Ausfall bei Binance: Über sechs Stunden kein Handel

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Die Handelsplattform Binance erlitt gestern einen technischen Ausfall. Dabei wurde der Handel für rund sechs Stunden lang ausgesetzt. Der Binance-CEO Changpeng Zhao macht sich derweil die Twitter-Community zum Feind, indem er seine Kritiker blockiert.

Binance über sechs Stunden lang ausgefallen

Wie schlagartig sich die Stimmung der Twitter-Community an einem einzigen Tag ändern kann, musste gestern der Binance-Chef Changpeng Zhao erfahren. Noch am Vortag wurde er für seine Äußerung, dass man Bitcoin gar nicht genug shillen kann, gefeiert. Gestern um 12:21 Uhr musste er jedoch verkünden, dass die Handelsplattform für eine “ungeplante Wartung” vom Netz geht.



Binance war schon im Vorfeld von technischen Problemen betroffen. Zhao versicherte zwar die Nutzer von Binance mit seinem mittlerweile zum Meme gewordenen Mantra (“Funds are #SAFU”), dass ihre Einlagen sicher sind. Dies hielt einige Twitter-User natürlich nicht davon ab, über ihn zu spotten.

Andere sprangen dem Binance-CEO zur Seite. Diese lobten seine Transparenz und seinen engen Kontakt zur Community, auch in Problemlagen. In der Tat hielt Zhao die Community mit regelmäßigen Tweets auf dem Laufenden. Dabei erhielten Trader knapp eine halbe Stunde Vorlaufzeit, um ihre offenen Handelsgebote zu stornieren. Um 18:30 Uhr wurde der Handel regulär fortgesetzt.

Zhao blockiert Kritiker

Noch während des Ausfalls wandte sich Zhao seinen zahlreichen Kritikern zu, unter ihnen auch dem Chefredakteur von BeInCrypto, Adam James. Dieser ist der Meinung, Binance solle mehr Prioritäten setzen, indem sie sich darauf konzentrieren, eine stabile Handelplattform aufzubauen, anstatt andere Projekte, wie beispielsweise IEOs zu unterstützen.

https://twitter.com/Shasdam/status/1230099716819574785

Zhao blockierte kurzerhand alle Twitter-Accounts, die seiner Meinung nach FUD (“Fear, Uncertainty, and Doubt”) verbreiten würden. Er rief auch andere dazu auf, dies ebenfalls zu tun.

Der Binance-Ausfall war das absehbare Ende einer länger andauernden Störung, die auf eine Überlastung aufgrund des derzeitigen Bullenmarkts zurückzuführen ist. Es bleibt zu hoffen, dass diese Probleme durch die “ungeplante Wartung” weitestgehend verschwinden. Jedoch sollte es niemanden verwundern, dass dieser Vorfall viele Trader verärgert hat.

Zhaos Praxis, sachliche und ernst gemeinte Kritik zu blockieren, weist auf ein schwerwiegendes Problem mit zentralisierten Handelsplattformen hin. Bereits im letzten Jahr wies Jared Tate, der Gründer von DigiByte auf dieses Problem hin. DigiByte wurde daraufhin von einer weiteren großen Handelsplattform (Poloniex) dekotiert.

Zentralisierte Handelsplattformen nehmen eine Machtstellung innerhalb der Kryptowirtschaft ein, welche durch Dezentralisierung eigentlich verhindert werden sollte. Kritiker mundtot zu machen verträgt sich in keinem Fall mit der Philosophie von Blockchain-Technologie und Kryptowährungen.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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