Der US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag eine fast zweistündige Rede zur Lage der Nation gehalten. Er sprach über wirtschaftliche Erfolge, warnte den Iran vor Atomwaffen und verteidigte seine Zoll-Politik nach einer Niederlage beim dem Obersten Gerichtshof. Doch in einer Rede, die sich mit Steuern, KI, Wohnen und Gesundheit beschäftigte, kamen Krypto-Vermögenswerte nicht vor.
Familienmitglieder von Trump waren anwesend – Krypto fehlte
Diese Auslassung fällt auf. Alle Kinder von Trump waren anwesend, darunter die Söhne Donald Jr. und Eric. Sie sind stark in Krypto-Projekten engagiert, zum Beispiel bei World Liberty Financial und bei verschiedenen Tokenstarts.
Trump selbst hat mehrfach versprochen, aus den USA „die Kryptohauptstadt des Planeten“ zu machen. In seiner Ansprache fand das aber keinen Platz.
Zoll-Chaos und hartnäckige Inflation: Fed wartet ab
Für die Krypto-Märkte waren die wichtigsten Hinweise eher im Bereich der Gesamtwirtschaft zu finden, nicht in der Gesetzgebung.
Trump nannte das Urteil des Obersten Gerichtshofs, das seine Notfallzölle für ungültig erklärte, „sehr unglücklich“. Er kündigte an, sie auf anderen rechtlichen Wegen beibehalten zu wollen und meint: „Ein Handeln des Kongresses wird nicht nötig sein.“
Doch die Umsetzung lief chaotisch. Zuerst nannte Trump einen Ersatzsatz von 10 Prozent, dann wenige Tage später 15 Prozent. Offizielle Unterlagen zeigen jedoch: Der niedrigere Satz trat am Dienstag in Kraft und es gab keine Anweisung, ihn zu erhöhen. Die EU hat am Montag die Ratifizierung ihres Sommerhandelsabkommens ausgesetzt, Indien hat geplante Gespräche verschoben.
Trump sagte erneut, Zölle könnten die Einkommenssteuer „großteils ersetzen“. Viele Ökonomen halten das für unrealistisch. Die US-Regierung nahm 2024 etwa 2,4 Billionen USD an Einkommenssteuer ein, aber nur etwa 300 Milliarden USD durch Zölle – und wegen des Gerichtsurteils muss nun etwa die Hälfte davon zurückerstattet werden. Außerdem zahlen US-Importeure die Zölle, nicht ausländische Regierungen.
Beim Thema Inflation behauptete Trump, die Kerninflation sei Ende 2025 auf 1,7 Prozent gefallen. Tatsächlich ist das komplexer. Das von der Fed bevorzugte Maß – der sogenannte „Core PCE“ – stieg im Dezember 2025 auf 3 Prozent und liegt damit klar über dem Zielwert von 2 Prozent.
Weil die Inflation hoch bleibt und die Zollpolitik nicht geklärt ist, wird allgemein erwartet, dass die Fed die Leitzinsen vorerst nicht anpasst. Die Zinssenkungen um 0,75 Prozentpunkte vom Ende letzten Jahres dürften auf absehbare Zeit die letzten gewesen sein. Für Risiko-Anlagen, also auch Krypto, bleibt das Zinsumfeld damit hoch.
Fazit: Das Wichtigste auf einen Blick
Trumps außergewöhnlich lange Ansprache war ein Appell für die Zwischenwahlen und setzte vor allem auf wirtschaftlichen Optimismus. Für Krypto-Anleger bleibt aber klar: Es gibt keinen politischen Schwung bei digitalen Vermögenswerten, auch wenn Trumps Familie in der Branche stark involiviert ist. Die ungeklärten Zölle bringen zusätzliche Unsicherheit und wegen der hohen Inflation bleibt die Fed bei ihrer aktuellen Politik. Die Bedingungen für Risikoanlagen wie Kryptowährungen werden sich so schnell wohl nicht ändern.