XRP (XRP) fiel am 22. März um 3,74% auf 1,39 USD. Der Kurs lag damit 62% unter dem Allzeithoch vom Juli 2025 von 3,65 USD. Zudem ist das Open Interest um 75% vom Höchststand gesunken und gehebelte Positionen werden weiterhin abgebaut.
Der Kursrückgang fällt zusammen mit allgemeinem makroökonomischem Druck durch den Krieg zwischen den USA und Iran, steigenden Ölpreisen und nachlassenden Erwartungen an Zinssenkungen der Fed, welche auf riskante Vermögenswerte insgesamt lasten.
So könnten Bank-Stablecoins die XRP-Nachfrage steigern
Während der XRP-Kurs fällt, gewinnt ein struktureller bullischer Fall an Aufmerksamkeit. Der Family-Office-Experte Jake Claver erklärte auf X (Twitter), dass jede Bank mit eigenem Stablecoin eine neue Währung schaffe, die mit jeder anderen Währung kommunizieren müsse.
Diese Fragmentierung, so Claver, sei keine Konkurrenz für XRP. Sie stelle vielmehr das Interoperabilitätsproblem dar, das Ripple mit XRP lösen will.
Mehr Stablecoins führen zu mehr isolierten Liquiditätspools, und größere Isolation erhöht die Nachfrage nach einer neutralen Überbrückungsschicht in der Mitte.
Versan Aljarrah, Gründer von Black Swan Capitalist, sieht XRP-Halter als Teilnehmende, die sich für einen breiten finanziellen Neustart positionieren und früh Zugang zur Infrastruktur eines neuen Zahlungssystems bekommen.
XRP Open Interest zeigt geringe Überzeugung
Analyst Xaif Crypto weist darauf hin, dass das Open Interest bei XRP um 75% vom Höhepunkt gefallen ist. Binance ist weiterhin die einzige Börse mit bedeutender Derivate-Aktivität. Die Hebelwirkung ist abgebaut worden, doch Überzeugungskäufe haben es nicht ersetzt.
Trotzdem wächst die institutionelle Infrastruktur um XRP unabhängig vom Kurs weiter. Evernorth Holdings reichte am 18. März einen S-4 bei der SEC ein, um über eine SPAC-Fusion mit Armada Acquisition Corp. II an die Börse zu gehen.
Das Unternehmen hält 473 Millionen XRP im Wert von etwa 685 Millionen USD und plant, unter dem Tickersymbol XRPN an der Nasdaq gelistet zu werden. Ripple, SBI Holdings und Pantera Capital unterstützen das Vorhaben.
Ob sich die Stablecoin-Fragmentierungs-These tatsächlich in messbare Nachfrage nach XRP als Brücken-Asset auf der Blockchain umsetzt, ist bislang nicht bewiesen.
Allerdings ist die Lücke zwischen sinkendem Kurs und wachsender Infrastruktur das Spannungsfeld, das die aktuelle Debatte unter XRP-Analysten mit Blick auf das zweite Quartal 2026 bestimmt.