Diese Woche ging es für den Bitcoin (BTC) vor allem um Quartalszahlen und Monatsauswertungen. Der Kursverlauf an den Krypto-Börsen sah am Anfang der Woche auch noch sehr gut aus, ehe es zum Wochenende hin wieder unter die Marke von 9.300 USD ging.

Knapp 9.500 USD konnte der BTC/USD direkt zum Wochenbeginn der KW 28/2020 bewerkstelligen. Das stimmte positiv, denn endlich konnte der Bitcoin die kritische Kursmarke von 9.300 USD knacken. Am 8. Juli endete der Optimismus aber abrupt, als der BTC/USD von ~9.450 USD auf zeitweise unter 9.200 USD fiel. Dabei klangen die meisten Meldungen diese Woche doch eigentlich positiv, oder?

Quartalszahlen, Altcoins und schwindende Volatilität

Eigentlich schon. Die Sache ist nur, dass nicht alle positiven Meldungen auch direkten Einfluss auf den Kursverlauf nehmen müssen. Oder aber die positiven (bullischen) Impulse sind längst in der Price Action enthalten. Heutzutage geht schließlich kaum mehr eine News raus, ohne dass irgendwo ein Leak stattfand.

Der CoinGecko Quartalsbericht für Q2/2020 enthielt positive Daten für den BTC nach dem Halving aus dem Mai 2020. Aber eben auch die Tatsache, dass Ethereum (ETH) besser performen konnte. Die fallende Bitcoin Dominanz beflügelt weitere Altcoins zusätzlich.

Quelle: CoinGecko Quaterly Report 2020 für Q2/2020

Neben einer guten Post-Halving-Performance gilt der Bitcoin weiterhin als die digitale Währung der Wahl, wenn es um Wertspeicherung geht. Wie z.B. in Argentinien, wo das Bitcoin Tradingvolumen Rekordhöhen erreichte, trotz Wirtschaftskrise. Ein fragiles Geldsystem und die gegenwärtige Geldpolitik tragen dazu bei, dass die Nachfrage nach BTC zunimmt bzw. weiter zunehmen wird.

Der Kraken Bitcoin Volatility Report für Juni 2020 brachte uns dann weitere Insights. Die Volatilität befindet sich demnach auf einem 6-Monats-Tief, die Korrelation mit dem S&P 500 nimmt weiter zu. Mit Gold hingegen nimmt die Korrelation ab.

Bitcoin steht technsich betrachtet vor zwei möglichen Szenarien

Kommen wir zur technischen Seite und den Charts. Am 6. Juli 2020 sahen wir den BTC/USD von knapp 9.100 auf knapp 9.400 USD steigen. Diese Performance sah sehr gut aus, denn die kritische Kursmarke von 9.300 USD wurde endlich (wieder) gebrochen. Am 7. Juli fiel der Kurs dann zurück unter die 9.300er Marke, ehe es am 8. Juli dann direkt auf 9.497 USD ging.

Bull Run Stimmung? Weit gefehlt! Erstens bräuchte der Bitcoin dafür ein neues Higher High (HH) bei über 10.500 USD. Zweitens brach der Kurs am 9. Juli 2020 erneut ein. Zeitweise ging es unter 9.200 USD, der Abschluss der Tageskerze lag dann bei 9.248 USD.

Quelle: Tradingview

Der Wochenverlauf bisher lässt demnach auf ein bärisches Folgeszenario schließen. Wir befinden uns zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels bei 9.281 USD. Wenngleich der Bitcoin sich in einem Aufwärtstrendkanal befindet, drückt die abwärtsgerichtete Trendlinie aus dem Wochenchart stark auf den Kurs.

Die Supportzone bei 9.000 – 8.900 USD wurde noch nicht erneut getestet, lieferte zuletzt aber kaum brauchbare Impulse.

Quelle: Tradingview

Ein erneuter Test dieser Supportzone könnte den Kurs zurück in einen Abwärtstrendkanal senden. Das hätte den Bruch der Supportzone zur Folge und der Bitcoin Kurs müsste die nächste Unterstützung bei 8.650 – 8.550 USD suchen. Für ein bärisches Szenario spricht auch der 4-Stunden-Chart mit der Tatsache, dass der BTC am 08. Juli 2020 das 0.618 Fibonacci-Retracement-Level nicht halten konnte.

Das bullische Szenario sieht hingegen eine Rückeroberung der 9.300 USD! Von da kann es zu einem erneuten Test der 9.500 USD kommen. Das 0.618 Fibonacci-Retracement-Level hinter sich, wäre dann der Weg geebnet auf 9.800, 9.880 und final 10.000 USD.

Quelle: Tradinview

Das ist allerdings noch ein weiter Weg! Es warten nicht nur mehrere Kraftakte auf den Bitcoin, sondern auch das Brechen der Trendlinie vom Wochenchart. Keine leichte Aufgabe. Aber der BTC hat schon mehrfach bewiesen, dass er Herausforderungen durchaus meistern kann.

In diesem Sinne: Frohes HODLen und bis zum nächsten Samstag.