Steemit: Buterin unterstützt Fork, um Ausverkauf an TRON zu verhindern

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Der Verkauf von Steemit an Justin Sun löste einigen Unmut in der Community des dezentralen sozialen Netzwerks aus. Mit einem Hard Fork versucht die Community, sich aus den Fängen des TRON-Gründers zu befreien.



Das soziale Netzwerk wird sich am Freitag spalten, wobei sie sich in die Netzwerke Hive und Steemit auftrennt. Dabei werden alle Tokens der STEEM-Familie mit Ausnahme der Tokens, welche sich in der Kontrolle Suns befinden, übertragen.

Übernahme durch TRON – Steemit-Nutzer fühlen sich verkauft

Am 14. Februar verkündete der Steemit-Gründer Ned Scott den Verkauf der Steemit Inc. an Justin Suns Blockchain-Netzwerk TRON. Neben dem geistigen Eigentum an dem dezentralen sozialen Netzwerk ging auch ein beträchtlicher Anteil an STEEM Tokens in den Besitz von Sun.



Im Gegensatz zu zentralisierten sozialen Netzwerken entscheiden bei Steemit nicht Algorithmen, sondern Tokenomics darüber, wem welche Inhalte angezeigt werden. Dabei können Nutzer, welche STEEM Tokens staken, Inhalte hochvoten, um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. Gleichzeitig erhalten die Autoren durch der Inhalten dadurch weitere STEEM Tokens.

Mit dem Kauf der Plattform hat Justin Sun somit weitreichende Macht über die Sichtbarkeit von Inhalten und die Verteilung neuer STEEM Tokens erhalten. Da es sich bei Sun um eine der kontroversesten Figuren der Blockchain-Szene handelt, stieß der Verkauf auf heftigen Widerstand seitens der Steemit-Community.

Die Bedeutung von Hard Forks für Blockchain-Demokratie

Als Antwort auf den Verkauf an TRON planten einige Mitglieder der Steemit-Community einen Hard Fork. Damit soll das soziale Netzwerks auf eine unabhängige Blockchain abgespalten werden. Dabei sollen alle Inhalte von Steemit auf die neue Blockchain, genannt Hive, übertragen werden. Anschließend werden die beiden sozialen Netzwerke allerdings unabhängig voneinander operieren. Neue Inhalte, welche bei Steemit eingestellt werden, erscheinen somit nicht auf Hive und umgekehrt.

Weiterhin werden auch, wie bei Hard Forks üblich, alle Tokens übertragen – mit Ausnahme der Tokens von Justin Sun. Dieser hat somit keinerlei Macht über das Hive-Netzwerk. Im Fall von unüberwindbaren Differenzen zwischen Teilnehmern in einem Blockchain-Netzwerks sind Hard Forks das letzte Mittel, um wieder einen Konsens herzustellen.

Damit sind Hard Forks essentiell wichtig, um demokratische Verhältnisse in der Kryptowirtschaft zu schaffen. Beispielsweise drohten einige Miner auf Bitcoin Cash (BCH) einen Hard Fork an, sollten die fünf größten Mining-Pools ihr Vorhaben zu einer Mining-Steuer umsetzen. Im Gegensatz dazu geriet Zcash nicht in ähnliche Probleme. Die Privacy-Coin entschied etwa zur gleichen Zeit wie BCH über eine Mining-Steuer, allerdings in einem demokratischen Prozess.

Alleine die Möglichkeit eines Hard Forks kann somit sicherstellen, dass Entwickler und hochrangige Investoren auf Stimmen aus der Community hören müssen, um einen Fork zu vermeiden. Dies merkte auch der Ethereum-Gründer Vitalik Buterin in einem Tweet an:

Buterin spricht von einem Wendepunkt in der Geschichte der Blockchain-Governance. Falls das neu geschaffene Hive-Netzwerk Steemit überholen sollte, so Buterin, wäre dies ein starkes Signal dafür, dass “die Community das Sagen hat und nicht verkauft werden kann”.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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