Der US-Dollar blieb einen Monat lang ungefähr auf gleichem Niveau. Doch hinter diesem ruhigen Chart steckt eine größere Diskussion über Inflation, Zinsen und die Frage, ob Investoren Amerika weiterhin mit einem Aufpreis bewerten möchten.
Der Dollar-Index, auch DXY genannt, liegt aktuell bei etwa 99. Es gibt deutliche Argumente für einen stärkeren Dollar. Die US-Notenbank hat die Zinsen bei 3,50% bis 3,75% belassen. Im August lag die Produzenten-Inflation bei 5,4% im Vergleich zum Vorjahr. In den USA wurden im letzten Monat 162.000 neue Stellen geschaffen, zudem ist der Brent-Ölpreis wieder über 100 USD gestiegen.
Dies gibt der Notenbank Gründe, weiterhin entschlossen zu bleiben.
Auch andere Notenbanken reagieren. Die EZB hat am Donnerstag ihren Einlagenzins auf 2,50% erhöht. Die Bank of Japan wird voraussichtlich nächste Woche die Zinsen auf 1,25% anheben. Zudem hat die eingeschrittene US-Japan Intervention geholfen, den Yen von fast 164 je US-Dollar im Juli auf rund 155 zu stärken.
Wird der US-Dollar schwächer?
Hohe US-Zinsen spielen eine geringere Rolle, wenn auch die Renditen in anderen Ländern steigen. Washington fährt zudem ein Defizit von etwa 1,8 Billionen USD in den ersten zehn Monaten des Fiskaljahres 2026.
Für Haushalte bedeutet ein schwächerer Dollar, dass Importe und Auslandsreisen teurer werden. Ein stärkerer Dollar kann die eingeführte Inflation dämpfen. Für Investoren kann sich die Entwicklung auf Aktien, Gold, Bitcoin und globale Anleihen auswirken.
Aktuell ist der Markt stark gespalten. Aus den Futures ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit von etwa 70% für eine Zinserhöhung durch die Fed nächste Woche. Gleichzeitig zeigte eine Reuters-Umfrage am Mittwoch, dass etwa 70% der befragten Volkswirte keinen Wechsel erwarten.
Auch die Charts unterscheiden sich. Das Wochenbild bleibt neutral. Ein Schlusskurs über 101,98 würde den bullischen Ausblick untermauern. Ein Kurs unter 97,63 würde wieder den größeren Abwärtstrend einleiten.
Im Tageschart zeigt sich Schwäche. Der DXY hat im August seine Aufwärtstrendlinie 2026 unterschritten, konnte sie nicht zurückgewinnen und trifft nun bei etwa 100 bis 100,60 auf Widerstand.
Der US-CPI am Freitag könnte die nächste Bewegung bestimmen. Experten erwarten 3,4% jährliche Inflation. Im Anschluss folgen die Fed am 15. bis 16. September sowie die Bank of Japan am 17. bis 18. September.
Der Dollar zeigt seit einem Monat keine Bewegung. Die kommende Woche könnte nun eine Richtung vorgeben.









