Apollo Global Management hat am Mittwoch gewarnt, dass Kreditversicherungen auf Schulden von Hyperscalern aktuell mehr Risiko einpreisen. Chefökonom Torsten Slok führt diese Veränderung auf schwächere Kreditfundamente zurück, nicht auf routinemäßige Absicherungsgeschäfte der Anleihehändler.
Hyperscaler sind die führenden Cloud-Computing-Unternehmen wie Amazon, Microsoft, Google und Meta, die die Infrastruktur für den KI-Boom betreiben. Zwischen ihren Kreditversicherungen und Bankschulden gibt es derzeit eine Lücke, die sich seit Oktober 2025 auf rund 60 Basispunkte vergrößert hat.
Von Schulden finanzierter KI-Ausbau: Parallelen zu 2008
Slok erläuterte seine Sichtweise in einer Notiz am Mittwoch, über die CNBC berichtet hat.
„Was der Markt neu bewertet, sind die Kreditfundamente der Hyperscaler, insbesondere ein schuldenfinanzierter KI-Investitionszyklus mit steigender Verschuldung, negativem freien Cashflow und unsicherer Amortisation bei Vermögenswerten, die an Wert verlieren.”
Dan Alpert, Gründungspartner von Westwood Capital, vergleicht die aktuelle Situation mit der Zeit vor der Hypothekenkrise im Jahr 2008. Banken hätten heute jedoch deutlich größere Eigenkapitalpuffer und seien zudem breiter aufgestellt als damals.
Dieser Vergleich erinnert an „The Big Short”, eine Verfilmung über Investoren, die schon Jahre vor dem Crash 2008 eine Fehleinschätzung bei Hypothekenanleihen erkannt haben.
Sloks Hinweis folgt auf einen Aufruf führender KI-Labore am Wochenende, die Entwicklung neuer Modelle wegen Sicherheitsbedenken zu verlangsamen. Ein solcher Richtungswechsel könnte die Nachfrage nach Rechenleistung beeinträchtigen, für die Hyperscaler aktuell Schulden aufnehmen.
Ein angeschlagener Markt
Auch andere Analysten weisen derzeit auf ähnliche Warnsignale im Markt für private Kredite hin, wo es ebenfalls Parallelen zu 2008 gibt.
Das Muster erinnert daran, wie KI-Schulden die Renditen Anfang dieses Jahres auf mehrjährige Höchststände getrieben haben.
Nicht jeder ist überzeugt, dass das Risiko bereits eingetreten ist. Paul Meeks, Leiter der Technologie-Analyse bei Freedom Capital Markets, sagte, dass die Margen der Hyperscaler bereits wieder steigen, da der Ausbau ihrer Kapazitäten sich verlangsamt.
Dean Baker, Gründer des Center for Economic and Policy Research, betonte, dass Anleger im CDS-Markt auf fallende KI-Unternehmen setzen. Er ist der Ansicht, dass die Investoren daran zweifeln, dass die Unternehmen die zugesagten Erträge zur Bedienung ihrer Schulden erzielen können.
Alphabet und Meta verzeichnen laut Sloks Note jeweils einen negativen zukünftigen freien Cashflow von etwa 25 Milliarden USD, während Amazons Wert in der Nähe von 30 Milliarden USD liegt. Microsoft bleibt hingegen weiterhin cashflow-positiv, so die Zahlen von FactSet, auf die sich Slok bezieht.
Ob die sich ausweitenden CDS-Spreads bereits eine frühe Warnung sind oder nur eine kurzzeitige Neubewertung, bleibt offen. Entscheidend könnte sein, wie schnell die KI-Umsätze das aktuelle Investitionsniveau erreichen.









