SpaceX bereitet sich auf einen Börsengang vor, der der größte der Geschichte werden könnte. Der erwartete Ausgabepreis liegt bei 135 USD pro Aktie. Das Unternehmen strebt eine Bewertung von mindestens 1,8 Bio. USD an. Mit etwa 13 Milliarden ausstehenden Aktien könnte SpaceX direkt zu den größten börsennotierten Unternehmen der Vereinigten Staaten zählen.
SpaceX’ Börsendebüt spaltet jedoch bereits die Investoren. Einige Trader setzen auf einen historischen Kursanstieg, während andere davor warnen, dass dies eine der schmerzhaftesten Fallen für Retail werden könnte, die es in jüngster Zeit gab.
Kann SpaceX am ersten Tag eine Bewertung von 4 Bio. USD erreichen?
Prognosemärkte zeigen extrem bullische Ausreißer. Einige Investoren spekulieren darauf, dass die Marktkapitalisierung von SpaceX am ersten Handelstag über 4 Bio. USD erreichen könnte. Das würde einen Aktienkurs von mehr als 300 USD bedeuten, also einen Anstieg von über 125% gegenüber dem Ausgabepreis.
Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario sehr gering und liegt nahe bei 1%. Ein mittleres Szenario sieht eine Wahrscheinlichkeit von etwa 38%, dass SpaceX über eine Bewertung von 2,4 Bio. USD hinausgeht. Das würde einem Schlusskurs von rund 185 USD entsprechen, also einem Aufschlag von 35% auf das IPO-Niveau.
Am unteren Ende der Erwartungen liegt die geringe Wahrscheinlichkeit, dass SpaceX mit einer Bewertung unter 1 Bio. USD schließt. Das würde ungefähr einem Aktienkurs von 76 USD entsprechen, also rund 40% unter dem Ausgabepreis. Einige Analysten haben sogar eine fundamentale Bewertung von etwa 780 Milliarden USD vorgeschlagen, was die große Bandbreite der Einschätzungen unterstreicht.
Das Ausmaß dieser Bewertungsspanne zeigt, wie massiv die Begeisterung für SpaceX wegen seiner Verknüpfung mit künstlicher Intelligenz und der privaten Raumfahrtwirtschaft ist.
Das Bewertungsproblem
Laut Prospekt erzielte SpaceX im vergangenen Jahr einen Umsatz von etwa 18,67 Milliarden USD. Bei einer Bewertung von 1,8 Bio. USD hätte das Unternehmen ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 96.
Historisch gesehen gelingt es Unternehmen aus Zukunftsbranchen selten, das Kurs-Umsatz-Verhältnis über längere Zeiträume über 30 zu halten. Ein Wert nahe 100 lässt Zweifel aufkommen, ob die Anfangsbewertung eher das Sentiment als nachhaltige Grundlagen widerspiegelt.
Sehr große Börsengänge haben zudem eine durchwachsene Bilanz. Unternehmen wie Facebook und Saudi Aramco mussten innerhalb von sechs Monaten nach ihrem Börsengang teils starke Kursrückgänge hinnehmen. Die anfängliche Begeisterung lässt oft nach, sobald Faktoren wie Enden von Lockup-Perioden und echte Zahlen sichtbar werden.
Strukturelle Faktoren könnten die Preise anfangs antreiben
Im Gegensatz zu klassischen Börsengängen könnte SpaceX von einer schnelleren Indexaufnahme profitieren. Die Nasdaq hat ihre Fast-Entry-Regeln geändert, so dass SpaceX potenziell schon nach etwa 15 Handelstagen in den Nasdaq-100 aufgenommen werden kann. Auch für die Russell-Indizes käme das Unternehmen nach fünf Börsentagen infrage und für den S&P 500 könnten die Regeln ausgesetzt werden.
Das ist bedeutsam, weil passive ETFs, die diese Indizes abbilden, dann gezwungen wären, für Milliarden von USD SpaceX-Aktien unmittelbar nach Börsenstart zu kaufen. Diese automatische Nachfrage könnte kurzfristig die Kurse nach oben treiben.
Gleichzeitig führt solch erzwungener Kauf auch dazu, dass viele frei handelbare Aktien bei passiven Fonds landen. Nach Ablauf der Lockup-Phasen von Insidern könnte ein beschleunigter Verkaufsdruck entstehen. Das würde die Volatilität erhöhen und das Risiko auf späte Retail-Investoren übertragen.
CoinCodex SpaceX-Kursprognose für 2026–2027
Laut der SpaceX-Kursprognose von CoinCodex dürfte die Aktie kurz nach dem Börsengang erst einer moderaten Konsolidierungsphase unterliegen. Erst später im Jahr 2026 könnte ein stärkerer Aufwärtsimpuls einsetzen. Im Juni 2026 liegt der prognostizierte Durchschnittspreis bei 123,32 USD und damit leicht unter dem erwarteten Ausgabepreis von 135 USD.
Juli und August zeigen ein ähnliches Muster einer eher schwachen Kursentwicklung. Die prognostizierten Durchschnittspreise liegen bei rund 119,18 USD beziehungsweise 118,53 USD. Dies deutet darauf hin, dass die anfängliche Euphorie abkühlen könnte, wenn der Markt die Bewertung und Lockup-Dynamik neu bewertet.
Ab September 2026 soll das Momentum zunehmen. Der durchschnittliche Kurs steigt dann auf 141,91 USD. Dies ist laut Modell die erste deutliche Bewegung über den IPO-Preis hinaus. Die Beschleunigung setzt sich im Oktober fort, wenn der Prognose-Durchschnitt bei 182,47 USD liegt, gefolgt von 197,11 USD im
November und 199,87 USD im Dezember. Diese Rallye zum Jahresende signalisiert, dass eine anhaltende Nachfrage, etwa wegen klareren Quartalsergebnissen oder Indexeffekten, zu einer deutlichen Kurserholung nach der ersten Konsolidierungsphase führen könnte.
Anfang 2027 stabilisieren sich die Projektionen im Bereich von 200 bis 208 USD im ersten Quartal. Im März 2027 liegt der Durchschnitt bei 207,85 USD. Im Frühjahr folgt dann eine moderate Konsolidierung, mit Kursen knapp über 200 USD bis Juni 2027.
In diesem Basisszenario rechnet das Modell mit einer langfristigen Wertsteigerung von rund 60% bis 66% gegenüber dem Ausgabepreis. Es stützt jedoch keine extremen Kurssprünge von mehr als 300 USD pro Aktie am ersten Tag. Vielmehr geht die Prognose von einem allmählichen Anstieg nach anfänglicher Volatilität aus und erwartet kein sofortiges Verdoppeln des Werts.









