US-Kryptowährungsgesetz von 2020 verstößt gegen die finanzielle Privatsphäre

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Was zunächst als ein großer Schritt zur Legitimierung der Kryptowährungsindustrie in den USA angesehen wurde – die Vorlage des „Cryptocurrency Act of 2020“ – hat nun eine Öffnung für die Rückverfolgung von Transaktionen durch das Finanzministerium ermöglicht.



Der auf Kryptowährungen fokussierte Gesetzesentwurf wurde vom Abgeordneten Paul Gosar (R-AZ) mit der Absicht vorgelegt, durch die Klassifizierung von Kryptowährungen in drei verschiedene Kategorien für regulatorische Klarheit zu sorgen.

Die Regulierungsbehörden müssen Kryptowährungen kategorisieren, um die bestehende Gesetzgebung auf die verschiedenen Bereiche innerhalb der Industrie der digitalen Vermögenswerte anzuwenden. Dies hilft nicht nur bei der Schaffung eines rechtlichen Rahmens, sondern beseitigt auch Unklarheiten hinsichtlich des Betriebs und der Nutzung solcher Vermögenswerte innerhalb der USA.



Obwohl Klarheit und Legitimierung durch ein solches Gesetz eigentlich hoch geschätzt werden sollten, fordert das Gesetz einige Opfer, insbesondere im Hinblick auf die finanzielle Privatsphäre.

In Abschnitt 6 des Gesetzesentwurfs wurde folgendes dargelegt: “Der Finanzminister erlässt, ungeachtet des Abschnitts 3(c), über das Netzwerk zur Durchsetzung von Finanzkriminalität, Regeln, um Kryptowährungen (einschließlich synthetischer Stablecoins) zur Rückverfolgung von Transaktionen zu verpflichten.

Rückschlag für die Privatsphäre

Es ist nicht überraschend, dass es eine gewisse Gegenreaktion auf diesen Gesetzesentwurf von Seiten der Krypto-Community gab, welche ihre finanzielle Privatsphäre und dadurch auch ihre Anonymität schätzt. Diejenigen, welche bereits frühzeitig Bitcoin und dessen Potential zum Schutz der Privatsphäre zu schätzen gelernt haben, scheinen im Rahmen dieser Gesetzesvorlage gefährdet zu sein.

Zweifellos wurden bereits im Vorfeld zu diesem Gesetzesentwurf einige Opfer in Bezug auf die Privatsphäre gebracht, um Kryptowährungen im Rahmen der regulatorischen Vorschriften und der Strafverfolgung aufblühen zu lassen. Dennoch stützt sich die Kryptowirtschaft in gleichem Maße auf die Prinzipien der Privatsphäre und der Transparenz.

Sollte dieses Gesetz verabschiedet werden und damit dieses Rahmenwerk zustande kommen, würde dies den US-Regulierungsbehörden und den Strafverfolgungsbehörden Zugang zur vollständigen Geschichte von mittels Kryptowährungen getätigten Transaktionen ermöglichen. Der anscheinende Zweck dahinter liegt offenbar darin, die illegale Nutzung von digitalen Vermögenswerten zu unterbinden. Dabei werden in dem Gesetzesentwurf die vorgeschlagenen Vorschriften für Kryptowährungen mit den bereits von Finanzinstituten geforderten Vorschriften für Fiatwährungen verglichen.

Eine lohnendes Opfer?

Da die Rückverfolgung von Transaktionen mit der derzeitigen elektronischen Transaktionsverfolgung verglichen wird, scheint diese Anforderung, zumindest im Vergleich zur derzeitigen Gesetzgebung, nicht extremer zu sein als das, was bereits bei Fiat-Transaktionen zu beobachten ist. Allerdings würde dies Krypto-Transaktionen mit denselben Anforderungen belegen, wie Fiat-Transaktionen. Die Möglichkeit pseudoanonymer Transaktionen, wie sie derzeit in der Kryptowirtschaft der Fall ist, wäre damit beseitigt.

Viele glauben nicht daran, dass sich dieses Opfer lohnt, dennoch gibt es einige, welche sich diesen Schritt wünschen, insbesondere Menschen, die Kryptowährungen als Teil ihres täglichen Lebens verwenden wollen.

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Nachdem er sein Studium der internationalen Betriebswirtschaft an der Frankfurt School of Finance and Management abgeschlossen hatte, arbeitete Christian zunächst in der Immobilienentwicklung. Nachdem er Bitcoin und die Kryptowirtschaft für sich entdeckte, änderte er sein Fachgebiet, um digitale Zusammenhänge zu analysieren.

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