Aave (AAVE) notiert aktuell bei etwa 91 USD, nachdem der Coin seit dem Hoch im August 2025 fast 75% seines Werts verloren hat. Jetzt testet der Coin eine langfristige Unterstützung erneut, wobei die abfallende tägliche Trendlinie von einem Widerstand zu einer vorläufigen Unterstützung geworden ist.
Die aktuelle Lage zeigt zwei Möglichkeiten. Bullen erwarten eine mögliche Bewegung von 49% Richtung 135 USD, falls die Unterstützung hält. Bären verweisen auf ein bestätigtes doppeltes Top im Wochenchart und einen steigenden Bestand an Coins auf Börsen, der den Kurs belastet.
Zuflüsse zu Börsen steigen, AAVE-Bestand auf Börsen wächst
Nach Daten von Santiment haben sich die Zuflüsse von AAVE zu Börsen in den letzten zwei Tagen stark erhöht. Dies ist der größte Zufluss seit März 2026. Dieser Anstieg fiel zeitlich mit dem kürzlichen Rückgang von 112 USD auf 90 USD zusammen.
Seit Anfang April steigt der Bestand an AAVE auf Börsen stetig an. Zuerst hat sich dieser Anstieg mit dem Kursanstieg gezeigt. Danach hat sich das Wachstum des Bestands beschleunigt, als der Kurs nachgab. Das deutet auf aktive Verkäufe durch größere Halter hin.
Beide Signale zeigen, dass Coins zunächst auf Börsen gebracht wurden, um in der Stärke zu verkaufen. Neue Coins trafen weiterhin ein, als der Kurs einbrach. Die bärische Einschätzung würde sich nur ändern, wenn der Bestand auf Börsen sinkt und die täglichen Zuflüsse nachlassen.
Wöchentlicher Chart zeigt trotz doppeltem Top Hinweise auf eine Wende
Die On-Chain-Daten sind schwach, aber der Wochenchart zeichnet ein anderes Bild. AAVE hat ein langfristiges doppeltes Top geformt. Das erste Hoch lag im Dezember 2024 bei etwa 380 USD. Das zweite Hoch wurde im August 2025 nahe 360 USD erreicht.
Seit diesem Hoch im August ist der Token um etwa 75% gefallen. Aktuell bewegt er sich im grünen Unterstützungsbereich aus Mai. Drei steigende Widerstandszonen befinden sich darüber: bei etwa 135 USD, 215 USD und im Bereich 360 bis 380 USD.
Letzte Woche konnte AAVE fast 33% im Wochenvergleich zulegen. Dabei wurde auch die abwärtsgerichtete Trendlinie vom August-Hoch durchbrochen. Zusätzlich wurde eine ähnliche abfallende Trendlinie beim Volumen überschritten, was auf mehr Käuferhinweise deutet. Allerdings schwächte sich der Anstieg wieder ab und der Kurs schloss in der Nähe des Wochenauftakts.
Der wöchentliche MACD könnte das erste bullische Signal seit Mai geben. Eine bestätigte Kreuzung würde auf eine neue Dynamik hindeuten. Der RSI bleibt jedoch mit Werten nahe dem überverkauften Bereich bärisch, daher ist ein klarer Richtungswechsel beim Momentum noch nicht sicher. Zuletzt haben Änderungen am Governance-Modell von AAVE den Kurs bisher nicht gestützt.
AAVE-Kursprognose: 49% Potenzial bei anhaltender Unterstützung
Im Tageschart bewegt sich AAVE innerhalb eines abwärtsgerichteten Kanals, der seit Januar 2026 besteht. Die vom Wochenchart übernommene abfallende Trendlinie wurde vor dem Ausbruch am 16. März und am 25. März zweimal getestet.
Am 13. April konnte der Kurs über die Trendlinie steigen und erreichte 112 USD. Fast alle Gewinne wurden jedoch binnen weniger Tage wieder abgegeben. Am 19. April testete der Kurs die Trendlinie von oben, womit diese für kurze Zeit zur Unterstützung wurde.
Bleibt die Unterstützung bestehen und gelingt es den Bullen, die Mittellinie des Kanals zurückzuerobern, liegt das nächste Ziel bei etwa 135 USD. Das entspricht einem möglichen Anstieg von rund 49% gegenüber dem aktuellen Niveau. Ein bestätigtes bullisches MACD-Kreuz im Wochenchart würde dieses Szenario zusätzlich untermauern, ebenso wie ein zweiter, erfolgreicher Test der Trendlinie.
Im Moment zeigen die Tagesindikatoren ein neutrales Bild: Der RSI liegt bei etwa 42 und der MACD ist leicht positiv. In den letzten zwei Sessions kam es zudem zu einem Volumenanstieg, der mit bärischen Kerzen einherging. Das ist bemerkenswert wegen aktueller Oracle-Probleme, die wieder Vorsicht bei AAVE-Tradern auslösten.
Die Lage ist klar: Schließt der Kurs im Tageschart wieder unterhalb des grünen Unterstützungsbereichs bei rund 80 USD, wäre das bullische Szenario hinfällig. Dann wären tiefere Kurse für den AAVE-Markt wahrscheinlich.





