Die Aktie von SK Hynix fiel am 16. Juli in Seoul um 10,95%. Damit wurde die Rallye aus der vorherigen Sitzung wieder aufgehoben. Auch ein breiter Ausverkauf bei asiatischen Chipwerten sorgte dafür, dass der KOSPI in seine 37. Sidecar-Maßnahme des Jahres 2026 geriet.
Samsung Electronics sank in derselben Sitzung um 7,33%. Der KOSPI startete bei 6.960,50 Punkten, dies entspricht einem Minus von 4,45%. Die Verluste weiteten sich am Morgen bis auf ein Tief von 6.753 Punkten aus.
SK Hynix führt den Ausverkauf bei asiatischen Chipherstellern an
SK Hynix fiel bis auf ein Tief von 1,823 Millionen Won. Damit wurden die meisten Gewinne einer 8%-Rallye vom Vortag wieder abgegeben. Bereits am Montag hatte die Aktie den größten Tagesverlust des Jahres verbucht, weil Investoren aus Sorge um KI-Ausgaben Gewinne realisierten.
Auch andere südkoreanische Chipunternehmen gerieten unter Druck. Seoul Semiconductor verlor mehr als 5%, Samsung SDI sank um über 2%, und LG Innotek fiel etwa 1%.
Die Schwäche zeigte sich zudem auch in Japan. Advantest büßte mehr als 6% ein, SoftBank Group verlor fast 7%, Tokyo Electron gab über 5% nach, und Renesas Electronics fiel um 4%.
Die Region folgte dabei einem Rückgang an der Wall Street in der Nacht zuvor. Micron Technology fiel um 7,94%, Marvell Technology verlor 7,27% und Intel gab 4,43% ab. AMD sowie Lam Research verloren jeweils etwa 3%.
KOSPI: Bereits 37. Sidecar-Maßnahme im Jahr 2026
Die Korea Exchange löste um 9:10 Uhr einen Sidecar auf der Verkaufsseite aus. Es war der 19. Sidecar dieser Art im laufenden Jahr. Die Futures auf den KOSPI 200 waren zuvor bereits um 5,22% auf 1.104,40 Punkte gefallen.
Ein Verkaufs-Sidecar unterbricht das Auslösen von klassischen Verkaufsprogrammen für fünf Minuten. Die Maßnahme tritt in Kraft, wenn die Futures mindestens eine Minute lang um 5% oder mehr sinken.
Bis 9:21 Uhr fiel der KOSPI-Spotkurs auf 6.886,48 Punkte, ein Rückgang um 5,46%. Sidecars, sowohl für Kauf als auch Verkauf, wurden in diesem Jahr bereits 37 Mal ausgelöst. Dazu zählt auch ein weiterer Handelsstopp Anfang Juli.
Die Umkehr kam schnell. Am Tag zuvor waren noch auf der Kaufseite Sidecars für KOSPI und KOSDAQ aktiviert worden. Ausländische Investoren kauften netto KOSPI-Aktien für 2,33 Billionen Won, was den Index kurzzeitig wieder über die Marke von 7.000 hob.
Analysten sehen überfüllten Markt
Der Ausverkauf erfolgte trotz guter Ergebnisse von ASML. Der Chipmaschinenhersteller aus den Niederlanden hat die Prognose für den Umsatz im Gesamtjahr zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben und rechnet nun mit Erlösen zwischen 43 Milliarden und 45 Milliarden Euro.
Louis Kondratev, Trader bei XFUNDs, sagte CNBC, der Rückgang zeige, wie voll der auf KI orientierte Halbleitermarkt inzwischen sei.
„Halbleiter machen mittlerweile etwa 20% des S&P 500 aus, was extrem schwer aufrechtzuerhalten ist.”
— Louis Kondratev, Trader bei XFUNDs, CNBC
Er ergänzte, dass die Bewertungen selbst bei weiter starken Gewinnen auf dem aktuellen Niveau schwer haltbar seien.
„Das Gewinnmomentum ist sehr stark, konzentriert sich allerdings fast nur auf Halbleiter, und dieses Momentum kann nachlassen, sobald sich die Bewertungen anpassen.”
— Louis Kondratev, Trader bei XFUNDs, CNBC
Auch die Aufsichtsbehörden beobachten die Volatilität. Behörden in Südkorea trafen sich am Donnerstag, um gehebelte ETF-Produkte auf einzelne Aktien zu besprechen und ihren wachsenden Einfluss auf den Markt zu prüfen.
Ob es sich um eine kurzfristige Gegenbewegung oder eine tiefere Korrektur handelt, dürfte unter anderem von den kommenden Geschäftszahlen abhängen.









