Die Forschungsabteilung von Grayscale hat diese Woche davor gewarnt, dass die Korrelation zwischen Bitcoin und Gold auf über 50 % gestiegen ist. Der Vermögensverwalter bewertet dies als Rückkehr der „Debasement“-Investition.
Dieser Befund stellt eine deutliche Umkehr zu den letzten Jahren dar, als Bitcoin oft im Gleichschritt mit Wachstumsaktien statt mit Sachwerten gehandelt wurde.
Wie Grayscale Bitcoins Entwicklung zu Gold gemessen hat
In einer aktuellen Analyse berichtet der Grayscale Head of Research, Zach Pandl, dass die 90-Tage-Korrelation von Bitcoin mit Gold vom Jahresbeginn nahe null auf über 50 % gestiegen ist. Im gleichen Zeitraum ist die Korrelation mit dem Nasdaq 100 von über 60 % auf etwa 33 % gesunken.
Laut Pandl könnte diese Entwicklung darauf hinweisen, dass Investoren wieder mehr Wert auf Bitcoins Knappheit, dessen finanzielle Unabhängigkeit und seine Rolle als Wertspeicher legen. Das zeigen laufende Forschungsreihen von Grayscale. Er nennt jedoch kein konkretes Kursziel in Bezug auf diese Erkenntnis.
„…Wenn die fiskalischen Ungleichgewichte wachsen und Investoren die langfristige Kaufkraft von Fiat-Währungen neu bewerten, kann Bitcoin als knappes, liquides Alternativgut neben Gold dienen. Diese Kombination aus Knappheit und unterschiedlichen Ertragsfaktoren macht Bitcoin laut Head of Research von Grayscale zu einer attraktiven Ergänzung für moderne, diversifizierte Portfolios.”
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Die „Debasement“-Investition bedeutet, dass knapp angebotene Vermögenswerte meist im Kurs steigen, wenn Fiat-Währungen dauerhaft an Kaufkraft verlieren.
Dieses Narrativ gewinnt an Bedeutung, seit die US-Staatsverschuldung 40 Billionen USD überschritten hat. Dauerhafte Haushaltsdefizite lenken die Aufmerksamkeit der Investoren wieder auf knappe Alternativen zu Bargeld.
Warum die neue Gold-Korrelation wichtig ist
Gold hat in diesem Jahr bereits eine längere bullische Phase durchlaufen, was das Narrativ verstärkt, dass Investoren zunehmend auf klassische Absicherungen gegen schwache Währungen setzen.
Die steigende Korrelation von Bitcoin mit Gold statt mit Technologieaktien legt nahe, dass nun ein Teil dieser Kapitalflüsse auch digitale Vermögenswerte einschließt. Pandl meint, dass Bitcoin und andere knappe digitale Vermögenswerte unter diesen Bedingungen möglicherweise in ein günstigeres Marktumfeld eintreten.
In seinen umfassenderen Analysen dieses Jahres hat Grayscale wiederholt den Bitcoin-Kurs mit der „Debasement“-Investition verknüpft. Dazu gehörte auch eine Analyse im Januar, die beschreibt, wie sich die Kryptowährung trotz Währungsschwäche und regulatorischer Unsicherheiten anders entwickelt hat.
„…Das ungebremste Wachstum der Staatsschulden untergräbt das Vertrauen in Fiat-Währungen und führt dazu, dass Investoren nach alternativen Wertspeichern wie physischem Gold und bestimmten Kryptowährungen suchen. Bei digitalen Vermögenswerten wird aus unserer Sicht vor allem Bitcoin, Ethereum und Zcash von der sogenannten „Debasement“-Investition profitieren…“, so Pandl.
Dieser Befund beschreibt allerdings nur die Marktsicht eines Unternehmens, keinen bereits realisierten Marktausgang. Eine Korrelation misst, wie stark Vermögenswerte in der Vergangenheit gemeinsam schwankten, jedoch nicht, wie sich Kurse künftig entwickeln. Zudem kann eine 90-Tage-Rollierung sich schnell ändern, wenn sich die Marktlage wandelt.
Die Beziehung von Bitcoin zu Gold oder Aktien hat sich auch schon im Verlauf eines Kalenderjahres deutlich verändert. Grayscale selbst hat Zeiträume hervorgehoben, in denen Bitcoin dem Kurs von Technologieaktien näher gefolgt ist als den Edelmetallen.
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