Warum Bitcoin institutionelle Investoren für die Massenadaption benötigt

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IN KÜRZE
  • Petr Kozyakov von Mercuryo.io veröffentlicht seine Gedanken über das aktuell zunehmende Interesse an Bitcoin von institutionellen Investoren.

  • Der Bärenmarkt im Jahr 2018 hatte viele Projekte gezwungen, die Branche zu verlassen.

  • Bitcoin ist nicht die einzige Ursache für den Anstieg institutioneller Aktivität im Kryptobereich.

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Petr Kozyakov, ein Mitbegründer und CBDO der internationalen cryptocurrency payment solution Mercuryo.io, teilte uns seine Gedanken über den derzeitigen Anstieg vom Interesse institutioneller Investoren an Bitcoin und dessen möglichen Auswirkungen auf den Markt für digitale Vermögenswerte mit.



2020 ist offiziell das Jahr der institutionellen Investitionen im Kryptobereich. Und das aus gutem Grund.

Fonds für digitale Vermögenswerte haben Rekordzuflüsse für ihre Produkte verzeichnet, große Unternehmen halten nun einen erheblichen Anteil des Angebots zirkulierender Bitcoin (BTC). Doch was steckt hinter diesem Phänomen und wie wird es sich auf den reifenden Kryptomarkt auswirken?



„Sichere Anlagen“ erfüllen die Erwartungen der Anleger nicht

Selbst in Zeiten vor einer Pandemie erzielten die risikoarmen Instrumente des Marktes nur enttäuschende Renditen für Investoren.

Beispiele hierfür sind Sparkonten und hochwertige Staatsanleihen, wobei letztere derzeit bescheidene 0,86 Prozent für 10-jährige US-Schatzpapiere und 0,32 Prozent für 10-jährige „UK-Gilts“ abwerfen.

In einem Worst-Case-Szenario bieten selbst qualitativ hochwertige Anleihen wie deutsche Bundesanleihen selbst bei Laufzeiten von 10 oder 20 Jahren negative Renditen für Anleger.

Selbst wenn eine sichere Anlage den Anlegern einige „Renditen“ bietet, sind die Gewinne so niedrig, dass sie von der Inflation aufgefressen werden.

Institutionelle Anleger ersetzen Gold durch Bitcoin

Während sich Einzelpersonen „den Luxus“ leisten können, sehr geringe oder negative Renditen zu erzielen, müssen institutionelle Anleger die Renditeerwartungen ihrer Stakeholder erfüllen.

Aus diesem Grund müssen sich institutionelle Anleger bei Turbulenzen auf dem Markt und unterdurchschnittlicher Wertentwicklung sicherer Anlagen nach alternativen Anlagen umsehen, um ihre Renditen zu steigern.

Gold, ein „safe-haven-asset“, von dem allgemein angenommen wird, dass es sich in unsicheren Zeiten gut entwickelt, ist seit März eines dieser Instrumente, an das sich institutionelle Anleger wenden. Die Aufwärtsbewegung von Gold endete jedoch im August und seitdem nimmt der Preis des Assets ab.

Auf der anderen Seite ist Bitcoin seit dem Marktcrash im März kontinuierlich gestiegen. Der digitale Vermögenswert wird derzeit über dem Kurs von 19.500-USD gehandelt und befindet sich sehr nahe an seinem Allzeithoch von 20.000 USD, das er zuletzt vor dem Beginn des verhängnisvollen Bärenmarkts im Winter 2018 für kurze Zeit erreicht hat.

Darüber hinaus ist der Gesamtvorrat der Kryptowährung auf 21 Millionen BTC begrenzt und verfügt über einen eingebauten Mechanismus namens „Halving“, der die Anzahl der in Umlauf gebrachten Coins alle vier Jahre auf die Hälfte reduziert. Auf diese Weise soll die Inflation eingegrenzt und eine langfristige Wertsteigerung des digitalen Assets gewährleistet werden.

Infolgedessen ist Bitcoin mit einem Wachstum von über 160% seit Jahresbeginn und einem historisch niedrigen Volatilitätslevel zu einem attraktiven „safe-haven-asset“ für institutionelle Anleger geworden.

Gleichzeitig bestätigen jüngste Berichte prominenter Investmentbanken wie Deutsche Bank und JPMorgan den Trend, was einen Strategiewechsel von Gold zu Bitcoin bei institutionellen Anlegern bedeuten könnte.

Warum dieser Bitcoin-Bull-Run anders ist

Viele Leute befürchten, dass sich der diesjährige Bitcoin-Bullrun genau so wie der Bullrun im Jahre 2017 verhält. Sie machen sich Sorgen, dass, wenn der Bullrun vorbei ist, das Gleiche geschieht wie 2018.

Im Jahr 2017 waren FOMO, Hype und Spekulation die fundamentalen Ursachen für den Aufwärtstrend des Krypto-Währungsmarktes.

