Wie Norwegen zu Europas Hochburg für Bitcoin Mining wurde

25. Januar 2023, 13:52 GMT+0100
25. Januar 2023, 14:06 GMT+0100
IN KÜRZE
  • Norwegens Strom basiert zu fast 99 % auf erneuerbaren Energien.
  • Daher siedeln sich immer mehr multinationale Mining Unternehmen in dem Land an.
  • Schätzungen zufolge werden Bitcoin Miner dort noch mindestens fünf Jahre günstige Energiekonditionen vorfinden.
  • promo

Die Hochburgen für Bitcoin Mining verschieben sich ständig und immer neue Länder kommen zu einer langen Liste hinzu. In Europa ist es derzeit Norwegen mit seinen günstigen, reichhaltigen und vor allem erneuerbaren Energien.

In dem skandinavischen Land können Miner von der reichlich vorhandenen Wasserkraft profitieren. Neben lokalen Unternehmen, wie Kryptovault und Arcane Green Data, siedelten sich daher auch multinationale Unternehmen, wie Bitfury, COWA, Bitzero und Bitdeer an.

Darüber hinaus bietet Norwegen noch weitere Vorteile, z. B. unterschiedliche Strompreise in verschiedenen Regionen. Als Europas größter Wasserkrafterzeuger verfügt das Land über reichlich erneuerbare Energien. Satte 92 % des norwegischen Stroms stammen aus Wasserkraft und 7 % aus Windkraft.

Am 25. Januar erklärte der Norweger Jaran Mellerud von HashRate Index, warum das Land zum Epizentrum des europäischen Minings geworden ist.

Der Mining Boom

Den Schätzungen des Forschers zufolge verbraucht die norwegische Krypto Mining Industrie rund 250 Megawatt Strom. Weiter meinte er:

“Unser Stromverbrauch dürfte fast 3 % der weltweiten Hashrate-Produktion entsprechen.”

Bitcoin Miner sind eher in den zentralen und nördlichen Teilen des Landes tätig, da die Energie im bevölkerungsreicheren Süden teurer ist. Aufgrund von Übertragungsengpässen sind die Energietarife in der Mitte und im Norden des Landes billiger geworden.  

Laut Schätzungen des norwegischen Netzbetreibers würden die Strompreise im Norden des Landes bis 2027 niedrig bleiben, erklärte Mellerud.

Die Regierung ist von dem energieintensiven Geschäft jedoch nicht sonderlich begeistert und erhöhte die Stromsteuer für Miner in diesem Jahr um 0,014 US-Dollar pro kWh. Dennoch wurde im Mai 2022 ein Gesetzentwurf zum Verbot des Bitcoin Minings vom norwegischen Parlament mehrheitlich abgelehnt.

Außerdem ist Norwegen kein Mitgliedsstaat der Europäischen Union. Die von der EU vorgeschlagenen Regulierungen für Märkte für Krypto-Assets (MiCAR) sehen starke Einschränkungen für Bitcoin-Mining-Aktivitäten vor.

In Anbetracht all dieser Umstände kam Mellerud zu dem Schluss:

“Bitcoin Miner haben wahrscheinlich noch mindestens fünf gute Jahre hier, in einem stabilen Land mit niedrigen Strompreisen und hervorragenden Betriebsbedingungen.”

Bitcoin Mining im Überblick

Die Mining-Rentabilität, auch Hash-Preis genannt, erreichte ihr Tief im Dezember. Seit Anfang des Jahres stieg sie laut HashRate Index bereits um ganze 32 % bis auf 0,078 US-Dollar. Die Kennzahl wird in US-Dollar pro Tag und Terahash pro Sekunde (USD/d/TH/s) gemessen.

Bitcoin Hashprice Index
Ein Bild von hashrateindex.com

Zudem stieg auch die Netzwerk-Hash-Rate nach dem Einbruch im Dezember wieder an. Laut BitInfoCharts liegt die Hash-Rate derzeit bei 265 EH/s (Exahashes pro Sekunde) und ist damit nicht weit von ihrem Höchststand von fast 300 EH/s Anfang des Monats entfernt.

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