Der SpaceX-Börsengang war der größte in der Geschichte des Marktes, und die Aktie stieg von Anfang an stark an. Allerdings war der Streubesitz (verfügbare Aktien) sehr klein, weshalb die meisten Investoren keinen Anteil erhielten. Da die Aktie für viele unerreichbar war, investieren Anleger nun verstärkt in andere Raumfahrtaktien, die sie beobachten sollten.
Diese Umschichtung ist jedoch selektiv und betrifft nur wenige Werte. Statt SpaceX hinterherzulaufen, stechen aktuell drei andere Unternehmen hervor.
Das Geld bleibt im Raumfahrt-Sektor, es verlässt ihn nicht
Der Börsengang erreichte mehr als nur die Schaffung einer riesigen Aktie. Er brachte frisches Kapital und Aufmerksamkeit in den gesamten Raumfahrtsektor. Dieses Geld verschiebt sich nun, aber nicht alle Unternehmen profitieren davon.
Einige Unternehmen ziehen Geld an, während die Mehrheit der Branche Kapital verliert.
Das deutet eher auf eine gezielte Bewegung innerhalb des Sektors hin und weniger auf einen allgemein starken Gesamtmarkt. Die Aktien im Raumfahrt-Sektor entwickeln sich oft gemeinsam und weisen eine durchschnittliche Korrelation von 0,50 auf. Diese liegt damit knapp über ihrer 0,49 Verbindung zum Nasdaq 100. Daher ist die Umschichtung teilweise unabhängig und kein allgemeiner Risikoaufschwung.
Hinweis: Es gibt keinen echten Raumfahrt-Index. Diese Analyse basiert auf einem synthetischen Korb der wichtigsten Raumfahrt-Unternehmen und dient als Referenz.
Das Umfeld bleibt allerdings schwach. Nur etwa ein Drittel dieser Aktien notiert über dem 50-Tage-Durchschnitt, was allgemein auf Vorsicht hindeutet. Das Geld fließt daher gezielt nur in wenige Top-Unternehmen. Drei davon stechen besonders hervor.
Spire Global (NYSE: SPIR)
Spire ist aktuell der günstigste Weg, von der Umschichtung zu profitieren, und ein neuer Auslöser sorgt für zusätzliches Kapital. Diese Raumfahrt-Aktie ist im Jahr 2026 bereits um 143% gestiegen, was vor allem auf einen neuen Schwerpunkt im europäischen Verteidigungsbereich zurückgeht.
Auf der ILA Berlin Airshow im Juni schloss Spire eine Vereinbarung mit Diehl Defence aus Deutschland ab. Die Zusammenarbeit zielt auf satellitengestützte Frühwarnsysteme für ballistische und Überschallraketen ab. Zudem hat Spire eine Produktionsstätte in München eröffnet, in der bis zu 100 Satelliten pro Jahr gebaut werden können. Daher orientiert sich der Zufluss an echter Verteidigungsnachfrage und nicht an bloßem Hype.
Diese Nachfrage spiegelt sich im Kapitalfluss wider. Der Chaikin Money Flow (CMF), ein Maß für institutionelle Geldzuflüsse und -abflüsse, liegt bei 0,137 und damit am stärksten innerhalb der Gruppe. Auch fundamental betrachtet ist Spire das stabilste dieser drei Unternehmen. Bereits etwa 76% des Umsatzes für 2026 sind gesichert, und der Breakeven rückt näher.
Auch im Optionsmarkt zeigt sich eine bullische Tendenz. Das Put-Call-Verhältnis stellt bärische Put-Optionen den bullischen Call-Optionen gegenüber. Der Wert für Spire liegt beim Open Interest bei 0,42, was einen Überhang bei Call-Optionen signalisiert und einen deutlichen Rückgang gegenüber 1,25 im März zeigt.
An einem Tag gab es jedoch einen deutlichen Anstieg des Put-Volumens, wodurch das Verhältnis kurzzeitig auf 4,91 stieg. Nach einer Kurssteigerung von 143% seit Jahresbeginn ist dies jedoch eher als Absicherung von Gewinnen zu verstehen und nicht als echtes bärisches Signal.
Wenn der erwartete Kursrückgang ausbleibt, verlieren diese Puts an Wert, und viele Händler mit Short-Position könnten diese Positionen schließen. Das Schließen dieser Short-Positionen würde die Bewegung eher verstärken als beenden. Aus diesem Grund ist SPIR aktuell eine der interessantesten Raumfahrt-Aktien, die Sie beobachten sollten.
