Überzeichnet im Verhältnis 8.288 zu 1: Chinas gefragtester Börsengang profitiert vom Boom bei Embodied AI

  • Unitree: Shanghaier Börsengang mit 8.288-facher Überzeichnung, Gewinnchance liegt bei 0,0181 %
  • China beheimatet über 100 Humanoid-Unternehmen, USA erwägen Importbeschränkungen
  • Viele sehen humanoide KI-Roboter als nächsten Boom, da das KI-Segment an Dynamik verliert.
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Chinas humanoide Roboter-Branche erlebt aktuell einen der unausgeglichensten Börsengänge der letzten Jahre.

Unitree Robotics, ein Unternehmen aus Hangzhou, das vor allem für seine tanzenden und kampfsportfähigen humanoiden Roboter bekannt ist, setzte den Ausgabepreis seines Börsengangs in Shanghai auf 150,8 Yuan (22,35 USD) pro Aktie fest. In der Folge beantragten Retail-Investoren die Zeichnung von gültigen 53,64 Milliarden Aktien. Für die Online-Tranche waren jedoch nur 9,707 Millionen Aktien reserviert, was zu einer finalen Gewinnquote von nur 0,0181% führte.

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Ungefähr einer von 5.525 Bewerbern erhielt tatsächlich eine Zuteilung.

Was „Embodied AI“ tatsächlich bedeutet

Unitree und seine Konkurrenten gehören zu einer Kategorie, die chinesische Behörden und Investoren inzwischen als „embodied AI” bezeichnen. Damit ist künstliche Intelligenz gemeint, die mit einem physischen Körper verbunden ist, also die reale Welt wahrnehmen und sich in ihr bewegen kann, statt nur als Software in einem Chatbot oder Rechenzentrum zu existieren.

Diese Technologie bildet die Brücke zwischen großen Sprachmodellen und Maschinen, die beispielsweise Fabrikhallen durchqueren oder eine Kiste heben können. Peking hat diesen Bereich bereits zur nationalen Priorität erklärt, und auch Investoren folgen diesem Trend.

Die Investitionen im Sektor erreichten allein im zweiten Quartal 47,09 Milliarden Yuan (6,95 Milliarden USD). Damit wurde der Wert des vorherigen Quartals mehr als verdoppelt und der Stand vom Vorjahr um mehr als das Sechsfache übertroffen, laut dem Branchenbeobachter Xiniu.

Unitree ist nicht mehr Marktführer

Das Besondere dabei ist, dass das Unternehmen, das diesen Börsenhype ausgelöst hat, inzwischen nicht mehr den Markt anführt, den es an der Börse nutzen möchte. Die in Shanghai ansässige Firma AgiBot lieferte im ersten Halbjahr 2026 etwa 8.400 humanoide Roboter aus und erzielte damit einen globalen Marktanteil von 44%, laut der Analysefirma Smart Analytics Global.

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Unitree lieferte rund 5.900 Einheiten aus und kam auf 31%. Damit rutschte das Unternehmen trotz eines Versandwachstums von 170% im Vergleich zum Vorjahr auf Platz zwei ab. Das Wachstum von AgiBot beruht unter anderem darauf, verschiedene Modelle zu produzieren, etwa vollwertige zweibeinige, kompakte und rollende Roboter. Unitree hingegen erzielt sein Volumen vor allem mit dem Flaggschiff G1, der vor allem an Bildung und Forschung verkauft wird.

AgiBot hat bisher keine Geschäftszahlen veröffentlicht, während Unitree letztes Jahr Erlöse von 1,7 Milliarden Yuan und etwa 591 Millionen Yuan an bereinigtem Nettogewinn erzielte — ein seltener Gewinn in einem Sektor, der größtenteils von Wagniskapital finanziert wird.

Die USA verfolgen das Geschehen von hinten

Beide Unternehmen sind mit dem Trend nicht allein. Auch X Square Robot, Galbot und EngineAI haben bereits geheime Unterlagen für Börsengänge in Hongkong eingereicht. Damit steht AgiBot nicht allein in einer Warteschlange, in der sich mittlerweile mehr als 100 chinesische Roboterhersteller befinden.

Im ersten Halbjahr wurden über 97% aller humanoiden Roboter weltweit von chinesischen Herstellern ausgeliefert. Daraufhin reagierte Washington mit Importbeschränkungen, um günstige chinesische Roboter davon abzuhalten, zu US-Kunden zu gelangen. Solch eine defensive Haltung zeigt sich auch in anderen Technologiebereichen.

Anfang des Monats führten US-Exportbeschränkungen für Chips, die Pekings KI-Bereich ausbremsen sollten, stattdessen dazu, dass der chinesische Chip-Hersteller CXMT bei seinem Börsendebüt in Shanghai um 466% zulegte.

Die größere Frage für Investoren bleibt, ob das Anstieg beim Versand tatsächlich zu einsatzfähigen Robotern führt oder nur zu Lagerbeständen für Vorführungen.

Unitree kann geprüfte Gewinne vorweisen. AgiBot, aktuell der tatsächliche Marktführer nach Lieferungen, hat solche Zahlen bislang nicht vorgelegt. Diese Lücke bei der Transparenz, nicht wer zuerst einen Börsengang beantragte, dürfte für alle, die sich in Chinas dicht gedrängtem Roboter-Wettbewerb engagieren wollen, am Ende wichtiger sein.


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Haftungsausschluss

Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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