Stablecoins werden immer bedeutender, ein Markt mit 320 Milliarden USD. Allerdings stecken echte Zahlungen damit noch in den Anfängen. Im vergangenen Jahr wurden zwar massive 33 Billionen USD über Stablecoins abgewickelt, doch weniger als 1 % davon wurde tatsächlich für Zahlungen genutzt. VISA baut nun eine Brücke, um diese Lücke zu schließen.
Visa ist nominiert für die beste Stablecoin-Infrastruktur in der Kategorie Tokenisierung & On-Chain-Finance bei den BeInCrypto Institutional 100 Awards 2026.
| Jährlicher Stablecoin-Abwicklungsrate | 4,6 Milliarden USD |
| Stablecoin-gebundene Kartenprogramme | mehr als 130 |
| Länder mit Ausgabemöglichkeit | über 50 |
| Brückenkarte eingeführt | in 18 Ländern verfügbar |
| Monatlich aktive Stablecoin-Adressen, von Visa verfolgt | 47 Millionen |
Die Nominierung zeigt, wie das Unternehmen über Pilotprojekte hinausgegangen ist und eine umfassende Stablecoin-Infrastruktur für Abwicklung, Kartenausgabe, Auszahlungen, Analysen, Beratungen und Blockchain-Governance aufgebaut hat.
Visa ist entscheidend für den Stablecoin-Markt, da dieser eine neue Größenordnung erreicht. Während die Marktkapitalisierung bei 320 Milliarden USD liegt, ist die Aktivität bisher vor allem institutionell geprägt.
Visas eigene Analyse zeigt, dass nur ein kleiner Teil des angepassten Stablecoin-Volumens durch Transfers unter 250 USD entsteht.
Diese Lücke erklärt Visas Strategie. Das Unternehmen betrachtet Stablecoins nicht als Nischenprodukt im Bereich Krypto, sondern als neue Zahlungswege und Treasury-Infrastruktur.
„Wir stehen noch ganz am Anfang der Stablecoin-Einführung. Selbst bei 33 Billionen USD Volumen stehen nur etwa 1 % in Zusammenhang mit echten Zahlungsvorgängen. Aus der Sicht von Visa sind Stablecoins eine weitere Form von Geld. Unser Fokus liegt darauf, wie sie den Geldfluss verbessern können, insbesondere durch stablecoin-gebundene Karten, bei denen die Karte die Brücke zwischen digitalen Vermögenswerten und alltäglichen Ausgaben bildet”, sagte Andranik Mnatsakanyan, Leiter Stablecoin-Praxis EU bei Visa.
On-Chain-Geld in ausgabefähiges Geld verwandeln
Anfang 2026 lag Visas globale Stablecoin-Abwicklung bei einer auf das Jahr gerechneten Rate von ungefähr 4,6 Milliarden USD. Das Unternehmen unterstützt inzwischen mehr als 130 stablecoin-basierte Kartenprogramme in über 50 Ländern.
Die grundlegende Entwicklung startete mit der USDC-Abwicklung und wurde danach zu einem breiteren Betriebsmodell ausgebaut. US-Emittenten und Abwickler können ihre Verpflichtungen gegenüber Visa dabei nativ auf der Blockchain begleichen, unter anderem auf Solana, mit Unterstützung früher Teilnehmer wie Cross River Bank und Lead Bank.
Dadurch sind Stablecoins tiefer in Visas bestehendes Netzwerk eingebunden. Anstatt außerhalb traditioneller Zahlungssysteme zu stehen, verbinden sie sich jetzt direkt mit Systemen, die Emittenten und Fintechs bereits einsetzen.
Visas Stablecoin-Kartenstrategie ist besonders wichtig, da sie ein praktisches Problem löst. Stablecoins können sich zwar schnell auf der Blockchain bewegen, Nutzer benötigen aber weiterhin eine Möglichkeit, sie im Alltag auszugeben.
„Die Karte wird zur Brücke. Hier wird Ihre Krypto, sobald Sie sie in die Wallet einfügen, zu einem echten Fonds, den Sie überall ausgeben können”, erklärte der Leiter der Stablecoin-Praxis EU bei Visa.
Diese Überlegung steckt auch hinter der Partnerschaft von Visa mit Bridge, der von Stripe betriebenen Infrastrukturplattform für Stablecoins.
Bis März 2026 waren von Bridge unterstützte Visa-Karten in 18 Ländern verfügbar, bis Jahresende soll die Zahl auf über 100 steigen.
Den technologischen Stack hinter den Ausgaben aufbauen
Visas Stablecoin-Aktivitäten gehen inzwischen weit über Karten hinaus.
Ende 2025 startete das Unternehmen einen Pilotversuch, bei dem Unternehmen, die Visa Direct nutzen, Auszahlungen durchführen können, die Empfänger wahlweise in USDC erhalten.
Das Produkt eignet sich beispielsweise für Auszahlungen an Creator, Vergütungen an Freelancer sowie grenzüberschreitende Zahlungen, bei denen Geschwindigkeit und Dollar-Stabilität wichtig sind.
Gleichzeitig hat Visa Consulting & Analytics eine Stablecoin-Beratung eingerichtet, um Banken, Fintechs und Händler bei der Planung von Ausgabe, Verwahrung und Treasury-Strategien zu unterstützen. Das zeigt, dass Visa Stablecoins als einen Infrastrukturwandel sieht, nicht nur als Produktmerkmal.
Visa ist zudem auch in die Governance-Ebene eingestiegen. Im März 2026 wurde Visa zum Super Validator im Canton Network ernannt, einer Blockchain mit Datenschutzfunktionen, die von führenden Finanzinstituten genutzt wird. Visa erhielt das höchste Governance-Gewicht von 10 und damit tatsächlichen Einfluss auf Upgrades und die Ausrichtung des Netzwerks.
Eine Investition in die nächste Entwicklungsstufe des Geldtransfers
Visa hat mit der Visa Tokenized Asset Platform (VTAP) auch eine Infrastruktur für von Banken ausgegebene Token entwickelt. Die Plattform ermöglicht es Banken, eigene Stablecoins und tokenisierte Geldprodukte zu erstellen, zu vernichten und zu verwalten.
Deshalb ist Visa in dieser Kategorie hervorzuheben. Das Unternehmen deckt die gesamte Blockchain ab: Abwicklung, Karten, Auszahlungen, Beratungsdienste, Validator-Rollen, Analysen und Tools zur Token-Ausgabe.
Die BeInCrypto Institutional 100 Awards würdigen Unternehmen, die Systeme entwickeln, welche die nächste Phase der Finanzwelt prägen könnten. Die Nominierung von Visa zeigt, dass das Unternehmen Stablecoins von einem Krypto-Asset zu einer nutzbaren Finanzinfrastruktur weiterentwickelt.