Redwire (NYSE: RDW)
Viele Fachleute halten Redwire für die beste Alternative zu SpaceX. Das liegt an ihrem Produkt: Redwire produziert spezielle Solarzellen, die Satelliten und Raumschiffe im All mit Strom versorgen. Diese Technologie ist schwer zu kopieren, daher würde selbst SpaceX sie eher zukaufen als selbst entwickeln. Redwire wächst also durch die Belieferung anderer Unternehmen und nicht durch direkte Konkurrenz.
Möchten Sie mehr solcher Einblicke erhalten? Melden Sie sich für den täglichen Newsletter von Chefredakteur Harsh Notariya hier an.
Der Geldfluss bestätigt diese Einschätzung. Der CMF liegt bei positiven 0,133, was bedeutet, dass mehr Geld zufließt als abfließt. Damit liegt Redwire direkt hinter SPIR. Es zeigt sich zudem, dass das Kapital, das aus SPCX abfließt, wohl teilweise in RDW investiert wird.
Die Zahlen sind gut, schwanken aber auch stark. Die Aktie stieg um 223% auf das Hoch im Jahr 2026 und gab danach kräftig nach. Trotzdem bleibt die Nachfrage erhalten, Redwire hält mehr als die Hälfte des Kursgewinns seit Jahresbeginn.
Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 58%, der Auftragsbestand erreichte mit 498 Millionen USD einen Rekordwert, und die Prognose für 2026 liegt bei 450 bis 500 Millionen USD. Allerdings führte diese Entwicklung zu einer Herabstufung durch Jefferies und einem Aktienverkauf im Wert von 500 Millionen USD. Daher besteht das Risiko einer Verwässerung der Anteile.
Auch die Optionen deuten auf eine bullische Stimmung. Das Put-Call-Verhältnis von Redwire liegt beim Handelsvolumen bei 0,44 und beim Open Interest bei 0,48, beide Werte zeigen eine Überzahl von Calls. Auffällig ist, dass der Wert für das Volumen in dieser Woche von 0,33 auf den aktuellen Stand gestiegen ist, während sich das Open Interest kaum verändert hat.
Daher sieht die neue Put-Aktivität eher nach leichter Absicherung nach dem Kursanstieg, nicht nach bärischer Überzeugung aus.
Voyager Technologies (NYSE: VOYG)
Voyager Technologies ist aktuell die mutigste Investition, das Unternehmen entwickelt eine Raumstation. Das zentrale Projekt heißt Starlab, eine private Nachfolge-Lösung für die in die Jahre gekommene Internationale Raumstation. Voyager leitet das Vorhaben zusammen mit Airbus, Mitsubishi und MDA Space.
Bemerkenswert ist, dass die Nutzlastkapazität von Starlab bereits zu 130% gebucht ist, noch bevor die Raumstation startet. Die Kunden haben also mehr Platz reserviert, als eigentlich vorhanden ist. Das zeigt die große Nachfrage, und ein Großteil der Einnahmen ist bereits gesichert. Deshalb liegt die Aktie im Jahr 2026 etwa 35% im Plus.
Auch der Geldfluss bestätigt dies, wenn auch weniger stark. Der CMF ist mit 0,056 positiv, der schwächste Wert der drei Unternehmen, aber immer noch ein Nettozufluss. Dies weist auf einen langsamen und vorsichtigen Kapitaleinstieg hin.
Zudem reiht sich derzeit ein Erfolg an den nächsten. Voyager hat die Prognose für 2026 auf 255 Millionen USD erhöht, einen Auftrag aus dem Verteidigungssektor über 16,5 Millionen USD erhalten und ist dabei, das Mondunternehmen Astrobotic zu übernehmen. Allerdings ist Geduld gefragt, denn Starlab generiert bisher noch keine Umsätze.
Auch hier stimmen die Optionen mit dem Gesamtbild überein. Das tägliche Put-Call-Verhältnis von Voyager liegt bei 0,55.
Bei Kontrakten, die länger gehalten werden, sinkt das Verhältnis auf 0,33, ist also deutlich call-lastig. Es werden zwar täglich mehr Puts gehandelt, jedoch bleiben nur wenige offen. Die länger bestehenden Positionen bevorzugen weiterhin Calls. Das spricht für kurzfristige Vorsicht, aber nicht für einen wirklich bärischen Trend bei dieser Space-Aktie.