Zu dieser Zeit war die Branche ziemlich unreguliert. Für viele Digital-Asset-Projekte war nur ein bestehendes Konzept oder ein halbfertiges Produkt ausreichend, um rekordverdächtige Geldsummen zu erhalten.

Außerdem wurde der Markt hauptsächlich von Kleinanlegern mit unterschiedlichen Erfahrungsniveaus und Kenntnissen über Kryptowährungen (und Geldmärkte) angetrieben, die bereit waren, Geld in eines der trendigen ICOs zu pumpen.

Diesmal sind die Dinge jedoch ganz anders

Die Bärenmarkt des Jahres 2018 erschütterte den Markt und zwang viele Projekte, die Branche zu verlassen. Auf der anderen Seite haben diejenigen, die den „Krypto-Winter“ überlebt haben, der Kryptobranche einen enormen Mehrwert hinzugefügt und eine funktionierende Infrastruktur um digitale Vermögenswerte herum aufgebaut.

In der Zwischenzeit kam es allerdings zu weiteren Regulierungen, außerdem ist das Anwendungsspektrum immer größer geworden. Abgesehen von den „Safe-Haven“-Eigenschaften von Bitcoin ist Ethereum zu einem Hauptfaktor des DeFi-Booms geworden. Das Netzwerk der Blockchain ist aktuell aufgrund des aktuellen Anstiegs der Nutzeraktivität ausgelastet.

Die oben genannten Punkte sind starke Indizien dafür, dass der Kryptowährungsmarkt bis dato deutliche Fortschritte in seiner Entwicklung erreichen konnte.

Ein weiteres Indiz sind die (neuen) institutionellen Anlegern, die nun endlich in der Branche angekommen sind, die während des ICO Booms 2017 fehlten.

Bitcoin hat in letzter Zeit einen massiven Zufluss von institutionellen Geldern erlebt.

Während Unternehmen wie MicroStrategy, Square und Galaxy Digital fast 850.000 BTC halten (das entspricht über 16,6 Milliarden US-Dollar und etwa 4 Prozent des zirkulierenden Bitcoin-Angebots zum Zeitpunkt der Veröffentlichung), konnte Grayscale Investments, ein Digital-Asset-Management-Unternehmen, im Jahr 2020 jedes Quartal mit neuen Rekordeinzahlungen (über 1 Milliarde US-Dollar) abschließen.

Institutionelle Investition ebnen den Weg für Etablierung von Bitcoin als Zahlungsmittel, nicht neue Rekordwerte des Bitcoinkurses

Entgegen der landläufigen Meinung werden institutionelle Anleger nicht allein für das Erreichen neuer Rekordpreise verantwortlich sein.

Die Investoren nutzen ihre umfassende Erfahrung, um sich die Ineffizienz des Kryptomarktes zunutze zu machen (z.B. die Fähigkeit zu erkennen, ob ein digitales Asset über- oder unterbewertet ist) und mit damit einen Gewinn zu erwirtschaften.

Auf diese Weise erhöhen sie die Liquidität des Kryptomarktes. Das verringert gleichzeitig die Volatilität digitaler Assets, was letztlich die Effizient und den Reifungsprozess der Branche fördert.

Außerdem ist das eine natürliche Entwicklung, die Bitcoin langfristig zugutekommt, da ein stabilerer, reiferer und weniger riskanter Markt die massenhafte Einführung von Kryptowährungen erleichtert.

Interessanterweise sind nicht allein die Gewinnaussichten der digitalen Assets der einzige Grund für den Anstieg des Interesses institutioneller Anleger.

Da digitale Vermögenswerte auch als Zahlungssysteme fungieren und immer mehr Unternehmen in den Bereich involviert werden-wird die größere Nachfrage nach Kryptowährungsprodukten und -dienstleistungen (wie Paymentgateways, Aufbewahrung, Liquidität und Kreditlösungen für Unternehmen) auch die B2B-Geschäfte florieren lassen.

Immer mehr Unternehmen werden in die Fußstapfen der großen Player wie z.B. PayPal treten und ihre Produkte der breiten Öffentlichkeit anbieten. Der Gebrauch von Kryptowährungen wird dann, nach und nach, Teil des Alltages der Massen sein.

ANMERKUNG: Die hier geäußerten Ansichten sind die des Autors und repräsentieren oder spiegeln nicht notwendigerweise die Ansichten von BeInCrypto wider.

Geschrieben von Petr Kozyakov, einem Mitbegründer und CBDO bei Mercuryo.io. Petr Kozyakov ist für die Interaktion von Zahlungspartnern und Banken, die Einführung neuer Produkte, den Erhalt von Lizenzen und die strategische Entwicklung des Unternehmens verantwortlich. Darüber hinaus verfügt Petr Kozyakov über umfangreiche Erfahrungswerte dank seiner Tätigkeiten auf den europäischen Märkten und in der Finanzdienstleistungsbranche.

Übersetzt von Maximilian Mußner.

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