz ausgeschlossen. Letzteres ist ein Kommunikationsnetz für reibungslose grenzüberschreitende Transaktionen. Dennoch ist das russische Krypto-Handelsvolumen zwischen Rubel, Bitcoin und Tether sprunghaft in die Höhe geschnellt.

Täglich erreicht es einen Wert von mehreren Millionen US-Dollar. In der zweiten Hälfte des Jahres 2021 betrugen die Importe Russlands nach Angaben der russischen Zentralbank im Durchschnitt über 900 Millionen US-Dollar pro Tag.

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