Glosse: Kauft Justin Suns Shitcoin!

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Auf Krypto-Twitter fliegen die Fetzen. Jeder gegen Jeden. Und jeder gegen sich selbst. Es scheint gerade unheimlich in Mode zu sein, sich selbst, sowie die eigenen Kryptowährungen durch den Dreck zu ziehen. Und trotzdem gewinnen diese Kryptowährungen an Wert. Man merkt, es ist Bullenstimmung am Markt.



Da war zum Beispiel das Foto, welches vor zwei Wochen aufgetaucht ist und viele schillernde Persönlichkeiten der Krypto-Gründerszene zeigt, unter Anderem Changpeng Zhao und Justin Sun. Um die abgebildeten Personen zu beschreiben, benutzte Zhao ein Wort, welches von seiner Bedeutung her irgendwo zwischen einem “Strichjungen” und einem “aufdringlichen Verkäufer” rangiert.

Der Reigen fröhlicher Selbstbezichtigung ging in dieser Woche weiter. Auf Twitter tauchte ein nur 30-sekündiges Interview zwischen @PeterMcCormack und Justin Sun auf, der sich anscheinend in etwas aufgeheiterter Stimmung befand. Seine Nachricht an die Twitter-Community: “Buy my Shitcoin!”



So gesehen reiht sich dieses sehr gut sehr gut in die Marketing-Strategie für Suns Krptowährung TRON (TRX) ein. Kobe Bryant ist tot, kauft meine Shitcoin! Hier ist ein Bild von mir mit einem Mundschutz, kauft meine Shitcoin! Nein, sie ist nicht besser als Ether, aber kauft meine Shitcoin!

Zu Zhao und Sun gesellt sich auch BitMEX-CEO Arthur Hayes. Seine Handelsplattform listete kürzlich Ripples Kryptowährung XRP. Und das obwohl Hayes offenbar keine allzu große Meinung von Ripple hat.

Mir doch egal, ob es eine Shitcoin ist. Hauptsache sie hat schön viel Handelsvolumen. Dann können wir sie ruhig listen und die Handelsgebühren einsacken. Blöd nur, wenn der Preis blitzartig abstürzt und Stop-Losses nicht auslösen. Boo-Yaka-sha!

Gerade hat Hayes noch mal einen drauf gelegt. Tipp vom Profi: Egal ob ihr kauft oder verkauft, beides ist gleich profitabel, auch wenn ihr Scheißhaufen tradet.

Damit meint er vermutlich, dass es für ihn selbst gleich profitabel ist, ob seine Kunden long oder short gehen, oder bei einem Flash Crash ihr Vermögen verlieren. Aber hey, es ist Bullenmarkt, also tradet euch dumm und dämlich. Und vor Allem: Kauft Justin Suns Shitcoin!

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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