Operation Bluebird hat unter der Adresse twitter.now eine funktionierende Kopie von Twitter aktiviert, inklusive des blauen Vogellogos und einer Tweet-Schaltfläche. Dies verschärft den Markenschutz-Prozess, den X Corp. in Delaware eingereicht hat.
Zwei Markenrechtsanwälte führen das Start-Up aus Virginia, einer von ihnen betreute zuvor das Markenportfolio von Twitter, bevor Elon Musk das Unternehmen übernahm. Sie argumentieren, dass Musk den Namen im Jahr 2023 aufgegeben hat.
Markenrechtsstreit dreht sich um eine Aussage aus 2023
X Corp. verklagte Operation Bluebird am 16. Dezember 2025 vor einem US-Bundesgericht in Delaware, laut Gerichtsunterlagen. Die Klage stützt sich auf bundesweites Markenrecht, zudem fordert X eine Jury-Entscheidung.
Bluebird beruft sich auf Aufgabe und meint, Musk habe im Juli 2023 angekündigt, sich von der Twitter-Marke zu trennen. Der Antrag des Start-Ups beim US-Patent- und Markenamt (USPTO) sieht dies als Verzicht.
Das Markenrecht sieht eine neue Markenstrategie aber nicht automatisch als Aufgabe. Ein Herausforderer muss zeigen, dass der Halter die Marke nicht mehr nutzt und dies so beabsichtigt. Gerichte bewerten hierzu Belege für die fortgesetzte geschäftliche Nutzung.
Allerdings weist X diese Auffassung direkt zurück. Außerdem hat das Unternehmen im Januar seine Nutzungsbedingungen angepasst, um das Eigentum an Name, Tweet-Begriff und Vogellogo zu betonen.
„besitzt weiterhin exklusiv die Twitter- und Tweet-Marken sowie das blaue Vogellogo”, heißt es in der Erwiderung von X Corp., via TechCrunch.
Richter Colm Connolly brachte im April Unsicherheit ein. Er deutete an, dass X die Kontrolle über Tweet und Vogel verloren haben könnte, eine schriftliche Anordnung dazu gibt es bisher jedoch nicht.
X verwendet den Namen zudem weiterhin, etwa auf der Alt-Domain oder in den App-Store-Einträgen. Diese Restnutzung könnte die Marke retten.
Inzwischen hat das Markenamt sein eigenes Löschungsverfahren ausgesetzt. Beide Seiten reichen nun ergänzende Schriftsätze zu einer einstweiligen Verfügung ein. Daher entscheidet das Gericht in Delaware, wer den Vogel besitzt.
Eine zweite Twitter-Version erscheint, während X auf Zahlungen setzt
Die neue Plattform bietet Antworten, Retweets und einen Vertrauensregler, mit dem Mitglieder Beiträge nach Glaubwürdigkeit filtern können. Ein Bot namens Vera prüft Aussagen in Echtzeit.
Die Gründer zahlen 20 USD, spätere Stufen kosten mehr, wodurch die Mitglieder den Dienst finanzieren, nicht Werbekunden. Im Fußbereich steht, dass die Plattform nicht mit X Corp. verbunden ist.
Der Zeitpunkt spricht gegen Musk. X hat sich in diesem Jahr auf Bezahldienste fokussiert. Der X Money-Start für Zahlungen erreichte Premium-Abonnenten in den USA bereits im Juni.
Im April brachte das Unternehmen zudem XChat auf Platz 1 im App Store. Im August folgte ein Produktchef-Abgang bei X nach mehreren eiligen Veröffentlichungen.
Im Gegensatz dazu kämpft Musk an mehreren Fronten, darunter ein Grok-Trading-Bot-Versprechen, das in seinen eigenen Bedingungen begrenzt scheint. Auch auf Gerichtsprozesse entfallen erhebliche Ausgaben, wie der Meta-Jugendschutzprozess zeigt.
X wird in Delaware weiterhin auf eine einstweilige Verfügung drängen. Dennoch bleibt unklar, ob Richter Connolly seine Zweifel aus dem April schriftlich festhält und wie schnell sich eine kleine Anfangsbasis zu einem echten Publikum entwickelt. Die entscheidende Frage ist jedoch, ob Nutzer tatsächlich zurückwechseln.









