Der Goldpreis hat sich über 4.600 USD je Unze stabilisiert, stieg um bis zu 0,7 % und machte so einen Teil des Rückgangs vom Mittwoch wett. Investoren bewerten zudem die Inflationshaltung der US-Notenbank vor dem Jackson Hole Symposium in dieser Woche.
Am Mittwoch endete die fünf Tage andauernde Gewinnserie beim Gold. Ein Bericht, der eine Inflation über dem Ziel der Fed zeigt, erhöhte allerdings die Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen und ließ so den US-Dollar sowie die Anleiherenditen steigen.
Entwertungshandel treibt Goldpreis-Rallye im August
Trotz des Rückschlags an einem Tag liegt Gold in diesem Monat weiterhin etwa 14 % im Plus. Die US-Treasury griff in der vergangenen Woche überraschend am Anleihemarkt ein.
Diese Maßnahme belebte das Interesse am sogenannten „Entwertungshandel” erneut. Investoren kaufen Sachwerte, um sich gegen steigende Defizite und einen schwächeren Dollar abzusichern.
Der gleiche Handel sorgte im Jahr 2025 für die Rekord-Rallye beim Gold. Nun ist dieser erneut der Antrieb hinter dem besten Monat für Gold seit 1999.
Die Erholung des Goldpreises hat ihn zudem über den 200-Tage-Durchschnittspreis gehoben, ein Zeichen für verändertes Momentum, das Trader besonders beobachten.
Unterdessen verzeichneten von Bloomberg beobachtete, goldbasierte börsengehandelte Fonds in der vergangenen Woche Zuflüsse von mehr als 28 Tonnen, so viel wie seit Januar nicht mehr. Zuvor hatten die ETF-Zuflüsse nach einer zweimonatigen Serie von Nettoabflüssen im Sommer wieder zugelegt.
Warshs erster Auftritt in Jackson Hole rückt näher
Das Jackson Hole Symposium ist das jährliche Treffen der Zentralbanker, veranstaltet von der Kansas City Fed. Die Veranstaltung ist traditionell Ort für wichtige Kurswechsel, unter anderem bei der aggressiveren Ausrichtung der US-Notenbank im Jahr 2022.
Trader suchen nach Hinweisen zur US-Inflationspolitik, wenn Vorsitzender Kevin Warsh am Freitag seine erste große Rede als Fed-Chef hält. Damit hat Warsh die Möglichkeit, Kritik zu entkräften, wonach er sich bislang zu seinen wirtschaftlichen Ansichten zurückhaltend zeigte.
Ein entschlossener Ton von Warsh könnte die Realrenditen und den US-Dollar steigern, was den Goldpreis unter Druck setzen würde. Ein eher zurückhaltendes Signal könnte jedoch die Rallye verlängern und neue Mehrmonatshochs begünstigen.









