Drei Forscher der Southamptom Business School und der Rennes School of Business verglichen verschiedene Asset-Klassen und ihre Reaktion auf die COVID-19-Krise. Die drei untersuchten Kryptowährungen Bitcoin, Ethereum und Litecoin stuften sie dabei als riskanteste Assets ein.

Entscheidend dafür war nicht der Blick auf die Kursentwicklung, sondern eine Untersuchung darüber, ob die verschiedenen Asset-Klassen nach einem Schock wieder zu einer stabilen Rendite zurückfinden. Dies war insbesondere für Aktien der Fall. Gold, Staatsanleihen und Kryptowährungen schnitten in dieser Hinsicht schlecht ab.

Asset-Klassen im Vergleich

Die Autoren der Studie mit dem Titel The COVID-19 black swan crisis: Reaction and recovery of various financial markets

verglichen vier Asset-Klassen (Edelmetalle, 10-jährige Staatsanleihen, Aktienindizes und Kryptowährungen), wobei in jeder Klasse verschiedene Vertreter verglichen wurden. Einer der verglichenen Punkte war, wie die einzelnen Assets auf die COVID-19-Krise reagierten.

Alle untersuchten Assets, mit Ausnahme von Ruthenium und Iridium sahen einen markanten Kursverfall Mitte März. Dieser war für die meisten Edelmetalle ähnlich stark ausgeprägt, wie für Aktien. Auch die Erholung nach dem Tiefpunkt war ähnlich ausgeprägt. Ausnahmen dazu waren Osmium und Gold, welche sich stabiler hielten. Die Aktienindizes fielen zwischen 28 % und 42 %, zeigten aber eine rasche Erholung zu stabilen Renditen.

Die 10-jährigen Staatsanleihen fielen jeweils um rund 6% im Kurs. Die deutschen Staatsanleihen verloren dabei am meisten an Wert und erholten sich am wenigsten. Am besten schnitten US-Staatsanleihen ab. Insgesamt wurden die Renditen nachhaltig gestört. Auch in dieser Hinsicht schnitten die deutschen Anleihen am schlechtesten ab.

Kryptowährungen waren am stärksten von Kursverluste betroffen. Bitcoin (BTC) verlor dabei 53 % seines Handelswerts, während Ethereum (ETH) 61 % und Litecoin (LTC) 64 % verloren. Alle drei zeigten allerdings auch eine starke Erholung im Kurs von jeweils über 50 % bis zum 10. April. Die Studie fand jedoch eine langfristige Störung der Rendite.

Bedeutung der Ergebnisse für Kryptowährungen

Die Autoren der Studie stellen mit ihren Ergebnissen den Status von Kryptowährungen als sichere Häfen in Frage gestellt. Sie zeigen, dass Kryptowährungen durch die COVID-19-Krise einen stärkeren Einbruch gesehen haben, als alle anderen Asset-Klassen.

Kryptowährungen sind keine Absicherung gegen schwarze Schwäne, sondern eher eine Absicherung gegen die Geldpolitik, welche aus solchen Ereignissen erwächst. Die Volatilität von Kryptowährungen legt durchaus nahe, dass sie während akuter Krisen eher schlechter performen, als andere Anlagen, sich im Anschluss daran allerdings stabiler halten.

Die Studie zieht auch die jüngste Kursentwicklung nicht in Betracht. Stand des Berichts ist der 10. April, als Bitcoin noch bei 7.370 USD gehandelt wurde. Seitdem hat BTC um weitere 32 % zugelegt.